Irgendwann war ich so nervös, dass ich nicht einmal mehr den Schmerz wahrnahm, den mir der unerwartet frühe Auszug von Bernd bereitet hatte. Da waren wir fast zusammengezogen...es hatten wirklich nur 10 cm gefehlt...und dann ging er einfach. Ohne eine Erklärung. Er packte seine Sachen und zog aus. Nicht einmal ein "es liegt nicht an dir, es liegt an mir", war drin. Er hatte nur ein "es hat einfach nicht funktioniert" für mich übrig. Einfach so abgetan, unsere Zeit zusammen. Ich konnte nur den Kopf schütteln. Wie hatte ich mich nur so in jemandem täuschen können. Es blieb mir nur Herr schraubär. Und diese aufsteigende Nervösität, die mittlerweile den ganzen Kopf füllte.
Ein stehender Start. Ich auf Platz 6. Das war die Innenspur. Hilfe!!!
Nochmal Luftdruck prüfen und auf das absenken, was am Vortag gut war. Noch einmal in den Tank linsen. Noch einmal Airbag kontrollieren. Und noch einmal hinsetzen und durchatmen.
Alleinreisend - Alles anders
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über die es sich lohnt zu sprechen!
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- campari Offline
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Öfter mal die Hände waschen!!!
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Oooooh geht das schon wieder los. Ich hasste stehende Starts. Dafür war ich nicht gemacht. Fliegende Starts hatte man für mich erfunden.
Ich rollte langsam, aber nicht zu langsam in Richtung Reihe 2 ganz innen. Weil Mädchen teilnahmen, so witzelten die Herrschaften um mich herum, war die Distanz auf sieben Runden gekürzt worden. Aber es gab zwei Mal den Auftrag, den richtigen Startplatz zu finden und das würde unendlich viel Kraft kosten. Kein Reifen der Welt würde hier und heute abkühlen, eher das Gegenteil. Durch den Helm zog der Wind, den ich in den Tagen vorher so sehr verflucht hatte, er hatte gezogen und geschoben und Linien optional gemacht. Aber jetzt dankte ich dem Windgott, dass er ein wenig Kühlung an das zwischen den Ohren ließ. Schwarzer Helm. Schwarze Kombi. Super Idee!
Und während ich noch sinniere, wedelt vorn eine Flagge, die Geräusche um mich herum werden lauter - und ich? Ich fahre einfach nur los. Ich kann nichts anderes. Jeden Schatten, der links oder rechts an mir vorbeihuscht, regisriere ich mit einem "ah, ja, der auch" oder "ach, noch einer" und "och, nö, das wird gleich noch mehr". Denn gleich, beim richtigen Start, würde ich noch mehr einfach nur losfahren. also noch einfacher einfach nur los. Und das würde definitiv langsamer.
Ich stehe auf Platz 6, Reihe zwei und höre meinen Atem im Helm. Und den Wind, diesen himmelsgeschickten Wind.
Ich rollte langsam, aber nicht zu langsam in Richtung Reihe 2 ganz innen. Weil Mädchen teilnahmen, so witzelten die Herrschaften um mich herum, war die Distanz auf sieben Runden gekürzt worden. Aber es gab zwei Mal den Auftrag, den richtigen Startplatz zu finden und das würde unendlich viel Kraft kosten. Kein Reifen der Welt würde hier und heute abkühlen, eher das Gegenteil. Durch den Helm zog der Wind, den ich in den Tagen vorher so sehr verflucht hatte, er hatte gezogen und geschoben und Linien optional gemacht. Aber jetzt dankte ich dem Windgott, dass er ein wenig Kühlung an das zwischen den Ohren ließ. Schwarzer Helm. Schwarze Kombi. Super Idee!
Und während ich noch sinniere, wedelt vorn eine Flagge, die Geräusche um mich herum werden lauter - und ich? Ich fahre einfach nur los. Ich kann nichts anderes. Jeden Schatten, der links oder rechts an mir vorbeihuscht, regisriere ich mit einem "ah, ja, der auch" oder "ach, noch einer" und "och, nö, das wird gleich noch mehr". Denn gleich, beim richtigen Start, würde ich noch mehr einfach nur losfahren. also noch einfacher einfach nur los. Und das würde definitiv langsamer.
Ich stehe auf Platz 6, Reihe zwei und höre meinen Atem im Helm. Und den Wind, diesen himmelsgeschickten Wind.

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- campari Offline
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Brünn. 38°C im Schatten. Die Frisur...wen, bitte, interessiert hier die Frisur?!? Das Schlückchen Wasser, was ich vor Antritt noch kurz als Versanddosage auf den Weg mitnahm und bereits in Kurve 4 heruntergeschluckt hatte, war längst Teil meines Helmpolsters geworden. Es war heiß. Und es dauerte. Und plötzlich war es so weit. Um mich herum ein Geräusch wie von einem wildgewordenen Schwarm Sandwespen. Die Ampel leuchtet rot - und erlischt.
Ich ducke mich erst einmal, sicher ist sicher, und dann wird so einfach wie möglich einfach nur losgefahren. Puh. Das Gelbe rollt. Leider auf Position 11 oder so durch Kurve 1. Ach, je, wie konnte das passieren, mochte sich manch Zuschauer denken. Ich wusste, wie das passieren konnte. Das war völlig normal.
Die Kollegen auf den Plätzen hinter mir waren deutlich bessere Starter, aber dafür auch deutlich langsamer durch die ersten Runden. Und weil es so heiß war und weil wir alle wieder heil nach Hause wollten und vor allem, weil wir - also das Gelbe und ich - noch ein paar Tage hier hatten, war das Motto "flüssig defensiv". Ich gab mir also Mühe aufzuholen. Und dann gab ich mir Mühe, überzuholen und dann hatte ich endlich freie Fahrt. Und dann weiter so. Auf- und überholen. Leider steckte ich kurz darauf wieder fest. Und nachdem ich mir wieder freie Fahrt erarbeitet hatte, war Runde sieben schon vorbei. Warum waren es bloß nicht 10 Runden? Dann hätte meine Standardtaktik aufgehen können: Abwarten und ins Ziel fahren.
Aber hier und heute, hier verfuhr sich niemand. Ich hatte mit meinen exquisiten Startkapazitäten keine Chance. Und so konnte ich mich zwar tüchtig nach vorne fahren, aber verlor im Rennen einen Platz. Insgeheim war ich froh, dass es bei CR Moto nur Stehrumchen-Vollstauberchen bis Platz 3 gab. Dann war es zumindest nicht offiziell peinlich.
Sehr zufrieden war ich damit, in diesem Rennen die 2:17 zementieren zu können, und zwar auf einem besseren Niveau. 2:17,3
Mir war egal, mit wem ich die vergleichen sollte. Der Henning war nicht gefahren, Klaus mit seiner Rakete irgendwo im Bereich von Überschallgeschwindigkeit und der Herr schraubär, der war zwar das Rennen mitgefahren, aber darin tatsächlich deutlich (vier Sekunden oder so) langsamer unterwegs gewesen als am Vormittag. War das nicht eigentlich viel peinlicher?!? Herr Bühn hatte längst ein Update über die erfolgreich absolvierte Peinlichkeit erhalten und war hoffentlich vorbereitet. 2:15...das war machbar. Hoffentlich...
Es war heute übermäßig anstrengend gewesen. Ich merkte auch schon wieder, wie ich aus Überlebensgründen anfing massiv Wasser einzulagern. Die Haut spannte an den Füßen, und das Festivalbändchen am Arm ließ sich nicht mehr frei bewegen. Thorsten hatte es auf den Punkt gebracht:
"Wie du hier vier Tage fahren kannst und immer noch schneller wirst, ist mir schleierhaft."
"Naja, ich fahr ja noch ein paar Tage. Das wird wahrscheinlich so weitergehen" (grins) Was hätte ich da anderes antworten sollen?
Ich ducke mich erst einmal, sicher ist sicher, und dann wird so einfach wie möglich einfach nur losgefahren. Puh. Das Gelbe rollt. Leider auf Position 11 oder so durch Kurve 1. Ach, je, wie konnte das passieren, mochte sich manch Zuschauer denken. Ich wusste, wie das passieren konnte. Das war völlig normal.
Die Kollegen auf den Plätzen hinter mir waren deutlich bessere Starter, aber dafür auch deutlich langsamer durch die ersten Runden. Und weil es so heiß war und weil wir alle wieder heil nach Hause wollten und vor allem, weil wir - also das Gelbe und ich - noch ein paar Tage hier hatten, war das Motto "flüssig defensiv". Ich gab mir also Mühe aufzuholen. Und dann gab ich mir Mühe, überzuholen und dann hatte ich endlich freie Fahrt. Und dann weiter so. Auf- und überholen. Leider steckte ich kurz darauf wieder fest. Und nachdem ich mir wieder freie Fahrt erarbeitet hatte, war Runde sieben schon vorbei. Warum waren es bloß nicht 10 Runden? Dann hätte meine Standardtaktik aufgehen können: Abwarten und ins Ziel fahren.
Aber hier und heute, hier verfuhr sich niemand. Ich hatte mit meinen exquisiten Startkapazitäten keine Chance. Und so konnte ich mich zwar tüchtig nach vorne fahren, aber verlor im Rennen einen Platz. Insgeheim war ich froh, dass es bei CR Moto nur Stehrumchen-Vollstauberchen bis Platz 3 gab. Dann war es zumindest nicht offiziell peinlich.
Sehr zufrieden war ich damit, in diesem Rennen die 2:17 zementieren zu können, und zwar auf einem besseren Niveau. 2:17,3
Mir war egal, mit wem ich die vergleichen sollte. Der Henning war nicht gefahren, Klaus mit seiner Rakete irgendwo im Bereich von Überschallgeschwindigkeit und der Herr schraubär, der war zwar das Rennen mitgefahren, aber darin tatsächlich deutlich (vier Sekunden oder so) langsamer unterwegs gewesen als am Vormittag. War das nicht eigentlich viel peinlicher?!? Herr Bühn hatte längst ein Update über die erfolgreich absolvierte Peinlichkeit erhalten und war hoffentlich vorbereitet. 2:15...das war machbar. Hoffentlich...
Es war heute übermäßig anstrengend gewesen. Ich merkte auch schon wieder, wie ich aus Überlebensgründen anfing massiv Wasser einzulagern. Die Haut spannte an den Füßen, und das Festivalbändchen am Arm ließ sich nicht mehr frei bewegen. Thorsten hatte es auf den Punkt gebracht:
"Wie du hier vier Tage fahren kannst und immer noch schneller wirst, ist mir schleierhaft."
"Naja, ich fahr ja noch ein paar Tage. Das wird wahrscheinlich so weitergehen" (grins) Was hätte ich da anderes antworten sollen?

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Und natürlich selbstverständlich sicher doch stiefelte ich zur Siegerehrung für die Podiaten. Und ich jubelte spontan los. Denn da, fern vom Podium, einfach so in der Applaudiantenmenge, da stand Serdal. Der wollte "mal Speer ausprobieren". Toll! Ich hatte Gesellschaft. Ich hoffte nur, ich würde dranbleiben können.
Und das Beste: er war in der Box nicht weit weg von der Bühnschen Box, in die ich langsam all meinen Krempel räumte. Wem es keinen Spaß Krempel macht, Krempel in eine Box zu räumen und dann wieder in einen Anhänger zu räumen, dem wird es noch weniger Spaß machen, den Krempel von einer Box in eine Box zu räumen, um dann Krempel in einen Anhänger zu räumen. Bei dem ganzen Spaß vergaß ich fast den Trennungsschmerz, den der unerwartete Abschied von Bernd mit sich gebracht hatte. Er war sowieso nicht beziehungsfähig mit seinem 10cm-Abstand. Kein Commitment. Es war nie etwas wirklich ernstes. Wir hatten uns auch nur beiläufig verabschiedet. Ich wusste ja, wen ich antriggern musste, um ihn aufzustöbern. Was in die eine Richtung ging, funktionierte wohl auch in die andere.
Im Fahrerlager wehte jetzt ein anderer Wind. Boxen rappelvoll. Platz vor den Boxen rappelvoll. Im restlichen Fahrerlager Übernachter und gähnende Leere. Die Racing School Europe lud ab. Und ich? Ich ging mit meiner aktuellsten Brünnzeit, die ich hatte, zur Anmeldung. Und mit den Augen eines Connoisseurs reichte man mir den weißen Aufkleber, noch während ich "R6" auf die Frage "was fährst du denn ein Moped?" antwortete. Jawohl. So ging Gruppeneinteilung.
Weitere drei Tage Brünn. Mit zwei Coachingturns und dem festen Vorsatz, definitiv kein Rennen mehr fahren zu wollen.
Und das Beste: er war in der Box nicht weit weg von der Bühnschen Box, in die ich langsam all meinen Krempel räumte. Wem es keinen Spaß Krempel macht, Krempel in eine Box zu räumen und dann wieder in einen Anhänger zu räumen, dem wird es noch weniger Spaß machen, den Krempel von einer Box in eine Box zu räumen, um dann Krempel in einen Anhänger zu räumen. Bei dem ganzen Spaß vergaß ich fast den Trennungsschmerz, den der unerwartete Abschied von Bernd mit sich gebracht hatte. Er war sowieso nicht beziehungsfähig mit seinem 10cm-Abstand. Kein Commitment. Es war nie etwas wirklich ernstes. Wir hatten uns auch nur beiläufig verabschiedet. Ich wusste ja, wen ich antriggern musste, um ihn aufzustöbern. Was in die eine Richtung ging, funktionierte wohl auch in die andere.
Im Fahrerlager wehte jetzt ein anderer Wind. Boxen rappelvoll. Platz vor den Boxen rappelvoll. Im restlichen Fahrerlager Übernachter und gähnende Leere. Die Racing School Europe lud ab. Und ich? Ich ging mit meiner aktuellsten Brünnzeit, die ich hatte, zur Anmeldung. Und mit den Augen eines Connoisseurs reichte man mir den weißen Aufkleber, noch während ich "R6" auf die Frage "was fährst du denn ein Moped?" antwortete. Jawohl. So ging Gruppeneinteilung.
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