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"Am 21. März 2005"oder'Frühjahrsgefühle' Ledenon08

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  • Martin Offline
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Beitrag von Martin »

Piepiepiepiep, piepiepiepiep, piepiepiepiep. Ich drehe mich um. Piepiepiepiep, piepiepiep, piepiepiepiep. Dieses durchdringende Geräusch nervt. Langsam werde ich werde wach und frage mich noch, was da so fürchterliche Töne von sich gibt, als ich merke, dass ich mich kaum bewegen kann und mir zu allem Überfluss auch noch etwas sehr hell mitten ins Gesicht scheint. Ich bin geblendet. Boh, ist das hell. Ich halte mir den Handrücken vor die Augen und schlage mit der anderen Hand den Wecker tot. Plötzlich rüttelt was an mir. Was ist das? Dann höre ich eine tiefe Stimme, die mir mit 110 DB ins Ohr schreit"AUFWACHEN!!! AUFZÜNDEN!!!" Das war nicht meine Frau, nein, das war jemand anderes. Langsam kommen meine Gehirnwindungen in Wallung. Das war Joggfried (Name frei erfunden... :roll: ), mit dem ich doch zusammen irgendwas gemacht habe. Was war das nur? Jetzt kommt es so langsam. Wir waren mit dem Sprinter unterwegs. Aber wohin? Es war eine sehr lange Reise, sehr lang. Fast 12 Stunden waren wir unterwegs. Wir fuhren durch Deutschland. Richtig. Oder? Mir steigt Benzingeruch in die Nase und ich sehe 6 grüne 20-Literkanister. Wir haben getankt. In Luxemburg. Es war billig. Unglaublich billig. Aber wo war ich jetzt? Und wieso kann ich mich nicht bewegen? Ich drehe mich und schaue in das unrasierte Gesicht von Joggfried. Nochmal: "UFFZYNDÄÄÄÄÄÄ!!!!" Ich hebe meine Arme und öffne den Reißverschluss meines Schlafsacks. Endlich kann ich mich etwas bewegen. Genussvoll strecke ich die Arme gen Himmel und schaue aus dem Fenster des Sprinters. Sonne. Ich blinzel ein wenig und genieße die warmen Strahlen in meinem Gesicht. Ein paar ganz Frühe laufen händereibend um Ihre Boliden. Ich bin in Frankreich. Südfrankreich. Ledenon. "Los, hau nei, Fahrerbesprechung. Doc Scholl wartet scho" Im nächsten Moment stand ich auf der Luma und stieß mir die Birne am Dach des Sprinters. Es war kühl. Ich schwang mich in den Jogginganzug. Auf dem Weg zu Box 1 drückte Joggfried mir einen Becher in die Hand und fuchtelte aufgeregt rum. Der Becher war heiß. Sehr heiß. Ich schaute rein und sah etwas schwarzes, sehr schwarzes. Kaffee. Das war zweifellos Kaffee. Starker Kaffee. Genau das brauchte ich jetzt. Wir beschleunigten unseren Schritt und kamen in Box 1 an. Freudig begrüßten uns etliche Lederbekleidete, die ihrerseits auch recht nervös wirkten. Begeistert von der guten Laune hielt Doc Scholl eine seiner genialen Reden. Langsam verebbte die schwarze Flüssigkeit in der Tasse und wir gingen zurück zu Box 15. Joggfried befüllte meine Tasse nochmals mit Kaffee und wir wärmten uns kurz auf. Dann ging ich zu meinem Boliden, der 2004er Supersport-R6. Ein Ex-WM-Motorrad. Yamaha Deutschland stellt es mir zur Verfügung für 2005. Ich freute mich schon auf den ersten Ausritt und wollte endlich, endlich die brachiale Leistung und das perfekte Fahrwerk unter meinem Hintern spüren. Erfuchtsvoll schloss ich die schon abends aufgezogenen TTSL-Reifenwärmer ans Stromnetz und spürte Sekunden später, wie die Heizdecken die ersten Celsius-Grade über Lufttemperatur erreichten. Gierig sogen die Bridgestone BT002 diese Grade in sich auf. Joggfried hatte zwischenzeitig auch seine nagelneue Cup-R6 abgedeckt und auch seine Reifen strebten in Richtung Betriebstemperatur. Die ersten Recken fuhren draußen Ihre Runden. Krabbelgruppe war um 9 Uhr angesagt. 9.45 Uhr sollte unser erster turn sein. Der erste turn 2005. Das erste Aufzünden seit fast einem halben Jahr. Joggfried flüsterte mir was ins Ohr. Ich sah, wie er seine feuchten Finger an seinem Underall abwischte. Eindeutig. Joggfried war aufgeregt. Mit einem Baumwolltuch strich ich über den Tank meiner R6. Keine Fluse war mehr zu sehen. Die R6 glänzte und schaute grimmig, fast bissig drein. Sie schien förmlich zu schreien. "LASS MICH RAUS!!!" 9.25 Uhr. Ich streifte mir meine nagelneue ERBO-Kombi, die ich bereits stundenlang auf der Fahrt in die südlichen Gefilde eingetragen hatte, über. Fast bedächtig steckte ich dann meine Füße in die Daytona-Stiefel und zog ritualgleich den Reißverschluss hoch. 9.35 Uhr. Nur noch 10 Minuten. Meine Hände wurden feucht. Wie ich es bisher immer machte, legte ich die Held-Handschuhe auf das schwarze Moosgummi des wunderschönen Höckers. Ich ging auf die linke Seite meiner R6 und legte die Hände an die ergonomisch angenehm gekröpften Lenkerstummel. Nun sollte es soweit sein. Zum ersten Mal in diesem Jahr sollte die R6 zum Leben erweckt werden und zum ersten Mal sollte ich sie bewegen. In der Box wurde es ganz ruhig. Langsam bewegte ich meinen rechten Daumen in Richtung des schwarzen Anlasserknopfes. Noch einmal zog ich meine Hände zurück und wischte sie trocken. Und wieder ergriff ich die Lenkerstummel. Nun gab es kein Zurück mehr. Der Killschalter war umgelegt und der Daumen erreichte den schwarzen Knopf. Ich hielt die Luft an. Ich sah noch, wie alle in der Box zu mir sahen als ich den Knopf drückte. Ich drückte ihn bis zum Anschlag. Wie erwartet ertönte ein Geräusch. Ein lautes Geräusch. Von schräg rechts unter mir. Es vibrierte. Piep, piep, piep... piep, piep, piep... piepiepiepipiepiepiep... Ich wurde durchgeschüttelt und erschrak. "6.30 Uhr, aufwachen" . Die Stimme war jetzt gar nicht mehr tief. Sie war deutlich höher. Das war nicht Joggfried. "Die Kleine will eine Milch, machst du die warm?" Langsam quälte ich mich aus dem Bett, zog meinen Bademantel über und ging in die Küche. Benommen stellte ich die Milch in die Mikrowelle und drückte den schwarzen Anlasserknopf. Ein gleichmäßig brummen- oder summendes Geräusch erweckte in mir nochmal kurz die Hoffnung doch nicht in Schluppen in der Küche zu stehen. Doch mit einem lauten "diding" meldete die Mikrowelle die erfolgreiche Aufwärmung der Milch für meine Tochter. Ich schlurfte ins Kinderzimmer, drückte der Kleinen die Flasche in die Hand und legte mich neben ihr ins Bett. Wenige Sekunden später war ich wieder in Südfrankreich, bei frühlingshaftem Wetter in Ledenon, Box 15, die Supersport-R6 gab ein sonores Brummen von sich und ich streifte mir den Shark-Helm über. 9.44 Uhr. In wenigen Sekunden ist es so weit. Der erste Ausritt auf der von Yamaha-Deutschland gestellten Supersport-R6 stand kurz bevor....
Zuletzt geändert von Martin am Freitag 4. April 2008, 15:19, insgesamt 14-mal geändert.
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  • Giovanni Offline
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Beitrag von Giovanni »

schön erzählt, man fiebert richtig mit und dann :D
Wer andere in der Kurve brät hat meist ein 2-takt heizgerät
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Beitrag von Bundy »

:twisted: :twisted:

Ích hatte letzte Woche genau denselben Traum, nur war bei mir die R6 eine Klaffi-Blade und die Tochter ein Sohn, der keine Milch sondern Ock (Baby-Slang für Wurst) wollte. :twisted:

Ich sag`s ja immer: Kein Schwanz ist so hart wie das Leben~~~ :evil:
  • John`ek Offline
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Beitrag von John`ek »

Ich hatte schon seit Weinachten keinen anderen Traum........Weinachten waren da noch einige Frauen im meinem Traum, die ich noch nie vorher gesehen habe und die haben......na ja, aber zurück zum Thema. Da ich wegen meinen Träume auf der Arbeit zu nichts mehr komme, habe ich Heute mein Mopped kurzerhand in den Transporter gepackt und mit zu Arbeit genommen. Jetzt kann ich in den Pausen einfach auf den Parkplatz......mach die Tür auf und stelle mir vor ich wäre im Fahrerlager.
Sagt, dass das normal ist......bitte.
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  • Martin Offline
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Beitrag von Martin »

@ Johnek,
mach dir keine Gedanken, das ist völlig normal.

@ bundy,
du Glücklicher kannst ja, wenn deine Hand halbwegs genesen ist, baldf schon im RL aufzünden.

Den Traum habe ich auch schon sehr, sehr lange. Und jetzt kam es einfach raus. Ich mußte mir das Ganze von der Seele schreiben, sonst wäre ich sicherlich innerlich zerbrochen. :?

Gruß, Martin
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  • Hajo Offline
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Beitrag von Hajo »

Sehr schön geschrieben. :D
Straßendreifachpokal
Jeder hat einen anderen Weg zur Party
Bild
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Beitrag von Fourstroker »

Deine Frau soll mal ein bild von deinem Gesicht machen wenn du sowas träumst :wink: .
"Wo Saufen ein Ehre ist, kann Kotzen keine Schande sein."
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Beitrag von Martin »

@ Hajo,
danke. Im Aufsatz hatte ich früher immer ne 4... :roll:

@ fourstroker,
du willst ja nur neue fressen in der Hackfressengalerie haben. ;-)

Martin
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Beitrag von Holger44 »

@ Martin: sehr sehr schön geschrieben. Als wäre man tatsächlich dabei.

Ich bremse nachts übrigens jetzt auch sicherheitshalber immer querstehend in die Kurven rein.
:D :D


@ john `ek: Geile Idee mit dem Fahrerlager auf der Arbeit :D :D
Holger
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Beitrag von puch »

ich brems in meinen träumen garnicht, ich lass es einfach reinlaufen.... :wink: :D


fahrerlager.... ich arbeite in einer fußgängerzone..... :roll: :roll:
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