FAQ für Pitbike-Einsteiger

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arlecchino
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FAQ für Pitbike-Einsteiger

Beitragvon arlecchino » Montag 17. Februar 2020, 23:21

Servus zusammen,
bedingt durch den derzeitigen Pitbike-Hype wächst die Zahl an Chinamoppedfahrern gerade stark an - folglich werden hier und auf anderen Portalen wieder und wieder die gleichen Fragen gestellt und diskutiert. Ich dachte daher, dass es vielleicht ganz nett wäre, eine Art FAQ zu haben.
Wenn euch die Idee gefällt, tragt gerne dazu bei (ich werde den Beitrag entsprechend editieren)- wenn nicht, lassen wir den Thread einfach in der Versenkung verschwinden.

#0 - Wäre Pitbiken was für mich und mit welchen Kosten muss ich rechnen?
Ob Pitbiken dein neues Lieblingshobby wird, kannst nur du entscheiden. Am Besten machst du dazu mal ein paar Tagestrainings bei einem Veranstalter mit Leihbikes. Das kostet nicht allzu viel (ca. 150€ inkl Leihbike, Streckengebühren und Instruktion) und man bekommt mal ein Gefühl dafür.
Vorweg: Viele finden die ersten Turns katastrophal und unfahrbar, verfallen danach aber in eine anhaltende Sucht.

Wie teuer ist Pitbiken?
Mei... "teuer" ist relativ. Im Vergleich zum "richtigen" Motorradfahren am Ring ist Pitbiken fast geschenkt - für das, was ein normales Ringwochenende mit der großen Maschine kostet, fahr ich mitm Pitbike die ganze Saison. Davon, was ein Sturz mit der Großen kostet mal ganz zu schweigen.
Für non-Racer klingen die Kosten vermutlich trotzdem erstmal abartig hoch, wenn die Hobbies bisher Fußball und Schwimmen waren...

Um mal Zahlen zu nennen:
Sinnvolle Bikes gibts neu ab ca. 2000€, nach oben gibts natürlich keine Grenzen.
Für die Fahrerei selbst rechne ich mit nem Hunni pro Tag.
Das teilt sich auf in 30-50€ Streckengebühr und dann noch nen guten Fuffi für Sprit, Verschleiß, etc. - habs jetzt nicht auf den letzten Cent ausgerechnet, aber es kommt recht gut hin.
Außerplanmäßige Reparaturen (Motorschäden etc) und Tuning sind natürlich nicht mit eingerechnet und ich schraube selbst..


#1 - Wo kann man Pitbikes kaufen?
Am besten nicht irgendwo im Internet sondern beim Fachhändler vor Ort. Dort kannst du einerseits verschiedene Modelle Probe fahren, außerdem bekommst du die Bikes auch fahrfertig aufgebaut und die größten Problemzonen sind schon gefixt - das ist beim Kauf aus der Kiste nämlich NICHT der Fall (Siehe #4).
Eine Übersicht der Händler findest du hier auf der letzten Seite: viewtopic.php?f=26&t=46892


#2 - Welches Pitbike ist das Beste für mich?
Auch das kannst nur DU entscheiden, jeder Fahrer ist anders. Daher fahr am besten ein paar (Rahmen-)Typen Probe - bei vielen Händlern und Veranstaltern mit Verleihbetrieb ist das möglich. Wenn du dich dann für einen Typ entschieden hast, kannst du abhängig von Budget und Einsatzbereich ein konkretes Modell auswählen. Ich würde mich auch nicht so sehr auf eine Marke konzentrieren - die Teile basieren ja zum Großteil auf den gleichen Komponenten, es steht halt ein andrer Name drauf und die Ausstattung variiert mal bisserl.

Grundsätzlich kann man zwischen ein paar Typen unterscheiden:
- "Smallframe" bzw. CRF50 Klone:
Die "kleinen" Pitbikes (Sitzhöhe 75-78cm) von MRF, IMR und co. - quasi die "Standardmaschine", weit verbreitet, gute Ersatzteilverfügbarkeit. Die kleine "Malcor Racer" dürfte von der Geometrie her ähnlich sein, da gibt es vermutlich noch wenig Erfahrungen.
- "Bigframe" bzw. CRF70/110 Klone:
Damit mein ich beispielsweise die Modelle von EvoMotor, Ayrton Hurricane, Dream Speed, Malcor SuperRacer, Avotechnica VMX 17, ... - bei diesen Modellen ist der Rahmen etwas höher/länger (Sitzhöhe ca 80cm, Radstand ggü. IMR +5cm), dadurch sind sie tendenziell etwas laufruhiger, was gerade outdoor auf schnelleren Bahnen ein Vorteil sein kann. Die YCF Maschinen gehen in eine ähnliche Richtung.
- Premiumbikes:
Bikes wie beispielsweise Pitom, Buccimoto, Ohvale, etc. und Selbstbauprojekte ala CRF150 &co. - kosten gut das Doppelte der "normalen" Pitbikes, daher für Einsteiger normalerweise nicht so relevant (für den ambitionierten Pitbiker unter Umständen natürlich trotzdem preisWERT)

Einen Vergleich zwischen IMR/MRF und Dream/Evo gibts mittlerweile auch im Video von MotoTech: https://www.youtube.com/watch?v=apnPWL_h90k

Innerhalb einer "Rahmenkategorie" bekommt man dann halt je nach Budget nen größeren Motor, bessere Fahrwerke (voll einstellbar), bessere Bremsen (4-Kolben Festsattel mit ordentlicher Pumpe, gefloaterte Scheiben, ...), bessere(/leisere) Auspuffanlagen, höherwertige (originale) Vergaser, leichtere Felgen etc.
Ein volleinstellbares Fahrwerk ist sinnvoll, gerade draußen (mehr Grip) ist ne brauchbare Bremse nicht verkehrt. Die Entscheidung für die passende Geometrie ist aber wichtiger. Leichte Felgen und BlingBling sind eher nice2have und machen nicht auf Anhieb wesentlich schneller.

An dieser Stelle noch ein paar Worte zur Qualität/Verarbeitung:
Grundsätzlich muss einem klar sein, dass man hier eher eine Art chinesisches Spielzeug kauft, als ein richtiges Motorrad wie wir es sonst kennen.
Auch wenn der Verkäufer damit wirbt, die Kisten seien schon „out of the Box“ der absolute Hammer und siegfähig und überhaupt was besseres - das Zeug besteht aus allerbestem Chinesium und es wird früher oder später mal ein Problemchen geben. Mit der Verarbeitungsqualität von "großen" Maschinen haben die Pitbikes nichts gemeinsam.
Eine gewisse Leidensfähigkeit bzgl. verlorener Schrauben, kaputter Teile oder schlicht falsch montierten / nicht zusammenpassenden Teilen sollte daher vorhanden sein.
Daher auch hier nochmal der dringende Rat, bei einem Fachhändler zu kaufen, der zumindest die groben und vor allem gefährlichen Mängel fixt (siehe #4). Das gilt mehr oder weniger für alle Marken - egal ob da jetzt IMR, MRF, Malcor, Dream oder sonst was auf dem Rahmen steht.
Einzige wirkliche Ausnahme sind besagte "Premiumbikes" von Pitom, Bucci, Ohvale und co. - selbige sind aber für Einsteiger wie gesagt idR uninteressant, da in der Anschaffung doppelt so teuer wie ein "normales" Pitbike.



#3 - Welcher Motor ist der Richtige?
Grundsätzlich gilt: Die Motoren sind überall die gleichen, egal ob sie in IMR, MRF, Bucci etc. verbaut sind - qualitativ und bzgl. der Leistung macht die Marke also keinen Unterschied (auch wenn die Leistungsangaben im Internet teils deutlich auseinander gehen). Ausnahme bilden natürlich die teuren, aber höherwertigeren Daytona Motoren und diverse Tuning-Projekte. Außerdem sind die Motoren alle untereinander austauschbar, man kann also Problemlos nen YX140 durch nen Daytona 190 ersetzen.

Wie viel Leistung/Hubraum man braucht, ist Geschmackssache - Spaß haben kann man mit allen.
Gerade indoor kann man selbst mit den 12 PS aus 140ccm schon zu den schnellen Jungs gehören.
Wenns auch mal auf schnellere Bahnen draußen gehen soll, sind die ZS155/YX160 aufwärts sicher nicht verkehrt. Zongshen und YX sind zwei unterschiedliche Chinamotor-Klone und nehmen sich in Qualität und Leistung nicht viel.
Der ZS190 hat dann nochmal 2-3 PS mehr und durch den höheren Hubraum im unteren Drehzahlbereich mehr Drehmoment - ist outdoor nochmal etwas souveräner, baut allerdings eine gute Spur breiter und braucht auf glatten Hallenböden entsprechend eine ruhigere Gashand - für wirkliche Neulinge eventuell nicht uneingeschränkt zu empfehlen.
Die Königsklasse sind dann die Tuning- und Daytonamotoren mit über 20PS, für den Einsteiger aber idR nicht wirklich relevant, da sie ebenfalls gut das Doppelte "normaler" Motoren kosten.
Den 5. Gang einiger Motoren braucht man übrigens mit passender Übersetzung nicht wirklich - für die meisten Kartbahnen reicht die Bandbreite von 2-3 Gängen voll aus, in manchen Hallen schaltet man sogar gar nicht.

Grundsätzlich würd ich die gleiche Leistungsklasse nehmen, wie der Rest deiner Truppe - mit Waffengleichheit ists am spaßigsten.

Zum Einfahren: Zumindest bei den YX und ZS Motoren ist es sinnvoll, gleich beim Aufbau des Motorrads einen Service durchzuführen, sprich ordentliches Öl rein (10W40 o.ä. - was in der "großen" Rennmaschine funktioniert, läuft idR auch im Pitbike, Ölvolumen ca. ein dreiviertel Liter), Ventilspiel prüfen (https://www.youtube.com/watch?v=LZPi39Uyo6E) und ggf Vergaser reinigen.
Ein Ölwechsel alle 10-15 Betriebsstunden schadet nicht, zu Beginn gerne auch etwas häufiger (magnetische Ölablassschraube verbauen!) und bei jedem zweiten Ölwechsel werf ich nen Blick aufs Ventilspiel, geht ja fix.
Manche Leute benutzen ihren Kickstarter nicht, sondern schieben die Kisten an - muss nicht unbedingt sein, aber die Kickstarter sind schon ein kleiner Schwachpunkt.

Motordiskussionen gibts hier: viewtopic.php?f=26&t=48931


#4 - Wie läuft der Aufbau und was muss ich am Pitbike alles tunen?
Um Ärger beim Einsatz zu vermeiden, sind in der Tat schon vor der ersten Inbetriebnahme ein paar Umbaumaßnahmen Pflicht, die ein guter Fachhändler für dich übernimmt - dazu gehören:
-Schleifer an Achsen, Rasten, Lenker, etc. (damit beim Sturz kein Metall den Boden berührt!)
-Catchtanks an sämtlichen Überläufen von Vergaser, Kurbelgehäuse und co..
- außerdem müssen sämtliche Schraubverbindungen geprüft und gegen losrotteln gesichert werden (insbesondere sicherheitskritische und Öl führende Verbindungen).

Je nach Streckenlärmlimit braucht auch der Auspuff etwas Zuneigung.


Mehr Informationen zum Aufbau "aus der Kiste" findest du hier im Nachbarthread viewtopic.php?f=26&t=49465
- dort wurde der Aufbau einer kleinen MRF super dokumentiert und die gängigen "Stolperfallen" werden klar.
Insbesondere gibt er auch eine super Übersicht über die anstehenden Umbauten in Form einer "Aufbau-ToDo-Liste": viewtopic.php?f=26&t=49465&p=996031#p996031. Das hilft eventuell auch die Aufbauqualität vermeintlicher "Fachhändler" etwas einzuordnen, da gibt es leider recht viele schwarze Schafe die den Namen nicht verdienen. Außerdem gibt es dort etwas Know-How zum Vergasersetup.
Oder im YouTube Tutorial von MotoTech: https://www.youtube.com/watch?v=qWor-T_ ... OfYscH3ihV
Insbesondere sollten alle sicherheitskritischen Teile (insbesondere natürlich die Bremse) sach- und fachgerecht montiert werden - dies ist out of the box oft nicht der Fall oder teils gar nicht möglich (falsche Adapter etc.)

Tuning: Optional ist natürlich vieles machbar - ein paar Klassiker sind:
- bessere Bremsen für mehr Biss, Kontrolle und Temperaturstabilität, zB das Set von Formula (viewtopic.php?f=26&t=48691 )
- hochwertiger Vergaser für besseres Ansprechverhalten
- Überarbeitung des Fahrwerks, allen voran macht ein Gabelservice Sinn viewtopic.php?f=26&t=48761#p978254 und je nach Gewicht des Fahrers sollte man härtere Federn verbauen.
- andere Fußrasten (ggf höher für mehr Schräglagenfreiheit), insbesondere die Serienrasten von MRF/IMR fressen die Schuhsohlen geradezu auf, was auf Dauer deutlich teurer ist als andere Rasten.
- leichte Felgen
- Optimierung der Toleranzen (zB Achsdistanzen, im Motor, etc)
- Motortuning (Zylinder, Kopfüberarbeitung, ...) bzw. gleich Umbau auf Daytona und co.
- CDI mit variablem Drehzahlbegrenzer
- flache Lenkstange oder gar Stummellenker (Körperhaltung ähnelt mehr der "großen" Maschine)
- Schaltumkehr (alle Motoren haben ein normales Schaltschema N-1234 - außer ein paar Minibikes, bei denen die Fußraste so weit hinten ist, dass der Schalthebel 180° gedreht montiert ist)
- und alles was dir sonst noch so einfällt, es gibt sogar Leute die sich selbst nen Blipper gebaut haben viewtopic.php?f=26&t=49318 :-D
Details zum Pitbike-Tuning gibt es hier: viewtopic.php?f=26&t=48676


#5 - Welche Reifen sind die Besten und mit welchem Luftdruck fahr ich?
Auch hier gilt: Viele Wege führen nach Rom, die "üblichen Verdächtigen" sind: Mitas MC35, PMT Slick, Dunlop TT93GP und Heidenau K80SRS/M2, alle gefahren bei Drücken zwischen 1.3 und 2.0 bar. Insbesondere in der Halle sind die Empfehlungen stark abhängig vom Untergrund, auf dem man fährt - frag am besten mal jemanden vor Ort oder in einer passenden FB-Gruppe zu der Halle.
Details, Drücke und Diskussionen hier: viewtopic.php?f=26&t=47171
Hinweis: Der Heidenau SRS2/SRM2 braucht recht viel Luft für den sicheren Betrieb, nicht unter 1.6bar (eher 1.8 aufwärts) fahren, da sonst die Karkasse reißen kann! Manche Händler verkaufen offenbar auch den Heidenau K80 (ohne SRM2/SRS2) - sieht gleich aus, ist aber ein normaler Rollerreifen und kein fürs Pitbike entwickelter Reifen!


#6 - Wo kann man überall Pitbike fahren im Umkreis von XXX
Zum Glück auf immer mehr Kartbahnen in Deutschland und Umgebung.
Im R4F gibts zu so ziemlich jeder Region schon einen Thread. viewforum.php?f=26
Außerdem gibts mittlerweile etliche Facebook- und WhatsApp-Gruppen, in denen Bahnen und Termine ausgiebig diskutiert werden.


#7 - Was taugen die Bikes unter 1500€
Auf diversen Onlineplattformen bekommt man auch Pitbikes für 1000€ und weniger, beispielsweise von S-Moto, Cenkoo und co.
Grundsätzlich werden auch diese Bikes fahren, es gilt allerdings zu bedenken, dass sie normalerweise nicht für den Rennbetrieb auf der Kartbahn entwickelt wurden und dort auch nicht in großen Stückzahlen eingesetzt werden. Es gibt also wenig Erfahrungen von flotten Fahrern dazu und es ist daher zunächst unklar, wie gut die Geometrie zum racen taugt. Außerdem sind die Fahrwerke oft viel zu weich und nicht einstellbar. Support durch den Händler dürfte auch schwierig werden.
Ich würde daher vor allem Einsteigern die gängigen Modelle aus #2 empfehlen - gerade MRF, IMR und Dream sind hierzulande weit verbreitet und gibt es viele Erfahrungen zum Setup / ihren Kinderkrankheiten und wenig Probleme mit der Ersatzteilversorgung.
Günstigster, in meinen Augen sinnvoller Einstieg ist die 140er MRF SM. Alternativ wächst durch die steigende Anzahl an Fahrern auch der Gebrauchtmarkt, gerade gegen Jahresende wenn Veranstalter auch ihre Leihflotte erneuern.


#8 - Kann man nicht einfach ein Cross-Bike umbauen?
Ja, kann man. Es gilt allerdings zu bedenken, dass man dazu neben nem neuen Radsatz (350€ aufwärts mit Reifen) auch das Fahrwerk anpassen muss, was entsprechendes Know-How verlangt (Federwege einkürzen, andere Federn, anderes Dämpfersetup, Geometrie anpassen). Auch die Dirt-Bremsen sind auf Asphalt gern mal überfordert. Da es mittlerweile viele Modelle speziell für den Einsatz auf der Kartbahn gibt, würd ich gerade Einsteigern vom Umbau abraten - günstiger ist es normalerweise ohnehin nicht.



#9 - welches Zubehör brauch ich noch?
Zunächst die naheliegenden Dinge:
- vollständige Schutzausrüstung (falls man noch ne alte Kombi daheim hat, evtl eher diese nehmen - man wird regelmäßig auf der Nase liegen)
- Manometer, Werkzeug, Ersatzschrauben, Schraubensicherung, Gaffa, Kabelbinder
- Boxenteppich (in vielen Hallen Pflicht)
- Hubständer aus dem Motocross-Bereich, möglichst niedrig damit man das Bike nicht hochheben muss (alternativ tuts ne Bierkiste)

Optional könnte man brauchen:
- Betriebsstundenzähler (am besten inkl. Drehzahlmesser zwecks Abstimmung von Vergaser und Übersetzung)
- Laptimer (in der Halle noch klassisch via Infrarot), damit man weiß, wer die Runde Feierabendbier zahlen muss
- Reifenwärmer (gute Modelle gibts zB von HSR, Capit und Arlows, Kostenpunkt 150-250€/Satz) - geht auch ohne, aber Wärmer schonen die Reifen und gerade im Winter in der kalten Halle braucht man etwas, bis die Pneus auf Temperatur sind - Details hier: viewtopic.php?f=26&t=48856


#10 - Wie kann ich das Pitbike zur Strecke transportieren?
Wenn du Vollblutracer bist, hast du vermutlich ohnehin nen Bus oder einen ausgebauten Kofferhänger für den Motorradtransport und daher kein Problem. Ich hab meine VR-Wippe etwas modifiziert/verkleinert, damit sie das kleine Rad besser hält.

Für den Rest gilt:
In Vans (Touran, Caddy etc) bringt man die Pitbikes relativ problemlos in den Kofferraum.
Es gibt sogar Leute, die ihre Pitbikes schon in 3er Tourings, Gölfe und gar Lupos verpackt haben - wirklich komfortabel ist das aber nicht mehr und wenn was ausläuft, stinkt die Karre ewig

Es gibt Träger für die Anhängerkupplung (änhlich Fahrradträger), auf die man nach entsprechender Anpassung ein Pitbike spannen kann. Was 3 Rentner E-Bikes a 30kg trägt, sollte auch mit nem Pitbike klarkommen.
Es sollte aber klar sein, dass man dabei die Stützlast im Auge behalten sein muss - für Pitbike (gut 80kg +/-, meine Dream Speed 160 wiegt 82,X kg) und Träger sollte man eine Kupplung mit mindestens 100kg Stützlast am Auto verbaut haben, das ist leider nur bei wenigen Fahrzeugen der Fall (und die sind dann nicht selten groß genug, dass das Bike auch rein passt).

Details und Diskussionen zum Transport gibts hier: viewtopic.php?f=26&t=48468




Soweit fürs Erste... wie gesagt - falls das Thema auf Interesse stößt, kann man das gerne ausbauen/erweitern.
Zuletzt geändert von arlecchino am Montag 21. September 2020, 21:38, insgesamt 27-mal geändert.

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m-a-r-t-i-n
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Re: FAQ für Pitbike-Einsteiger

Beitragvon m-a-r-t-i-n » Dienstag 18. Februar 2020, 09:59

Danke - finde ich sehr informativ und gut zusammengefasst! Darf ich noch etwas dazufragen? Wie unterscheiden sich eigentlich YX und ZS Motoren und wo ist welcher verbaut?

Eine weitere FAQ wäre vielleicht noch wie/ob sich günstige China - Pitbikes voneinander unterscheiden.
Pitbikes <1000€ sind eher nicht zu empfehlen weil..... (ich denke anderer Motor,...)
Auch bei den gennannten Marken (die man vielleicht noch unter den 3 genannten Gruppen vervollständigen könnte: S-Moto, Kayo, Chenko,...) gibt es Preisunterschiede die im Wesentlichen aber nur auf 2 (oder noch was) Aspekte zurück zu führen sind:
1) Hubraum
2) Fahrwerk einstellbar oder nicht einstellbar
oder fällt euch noch etwas ein?

Danke
lg
Martin

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Re: FAQ für Pitbike-Einsteiger

Beitragvon arlecchino » Dienstag 18. Februar 2020, 11:45

Hi Martin,

YX und ZS sind ähnliche "Motorklone" verschiedener Marken und unterscheiden sich in konstruktiven Details und liegen qualitativ auf nem ähnlichem Niveau - was besser ist, würd ich als Geschmackssache bezeichnen. Die Unterschiede sind relativ gering, beim Fahren wirst zwischen ZS155 und YX160 kaum einen Unterschied merken.


Zum Thema S-Moto, Cenkoo und co hab ich meinen Senf noch in nem Punkt oben eingefügt.
Wie beschrieben: Das kann funktionieren, muss aber nicht, es gibt halt kaum belastbare Erfahrungen bzgl. Geometrie und Fahrwerk. Ich finde dass der Aufpreis für ne MRF, IMR und co. gerechtfertigt und sinnvoll investiert ist. Die Teile werden von etlichen Leuten auf der Kartbahn eingesetzt, folglich gibt es mittlerweile ausreichend Erfahrungen, Tipps und vor allem Ersatzteile.

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Re: FAQ für Pitbike-Einsteiger

Beitragvon steirair » Dienstag 18. Februar 2020, 14:33

Da wirst du auch keine Angaben machen können. Der eine kommt mit einer YCF besser zurecht, der andere mit einem Dream Bike, oder einer IMR. Man braucht sich wegen Geometrie bei einem PitBike nicht zu viel Kopf machen. Eher würde ich auf qualitativ gute Federelemente schauen, die machen es aus. Bremsen sowieso.

Motor würde ich die 190cc Zwei-oder Vierventiler empfehlen. Vor allem der V4 Anima ist aus der Kiste raus schon ein guter Motor. Startet perfekt, mit 24 PS genug Leistung, sehr zuverlässig. Die 155cc Motore haben eine gute Tuning Basis, aber viel mehr als die 24 PS gut fahrbar bringst da auch nicht raus. Und mit den Kosten bist dann auch schon ziemlich hoch.

Empfehlen würde ich auch bei allen Motore das 4-Gang Getriebe. Die 5 Gang Cross Getriebe sind 3/4/5 so kurz übersetzt das es nur eine Schaltvorgang mehr ist, aber kaum was bringt, eher stört.

Eine normale YCF, IMR usw. ist auch kaum schneller oder besser als ein "günstigeres" China Bike, da gibt es sich nicht viel.

Wirklich Qualitativ besser sind eben Bucci oder Ohvale z.b. Die sind aus der Kiste raus wirklich schnell mit guten Bremsen, Federelementen, und schönen Details von A-Z. Da passt einfach alles. Kostet eben mehr. Wobei die Erfahrung gezeigt hat, das so gut wie jeder Pilot über 1-2 Jahre gesehen so viel investiert in sein Bike, das er gleich ein teures hätte kaufen können *-).
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Re: FAQ für Pitbike-Einsteiger

Beitragvon arlecchino » Sonntag 22. März 2020, 18:06

Gerade für Einsteiger interessant (und Nichteinsteiger, die Corona-bedingt Langeweile haben): Die Jungs von MotoTech waren nun ein paar mal in KF zu Gast und haben zwei nette Videos produziert - wie immer eine geile Mischugn aus TechTalk, Arschgelaber und Slow-Mo Actionszenen mit Gänsehautfaktor!

PITBIKE! IMR vs. DREAM!
https://www.youtube.com/watch?v=apnPWL_h90k

Pitbikes | Tuning und Technik
https://www.youtube.com/watch?v=qWor-T_BmK8

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Re: FAQ für Pitbike-Einsteiger

Beitragvon RALLIG » Montag 1. Juni 2020, 19:36

Moin Zusammen,

ich dachte ich packe meine Anfängerfragen hier rein, dann helfen sie vielleicht noch anderen:

1. Bremse:
Outdoor pumpt mir nach 3 Turns bei meiner IMR Corse 155 ganz schön der rechte Arm. Ich habe hier schon viel von besseren Bremsen gelesen aber noch keine Links zu Verbautem gefunden. Ich kenne mich aber noch nicht aus welche Bremspumpe jetzt mit Bremssattel xy kompatibel ist. Gibt es eventuell bei unseren bekannten Chinaseiten Einzelteile die bereits gekauft wurden und in Benutzung sind?

Bei diesem Angebot scheint ja alles dabei zu sein? http://www.sport-toys.com/PITBIKE-4-CALIPERS-BRAKE-KIT

2. Fußrastenanlage
Kann ich bei einem IMR überhaupt eine Fußrastenanlage nachrüsten? :oops:
Bei meinem Abflug habe ich mir die schwarze Stange - "Fußrastenaufnahme" - verbogen. Die ist unter dem Motor verschraubt und befeßtigt beide Fußrasten.
Bei anderen Pitbikes gibt es eine Aufnahme am Rahmen an der die einstellbare Fußrastenanlage befestigtbar ist die ich an der IMR nicht finden konnte. :oops:


Beispielbild der schwarzen Stange unten am Bildrand:
Bild


Wie immer schon mal im Voraus vielen Dank für die Antworten!

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Re: FAQ für Pitbike-Einsteiger

Beitragvon arlecchino » Dienstag 2. Juni 2020, 08:42

Servus Rallig,

zur Bremse: Das ist ein bekanntes Problem, die Serien-2Kolben-Schwimmsattelbremse ist...nunja.... äh... "etwas suboptimal", zumindest in meinen Augen (und denen fast aller Fahrer, die ich kenn.)

Eine wirklich gute Lösung ist die Formula Bremse: http://www.sport-toys.com/epages/990690 ... cts/Form4P
Die fahren bei uns mittlerweile fast alle - ist von der Bremsleistung nochmal besser als die "normale China 4-Kolbensattelanlage" von Adelin, RPM und wie sie alle heißen, vor allem aber von der Verarbeitung auf nem komplett anderen Niveau. Funktioniert wirklich top, bei der "Chinabremse" ist das immer etwas Glückssache.
Die Formula kostet nur ein paar Euro mehr, und ist mMn jeden Cent wert im Gegensatz zu den Chinadingern. Gibts auch bei deutschen Händlern wie Apex, da kannst dann auch vorher mal anrufen und stellst sicher, dass du den passenden Adapter für deine Scheibengröße bekommst etc.


Bzgl Fußrasten:
Mit der IMR kenn ich mich nicht sooo gut aus, aber soweit ich weiß kann man den "Haltebügel" austauschen - bekommt man als Ersatzteil.
Verstellbar bekommt man die Rasten über Adapterplatten, daran kann man dann auch "normale" Fußrasten montieren - der Schuhverschleiß mit den IMR Rasten ist ja abartig.
https://www.apex-pitbikes.de/Pitbike-Fu ... r-IMR.html

Gruß

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Re: FAQ für Pitbike-Einsteiger

Beitragvon RALLIG » Dienstag 2. Juni 2020, 11:27

Moin arlecchino,

vielen Dank für die Antwort!
Die Formula Bremse werde ich auf jeden Fall bestellten.
Ich hatte schon Sorge Arme trainieren zu müssen :wink:


Für die Fußrasten werde ich mich mal mit Apex in Verbindung setzten.

Grüße
Rallig

arlecchino
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Re: FAQ für Pitbike-Einsteiger

Beitragvon arlecchino » Montag 13. Juli 2020, 18:23

Einsteigern, die sich immer noch fragen, ob sie nicht etwas Geld sparen können in dem sie ein Pitbike aus der Kiste (oder schlampig aufgebaut vom Möchtegernfachhändler) kaufen, seien neben dem sehr interessanten Nachbarthread (viewtopic.php?f=26&t=49465) die zwei neuen Videos von MotoTech zum Thema "wir bauen ein Pitbike" ans Herz gelegt.

Dort sieht man recht gut, warum der Aufbau aus der Kiste für Laien schwieriger ist, als man vielleicht zunächst vermutet.
https://www.youtube.com/watch?v=HZ3lMa1 ... hV&index=3

Auch erfahrenere Pitbikebesitzer lernen vielleicht noch was (Stichwort zweiter Ölfilter)

Hörnchenjäger
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Re: FAQ für Pitbike-Einsteiger

Beitragvon Hörnchenjäger » Montag 20. Juli 2020, 14:13

Danke für die Blumen arlecchino.

Ich habe mal eine Liste erstellt, was ich bis dato alles an meinem Bike gemacht habe.
Einen Großteil der Punkte muss man bereits beim Aufbau des Bikes abarbeiten.
Wichtig ist es, das zu tun bevor man das erste mal in den Kickstarter steigt.
Ansonsten hat man sich damit bereits die ersten Probleme geschafften.
Kein richtiges Öl im Motor, Ventilspiel nicht vorhanden, Plastikpartikel im Tank....

https://www.racing4fun.de/forum/viewtopic.php?f=26&t=49465&p=996031#p996031


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