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Eine vorösterliche Geschichte FSK 8

Hier könnt Ihr posten was nicht mit dem Thema Racing zusammenhängt
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Moderatoren: as, Chris

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  • TommyB Offline
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Eine vorösterliche Geschichte FSK 8

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Beitrag von TommyB »

Eine vorösterliche Geschichte FSK 8

Kurt kannte diese Morgen, zur Genüge.
Wie er den fahle Geschmack alter Möhrenstücke zwischen seinen Backenzähnen hasste, schlimmer aber war dieses muffig scharfe Brennen im hinteren Rachenraum von diesem scheiß Chinakohl aus Oma Kabulkes Gemüsegarten.
Konnte die alte Schabracke nicht mal was ordentliches anpflanzen ?

Kurt war Hase und wohnte in einer Ackerfurche an Bauer Röddelkottens Erdbeerfeld.
Er musste heute früher raus als sonst...................er hatte einen neuen Job, als Teilzeitosterhase.

Er war gezwungen diesen Job anzunehmen, da man ihm für drei Monate sein
Has 4 gestrichen hatte.
Er hatte, ohne dies der zuständigen Behörde anzugeben, einen Job als Model bei „Ostwestfalens new Tophase“ angenommen.

Brachte gute Kohle der Job, ein bisschen rumräkeln auf nem Stück Kunstrasen, gute Verpflegung, sogar ein paar willige Junghäsinnen für die Pausen hatte man gestellt.
Naja vorbei, was soll`s.

War auf jeden Fall besser als der Job im letzten Jahr, im Streichelzoo Gelsenkirchen.
Man wie hatte er das gehasst, diese scheiß Blagen hatten ihm fast das ganze Nackenfell weggestreichelt.
Einer hatte ihm sogar mal einen Qutipps in den After geschoben.
Es hatte drei Tage gedauert bis er es wieder draußen hatte.
Auch das kleine Mädchen mit der haarlosen Barbiepuppe die ihn so feste drückte, dass sie ihm fast 3 Rippen brach und ihm dann noch ihren Lolli ins Fell klebte hatte er noch unangenehm in Erinnerung.
Nie mehr Gelsenkirchen.

Jetzt hieß es also Eier verteilen.

Er hatte eigentlich vor sich noch mal mit dieser scharfen Junghäsin zu treffen, die er vor zwei Tagen an der Güllegrube von Bauer Grütenkötter getroffen hatte.
Sie trug ihr Fell unverschämt kurz und hatte diesen lasziven Blick, der im das Blut zwischen die Hinterläufe schießen ließ. Leck mich fett, war das ein Feger.

Er verschob dieses Vorhaben auf heute Abend.
Er holte den Eiertragekorb aus der Garage, warf noch einen verliebten Blick auf seinen friedlich schlummernden Doppelkürbis, erinnerte sich an die Zeiten in denen er in Osch versuchte die legendäre Hasenlinie zu kopieren mit der sein großes Vorbild Zeitgeschichte schrieb und sich den Namen „ Zauberer von Osch „ verdiente und machte sich auf den Weg.

Nebel zogen über die ostwesfälische Kulturlandschaft als er durch knöcheltiefen Matsch in Richtung B 224 zog.
Ihm gingen wirre Dinge durch den Kopf.
Bunte Farben, kurze Filmsequenzen von steppenden Elchen in kurzen Schottenröcken oder Spagetti essenden Eisbären die Wäscheleinen aus importierten Pinguineileitern strickten.
Wahnsinn, dieser Chinakohl ist wirklich ein Teufelszeug.

Er war immer noch in Gedanken, als er die viel befahren B 224 in Höhe von Halter Lavesum erreichte.

Normalerweise achtete immer auf den Verkehr wie seine Mutter ihm immer eingetrichtert hatte.
Auch als er schon lange erwachsen war sagte sie immer wenn er nach einem Besuch wieder nach Hause ging:
„ Mußt du nicht noch mal auf`s Kloo“ und „vergiß dein Portemonnaie nicht“
und „ paß auf wenn du über die Straße hoppelst „.

Doch heute war alles anders, abgelenkt durch seine wirren Gedanken
achtete er nicht auf den erbsengrünen 220 D Strich 8, der sich von links mit unmenschlichen 90 km/h näherte.

Am Steuer, der 76 jährige Viehhändler Hermann- Joseph Gattenbröcker auf den Weg zur Viehauktion in Billerbeck.
Ganz schön nebelig heute, dachte Gattenbröcker noch als er an seinem glühenden Zigarrenstumpen saugte und merkte dabei gar nicht das es nicht der Nebel war der ihm die Sicht nahm, sondern der vollgequarzte Innenraum seines Strich 8.
Die Gläser seiner dicken Hornbrille hatten mittlerweile die gleich Farbe wie das Gestell.

So kam es das dass Schicksal seinen Lauf nahm.
Kurt bekam es kaum mit, als das grobe Profil des Ganzjahresreifens ihn in den Asphalt drückte.
Das sich Milz, Leber und das rechte Auge im Querlenkergestänge des Strich 8 verfingen merkte er nicht mehr.
Das die Nougateier aus dem Körbchen sich mit dem Rückenmark vermengten und sein Restfell mit einer schokoladigen Glasur überzog machte die Sache auch nicht gerade erträglicher.

Hermann- Joseph Gattenbröcker merkte in seinem Strich 8 nur einen leichten Hupps und dachte so bei sich, das Bauer Horstkamp, dem das Feld rechtsseitig gehörte mal wieder vom Acker gefahren ist und mit den fetten Reifen seines Fendt 200 S die gesamte Fahrbahn vollgesaut hatte.

Es war 7:46 am 22.3.2008 als Kurt der Hase seinen letzten Schnaufer als kumulierter Haufen aus 16 Nougateiern, 20 Knickebeinstangen und einem Resthasen tat.

Als Herrmann – Joseph Gattenbröcker gegen 8:22 Uhr in Billerbeck eintraf, wunderte er sich nur über das Staniolpapier an seiner Stoßstange und den bräunlich roten Spritzern am Kotflügel, erklärte sich den Dreck aber mit dem Matsch von Bauer Horstkamps letzter Pflügerei.

Bei Horst Raabe und Rüdiger dem Iltis gab es zu Mittag ................................Hase im Nougatbett.
Sie hatten ein wundervolles Osterfest.



Aaaaaaaach, stimmt doch alles gar nicht, es gibt doch gar keine Osterhasen.










:D
......für einen Friedensnobelpreis würde ich töten !
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  • Moenchsrobbe Offline
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Beitrag von Moenchsrobbe »

:D

Boooaaaahh, warte bis Bundy das gelesen hat..... :clubbed:

Der arme Kurt...



Hubi
Zuletzt geändert von Moenchsrobbe am Freitag 14. März 2008, 11:31, insgesamt 1-mal geändert.
Egal welche Marke, Hauptsache zwei Räder!
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  • Bundy Offline
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Beitrag von Bundy »

Du bist verrückt mein Sohn... :idea: :idea:
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  • ßabine Offline
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Beitrag von ßabine »

Etwas morbides Ende, aber ansonsten hätte ich noch stundenlang über das Leben von Kurt lesen mögen, wäre es nicht so kurz gewesen...

Sehr geil geschrieben!
American beer is like making love in a canoe:
Fucking close to water. (Woody Allen)
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  • TommyB Offline
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Beitrag von TommyB »

@ßabine, aber so ist das Leben nun mal, manchmal morbide und manchmal mit Nougat überzogen :roll:
......für einen Friedensnobelpreis würde ich töten !
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  • Ray S. Offline
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Beitrag von Ray S. »

Muss ja ein geiles Gras bei euch in Bochum geben. :wink:

Schöner Bericht.
Gruss Ray
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  • beejot Offline
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FSK 18

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Beitrag von beejot »

Urgs... deine Geschichte erinnert mich an vorletzte Woche Samstag, ich glaube ich habe Kurt`s Bruder erschlagen.. das Leben ist nicht nur morbide, sondern der Nougat aus deiner netten Geschichte ist in Wirklichkeit Blut und Ackerboden...

Auf dem Weg zur Eifel mit dem Motorrad entdeckte ich mitten auf der Landstrasse einen Riesenrammler, welcher sich schreiend auf der Mittellinie der Landstrasse robbend in Deckung zu bringen versuchte. Das mit dem Schreien ist kein Scherz, ich hab noch nie einen Hasen schreien gehört.. die machen Geräusche wie ein Ferkel. Ein unachtsamer Dosenfahrer hatte Kurt`s Bruder beide Hinterläufe modifiziert und so robbte er mit seinen noch unversehrten Vorderpfoten und suchte einen Ausweg aus seiner Situation. Ich habe umgehend angehalten, den Verkehr gestoppt und versucht ihn aufzunehmen, was sich angesichts der Handschuhe und leichter Unbeweglichkeit meinerseits, weil ich eingepackt war wie ein Polarforscher, als schwierig herausstellte. Schließlich bekam ich ihn unter dem Bauch zu fassen und trug ihn auf einen Acker, wo ich ihn im Gras ablegte. Der arme Kerl schrie und schrie... habe versucht ihn durch streicheln zu beruhigen und mir seine Verletzungen angesehen.. die Hinterläufe waren stark deformiert augenscheinlich mehrfach gebrochen. Im gleichen Augenblick hielt ein weiterer Verkehrsteilnehmer mit einem blauen Transporter an, schaute sich das "Malheur" mit an und seine Tochter schrie wohl ahnend dessen was nun folgen würde mehrfach "nich den Hasi totmachi, nich den Hasi totmachi" aus dem Auto.. womit Bruder Kurt`s Schicksal unausgesprochen schon besiegelt war. Nachdem ich den Vater gebeten habe seinen Wagen ein Stück wegzusetzen damit seine Tochter kein Trauma erleidet, sinnierten wir kurzfristig wie wir Kurt`s Bruder erlösen. Anfragen meinerseits nach Wagenheber oder Baseballschläger verneinte er, sich im gleichen Moment mit einem Pflasterstein bewaffnet freudestrahlend an mich wendend. Da er den Pflasterstein so schön umfasst hatte gab ich ihm zu verstehen das er dies nun auch gerne selbst vollziehen mag, der liebe Gott hat mich heute für so etwas nicht unbedingt vorgesehen. Dem Trauerspiel visuell nicht folgend vernahm ich dann akustisch mehrere dumpfe Schläge, welche nicht aufhören wollten...an den entsetzten Blicken mit weit aufgerissenen Augen vorbeifahrender Autofahrer und deren Insassen ahnte ich was sich da hinter mir abspielte, nach dem achten oder neunten "BUMMPFF" drehte ich mich irritiert um und sah den unverhofften Berufseinsteiger in Sachen Hasenkopfdeformation, wie er in einem Regen von Blut und diversen anderen Hasenteilchen SEITLICH auf den Kopf des Hasen einhämmerte Ich dachte nur DAS DARF DOCH NICHT WAHR SEIN :shocked: ....und Kurt`s Bruder dachte sicherlich noch halbgelähmt und vor Schmerzen schreiend auf der Landstrasse, es kann ja nicht schlimmer kommen, aber es kam. Der Hase zuckte immer noch und gurgelte einäugig auf den niederrasenden Pflasterstein schauend irgendwas von "Oh heiliges Kängeruh erlöse mich". Ich kläffte den Herrn an das zu beenden und dem Hasen doch bitte den Pflasterstein nach Waidmannsart von hinten ins Genick zu schlagen um ihn so "HERRGOTT" endlich zu erlösen... ein Blick in seine Augen verriet mir einiges an Unverständnis und eine Spur Blutrausch, so nahm ich ihm den Stein ab, drehte den Hasen auf den Bauch und mit einem satten "Knack" war Hasi dann im Hasihimmel. Ich habe ihn dann ein wenig weiter auf den Acker herausgetragen und mit Erde zugedeckt. Auf die Frage ob ich den Hasen mitnehmen möchte, er würde es auch nicht melden, antwortete ich kopfschüttelnd und mit Unverständnis "Nein Danke" und das außer Hasensuppe damit nur noch wenig küchentechnisch zu erstellen sei. Ich sah aus als hätte ich eine Runde durch den Schlachthof gedreht, Schuhe...Handschuhe ...alles voller Blut.. nach notdürftiger Reinigung setzte ich meine Fahrt fort und sinnierte darüber was Karl`s Bruder wohl außer dem Pflasterstein durch den Kopf gegangen sein mag in seinen letzten Minuten....

Das arme Hasi... Ostern kann so grausam sein..
"Wenn du tot bist, dann weißt du nicht, dass du tot bist. Es ist nur schwer für die anderen. Genau so ist es, wenn du blöd bist."
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Beitrag von Bundy »

:shock: :shock: Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah...............
Manchmal wünschte ich ich hätte nicht so eine blühende Phantasie..... :x :x :? :cry:
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  • beejot Offline
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Beitrag von beejot »

Bundy hat geschrieben::shock: :shock: Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah...............
Manchmal wünschte ich ich hätte nicht so eine blühende Phantasie..... :x :x :? :cry:
Urgs.. das war auch in dem Moment kein schönes Erlebnis.. ich war nur noch heilfroh das der arme Rammler erlöst war... Moral von der Geschichte, wenn du jemanden "erlösen" willst... mach es besser selber..
"Wenn du tot bist, dann weißt du nicht, dass du tot bist. Es ist nur schwer für die anderen. Genau so ist es, wenn du blöd bist."
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  • TommyB Offline
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Beitrag von TommyB »

:shock: Oh mein Gott, was hab ich hier nur losgetreten
......für einen Friedensnobelpreis würde ich töten !
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