Racing in den USA, TX

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über die es sich lohnt zu sprechen!

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Calvin
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Racing in den USA, TX

Beitragvon Calvin » Montag 6. April 2020, 16:23

Moin,

ich dachte, der ein oder andere will vielleicht mal was anderes lesen als Corona News. Da ich vor kurzem in die USA versetzt wurde, wollte ich einfach mal ein bisschen meine Erfahrungen mit TrackDays hier in den USA teilen, und wer weiss, vielleicht kennt sich ja der ein oder andere sogar hier aus und kann mir helfen. Aktuell ist hier natuerlich auch alles abgesagt, in soweit erstmal kein Unterschied zu Deutschland. Ich werde versuchen das ganze auch wenig chronologisch zu strukturieren, sprich von den ersten Ueberlegungen vor dem Umzug, zur Motorradsuche vor Ort, den Rennstrecken hier in der Umgebung als auch Erfahrungen mit Veranstaltern und der Community.

Erstmal zum Anfang, ich wurde von meinem Arbeitgeber Anfang November gefragt, ob ich mir vorstellen koennte in die USA als Expat zu gehen. Damals waren noch einige Staedte in der Auswahl, geworden ist es dann tatsaechlich Austin, Texas. Nicht der schlechteste Ort zum Motorrad fahren. Neben den ganzen privaten Themen wie Wohnungssuche (Die Mieten hier sind unfassbar teuer), Visum und co habe ich mich auch recht frueh damit beschaeftigt wie ich denn mein Hobby dort weiterfuehren kann. Nachdem die Delegationsrichtlinien leider untersagt haben ein Fahrzeug mitzunehmen also erstmal geschaut, wie teuer es ist ein Motorrad in die USA zu verschiffen. Je nach Anbieter und Zielhafen sind das grob 1.000-2.000Euro. Die Crux ist aber an der Stelle eine andere. Sofern man ein Fahrzeug in die USA einfuehrt, auch Sportgeraete (also nicht Strassen zugelassen), wird einem das auf dem Visum vermerkt. Ab dann kann man nur noch mit diesem Geraet zusammen wieder ausreisen. Damit soll sicher gestellt werden, dass man keine Fahrzeuge im Land verkauft, am besten noch schwarz. Da ich dadurch nicht nur keine Urlaube, sondern auch keine Dienstreisen aus den USA heraus haette angehen koennen, musste meine geliebte RC8R im Renntrimm also zuhause bleiben. Ihr koennt euch sicher meine Trauer vorstellen, als ich daher meiner Partnerin eroeffnen musste, dass ich mir leider leider vor Ort entsprechend ein Motorrad kaufen muss :D

Es kam also der Tag X und ich lebe nun seit Anfang Maerz in den USA, genau ein paar Tage bevor der ganze Corona kram zuhause als auch hier ordentlich los ging. Seit dem bin ich auch mehr oder weniger auf der Suche nach einem Motorrad. Da ich etwas moechte, was ich auch auf der Strasse fahren kann, und mir eigentlich auch ein budget von maximal 10t USD gesetzt habe, mache ich da gerade so meine Erfahrungen mit Haendlern und Privatverkaeufern. Hierzu mal ein paar Punkte, die zumindest mir nicht alle vorher bekannt waren.

  • - Sales Tax: In Texas faellt eine Sales Tax von 6.25% an, und zwar wenn man das Motorrad anmeldet. Sprich auch wenn man ein Motorrad privat kauft fuer eine Summe X, kassiert der Staat dann bei der Anmeldung nochmal 6.25% ab. Die muss man also Gedanklich immer dazuaddieren.
  • - Haendler: Haendler sind nicht interessant wegen einer moeglichen Garantie oder Gewaehrleistungen (gibt es hier nicht bei Gebrauchtfahrzeugen), sondern lediglich fuer die Zulassung. Dies kann hier der Haendler komplett fuer einen Ubernehmen und schickt einen dann nach 40min mit Nummernschildern vom Hof.
  • - Haendler Knowhow: Nicht, dass ich wirklich Beratung braeuchte, aber ich gebe zu ich gehe gerne auch mal zum Haendler um sich mit gleichgesinnten zu Unterhalten. Leider ist meine Erfahrung bisher, dass die meisten Angestellten hier wenig bis keine Ahnung von den Producten haben. Bei der kleinsten Nachfrage muss der Werkstattmeister kommen, der dann hoffentlich bescheid weiss. Beispiel? Habe mir eine Maschine angeschaut bei der ein Lenkergewicht fehlte. Auf meine Nachfrage haben 2(!) Verkaeufer erstmal gefragt ob ich mir sicher bin, dass das so nicht "stock" ist, also so ausgeliefert wird. Aehnliche Erfahrungen habe ich auch bei Anderen gemacht.
  • - Eine ganz angenehme Sache ist, dass man an Hand der FIN hier eine komplette Fahrzeughistorie einsehen kann, nicht nur bei einem Haendler sondern staatlich getriggert. Man sieht dann jeden Verkauf, jede Reparatur, jeden Unfall, etc. Soweit die Theorie. Sofern das Motorrad denn entweder von der Polizei aufgenommen wird (also zumindest die FIN aufgeschrieben wird) oder von irgendeiner Werkstatt. Schmeiss ich das Ding weg, hebs auf und Repariere es daheim, steht das natuerlich nirgends. Was dann zu so einem weiteren Haendlerbeispiel fuehrt. Habe mir eine Maschine angeschaut die relativ klare Sturzschaeden hatte (Fussrasten Aufnahme deutlich angeschliffen, Verkleidung verkratzt wo der Bremshebel reingedrueckt hat, leiche schleifspuren am Gabelfuss. Auf meine Rueckfrage wurde erstmal gesagt "Nein Nein, nie gestuerzt" Als ich dann auf die Schaeden gezeigt habe, wurde sich dumm gestellt... wobei ich mir bei dem "gestellt" net so sicher bin
  • - Anderes: Das meiste andere ist relativ aehnlich, entgegen mancher Meinung braucht man in Texas mind. eine Haftpflicht zur Anmeldung und einen Fahrzeugcheck, sowie eben den Fahrzeugbrief (Title). Probefahren lassen dich die meisten Privatpersonen nur gegen Hinterlegung des Kaufpreises, etc.
  • - keine DB Limits auf Strasse oder Strecke... ganz cool an der Ampel (als Fussgaenger oder Autofahrer), aber obwohl ich selber auch gerne einen guten Auspuff und auch gerne mal ohne DB Eater hoere, nimmt das hier dann doch Formen an die sogar mich nerven. :|

Soviel also zu den Rahmenbedingungen... jetzt brauch ich nur noch ein Motorrad. Nach langem hin und her habe ich aktuell folgende Favoriten:

  • - Daytona 675R: Die wurde hier noch bis 2018 verkauft, und ist mit QS und Fahrwerk sicherlich vorne dabei. Kostet dann aber auch doch noch um die 8.000 Dollar (plus Tax)
  • - Ducati 848: Das ware die Budgetloesung, die auch nicht so weh tut wenn ich sie wegwerfe. Habe eine gefunden die Toll gepflegt ist und auch schon das ein oder andere interessante Extra hat (Rastenanlage, Lenkungsdaempfer). $6000 (plus Tax)
  • - Street Triple 765 RS: Habe zwei gefunden um die 8.000 Dollar (plus Tax) aus 2018, und auch wenn ich weiss das die Dinger gerade auf kleineren Strecke eine Macht sind, bin ich nicht so der Fan von einem Naked auf der Piste (bzgl Sitzposition). Waere aber sicher der beste Mix Strasse/Piste
  • - Honda SC77: Gibts hier nagelneu fuer $10.900 - dazu kommt dann aber nicht nur Tax, sondern auch Shipment (Ueberfuehrung) und Prep (Aufbau seitens des Haendlers) - beides faellt hier bei einem Neufahrzeug immer an und ist recht viel, so dass mit Tax dann ein Wert von doch $13.000 auf der Uhr stehen wuerde, allerdings mit Quickshifter und ohne ABS
  • - F3 800: Wolle ich immer mal haben. $11.900 neu, plus Shipment, Prep und Tax. Zumindest optisch sicher der Gewinner :)

Entschieden habe ich mich noch nicht, und bin bei sowas auch eher schwankend. Gegen die SC77 und die MV Agusta spricht vor allem, dass sie eigentlich ueber meinem Budget sind und ich sie daher nur mit grossem Wertverlust verkaufen kann nach 2 Jahren. Eine Ueberfuhrung nach D ist zwar eine Alternative, kostet in diese Richtung auch weniger (800-900 Euro), allerdings kann ich sie da nicht oder nur mit viel Aufwand zulassen, und fuer die Strecke steht ja eine gemachte RC8R daheim...

Soviel erstmal zum aktuellen Stand. Ich gebe zeitnah noch ein Update bzgl der Strecken, Anbieter und Community und meinen Erfahrungen dort bisher, aber fuer heute solls das gewesen sein. Da das eine oder andere Kommentar immer motiviert mehr zu schreiben, gerne Fragen stellen oder eben die eigene Erfahrung wenn vorhanden einbringen, egal ob zu Strecken, USA oder den Motorraedern in der Auswahl ;)

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Re: Racing in den USA, TX

Beitragvon Soundwave » Montag 6. April 2020, 16:34

Hallo Calvin,
leider kann ich ichts zum Thema beitragen.
Jedoch bin ich gespannt wie es bei dir weiter geht und auch sehr an den Themen über die du geschrieben hast interessiert. Ich werde deinen Thread mit großer Aufmerksamkeit verfolgen.

Cheers
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Re: Racing in den USA, TX

Beitragvon as » Montag 6. April 2020, 17:27

Ich war bis neulich 2 Jahre in den USA, Du solltest auf jeden Fall für den Fall der Rückkehr langfristig planen: Wenn Du ein KFZ mehr als 6 Monate dort angemeldet hattest, kannst Du es abgabenfrei in die EU mitnehmen.

Kann sich lohnen, speziell bei US Autos + Moppeds natürlich, aber im Einzelfall auch bei vielen anderen Fabrikaten...

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Re: Racing in den USA, TX

Beitragvon MeisterJoda » Montag 6. April 2020, 19:57

War schon oft in Texas. Meist Dallas/Austin/San Antonio.
Wenn du zufällig in Killeen bist ( Fort Hood sollte dir vielleicht was sagen), da ist ein Top Suzukihändler. Er hat aber auch Honda und KTM.
War leider nur in Austin Moto GP schauen, gefahren bin ich aber da nicht nicht auf dem Ring ( nur Straße ).Hat leider nie gepasst.
Bin gespannt ob es dir gelingt und vor allem WO du dann fahren kannst.
Viel Spaß. Hab nur gute Erfahrungen aus Texas.
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Re: Racing in den USA, TX

Beitragvon s0nic » Dienstag 7. April 2020, 09:14

Kann zwar auch nichts inhaltlich beitragen, finde es aber immer interessant, wie es sich in einem anderen Land mit dem Amateurracing verhält. Insbesondere, wenn es nicht Europa ist ;)


Mfg
S0NiC

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Re: Racing in den USA, TX

Beitragvon TTs Target » Dienstag 7. April 2020, 09:35

Wird sicher eine tolle Zeit in deinem Leben :icon_thumright
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Re: Racing in den USA, TX

Beitragvon moritz3176 » Dienstag 7. April 2020, 09:59

Kann nichts produktives beitragen, möchte aber trotzdem Kund tun, dass der Text gut geschrieben ist und ich das echt interessant finde wie das in Amerika läut :icon_thumleft

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Re: Racing in den USA, TX

Beitragvon franjo » Dienstag 7. April 2020, 12:24

"Wird sicher eine tolle Zeit in deinem Leben "

Bestimmt, aber er wird die Pfalz vermissen und vor allen Dingen das er in dieser Zeit mit uns nicht im Kreis fahren
kann - wenn wir wieder dürfen!

Es grüßt aus dem sonnigen Westerwald

Franz-Josef

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Re: Racing in den USA, TX

Beitragvon ralfb » Dienstag 7. April 2020, 15:34

Servus Calvin,

Du schreibst sehr interessant bitte berichte weiter! Was machst Du beruflich?

Habe auch ein Eigeninteresse; wir besuchen im Herbst Verwandte in Houston und ich habe schon wenig erfolgreich geschaut, welche Möglichkeiten es zum Ringfahren gibt, ich müsste mir ja auch ein Moped ausleihen.

Liebe Grüße Ralf

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Re: Racing in den USA, TX

Beitragvon Calvin » Mittwoch 8. April 2020, 01:34

Erstmal vielen Dank fuer die Rueckmeldungen, das motiviert tatsaechlich :) Ich wollte mal kurz auf die Fragen eingehen, bevor ich mein Update eintippe:

@as - korrekt, diese Regelung kenne ich, aber es wird trotzdem teuer bei der Zulassung je nachdem welche Quelle man nimmt. Ausserdem kommt es natuerlich auch auf den Wertverlust an, aber da schauen wir nochmal wenn es denn soweit ist. Die 6 Monate habe ich mir aber auch schon im Kalender vermerkt, evtl kann es sich lohnen da ja nochmal zuzuschlagen :)

@MeisterJoda: Sehr cool, beim naechsten mal gerne melden :)

@FranJo: Naja, ich muss ja im Training bleiben wenn es dann in zwei Jahren endlich wieder zusammen auf die Piste geht :P

@Ralf: Ich bin im Bereich Venture Capital taetig. Melde dich gerne wenn du vorbei kommst, es gibt hier auch Anbieter die dir ein Leihmotorrad zur Verfuegung stellen, zwar nur 400er, aber auf den primaer kleinen Strecken kann ich mir schon Vorstellen, dass das trotzdem ne Menge Spass macht.

Womit wir auch schon direkt beim Stichwort sind. Aktuell ist dann doch die Street Triple RS 765 hoch im Kurs bei mir, das Angebot ist relativ fair (8tkm gelaufen, 8250Euro inkl aller Gebuehren, sprich mit Nummernschild). Nochmal eine Nacht drueber schlafen und dann evtl zuschlagen. Hintergrund ist unter anderem auch, dass die meisten Kurse die es hier gibt relativ kurz sind, mit entsprechend wenigen Geraden. Ich tat mich mit meiner RC8R in Anneau schon immer schwer, und bin dort zweimal eine 790er Duke gefahren mit der ich wesentlich mehr Spass hatte. Da ich also 4/5 Strecken hier so einschaetze, ergibt die Streety einfach mehr Sinn... und wenn sie mit nach Deutschland kommt, ist sie auch eher komplementaer zur RC8 und nimmt ihr nicht den Platz weg (so oder so aehnlich werde ich das jedenfalls Zuhause begruenden ;) )

Dann mal zu den Strecken die ich bis jetzt gefunden habe:

COTA: http://circuitoftheamericas.com - ich glaube da brauch ich nicht viel zu sagen, ist halt schlicht die MotoGP Strecke hier in Austin, viel besser wird es nicht werden in der naeheren Umgebung

MSR Cresson (Motor Sport Ranch): motorsportranch.com - Das ist kurz vor Fort Worth, also fast bei Dallas. Ca 3h Anreise. Der Track ist 3,1mi (4,8km) lang, wird aber in der Laenge eher selten gefahren, sondern meist in der Mitte getrennt. Dadurch entstehen dann 2 sehr kleine Kurse mit 1,3mi (2km) und 1,7mi (2,75km) welche parallel genutzt werden.

MSR Houston: https://msrhouston.com/about/facility - etwas 2,5h Anreise, wie der Name schon sagt bei Houston. Der Track ist 2,4mi, also ca 3,8km und angeblich "gut asphaltiert"

Harris Hills: http://www.harrishillroad.com/ - ca 30Minuten Anreise, Track selber ist 1,8mi (2,9km) lang, angeblich allerdings ziemlich wellig. Soll wohl dieses Jahr neu asphaltiert werden, diese Aussage ist aber von einem Facebook user, habe darueber sonst nichts gefunden. Spannend ist hier vor allem das Zahlungsmodell: Ein Tag kostet $150, allerdings kann man maximal 4 Tage fuer eine Person kaufen, unabhaengig davon wieviel Zeit dazwischen liegt (max 4 in one lifetime). Hintergrund ist, dass dies eigentlich eine Private Strecke ist. Man zahlt $500 Aufnahmegebuehr, danach $200 im Monat und kann dann aber jeden Montag auf die Strecke. Werde wohl erstmal 1-2 150er Tickets loesen und dann ueberlegen, ob ich mich dort dauerhaft anmelde. @FranJo, vielleicht lerne ich dann ja sogar Anneau lieben :D

Eagles Canyon Raceway: https://eaglescanyon.com/ , noerdlich von Fort Worth, ca 3,5h Stunden Anreise, aber der wohl beste Asphalt von allen (incl Cota). 2,5mi (4km).

Weiter weg gebe es dann noch Hallett (1,8mi lang, ca 7h Anreise - http://www.hallettracing.net/hmrc-track-map/) und den Motor Sport Park in New Orleans (https://www.nolamotor.com/, ca 8h Anreise). Beide werde ich wohl eher nicht oder nur einmal besuchen.

Also eigentlich recht viel zur Auswahl. Empfehlen kann ich uebrigens bei der Recherche aktuell Facebook. Ich habe mich da einfach erstmal bei allem angemeldet was irgendwie in Richtung Track Day, Sportbike usw ging und Austin oder Texas im Namen hatte. Anschliessend dann, bevor ich was gepostet hab, die Eintraege geprueft und Spam Gruppen wieder verlassen - ich finde man merkt recht schnell ob man was vernuenftiges gefunden hat oder nicht. Weitere Unterschiede die mir noch aufgefallen sind, als Liste und ohne Zusammenhang:

- Es ist teurer. Je nach Event werden eher 400-600 Dollar faellig, fuer einen Tag

- Die meisten Anbieter stellen 3 Gruppen mit 30min turns (scheint der Standard zu sein soweit ich das bisher in Erfahrung bringen konnte). Fuer mich, der nach den Standard 20er turns schon immer Platt ist, wird das also ne Fitnessprobe, vor allem bei gerne mal 36Grad und mehr

- Ich bin zwar sehr vorsichtig das "Niveau" zu beurteilen anhand von Kommentaren und Facebook videos, habe aber aktuell den Eindruck das dies niedriger ist als bei mir bisher bekannten Veranstaltungen rund um D. Das Niveau der meisten Landstrassenvideos ist... gelinde gesagt merkwuerdig.

- Vokabeln sollte man koennen, Racing ist nicht gleich Track Day, Racing sind wirklich Rennserien (eigentlich klar, habs trotzdem beim ersten mal falsch gemacht). Squid (wortwoertlich Tintenfisch) ist die Bezeichnung fuer jemand der sich gerne selbst Ueberschaetzt, auf der Strasse gerne post aber spaetestens auf der Strecke (und zum Teil auch auf der Strasse) das ganze dann nicht wirklich zusammen bringt. Finde ich schoen, dass ich dafuer jetzt ein Wort habe, diesen Schlag Menschen trifft man ja doch immer mal wieder. Kurvige Landstrasse oder kurvige Strecke sind "Twisties", Kurzform von Twisted Roads.

- Das Thema coaching ist gefuehlt hier noch praesenter als bei uns. Man hat hier oft auch zwei Instruktoren, einer vor dir mit ner Heckkamera, einer hinten dran mit einer nach vorne gerichteten Kamera.

- Wer das Thema racing vernuenftig angehen moechte, sollte sich bei der CMRA (http://www.cmraracing.com) anmelden. Dort kann man dann aehnlich wie hier eine Lizenz beantragen bzw "bestehen" und entsprechend an Rennserien teilnehmen. Sowas hat mich ja immer mal gereizt, aber da ich die Infrastrukur fuer die kurze Zeit (Transportmoeglichkeiten, Ersatz und Wechselteile wie Felgen und co, Werkzeug und und und) hier nicht aufbauen moechte fuer die kurze Zeit, werde ich mich damit vielleicht mal beschaeftigen wenn ich wieder in D bin (achja, und schneller sollte ich vielleicht auch sein ;) )

- Ausruestung (Helm, Kleidung, etc) kostet etwa aehnlich viel, wobei auch wieder "Gefuehlt" bessere Angebote vorhanden sind bei Restposten. Ich habe meine Kombi und Stiefel mitgenommen aus D, und mir hier einen Helm und Handschuhe besorgt. Fun Fact: Die Handschuhe kommen aus Holland und kosten mich 160Dollar (Held Phantom 2). Ich habe dem Herrn eine Email geschrieben, ob es fuer ihn nicht simpler waere sie mir nach D zu schicken. Ich haette Sie dann dort einfach beim naechsten mal mitgenommen, und habe aktuell auch noch meine alten dabei. Antwort: Das wuerde dann wegen anderer Abgaben 220Euro kosten. Also spare ich jetzt 70Euro, obwohl die Dinger einmal um die Welt fliegen (Zoll schon eingerechnet).

- In Texas besteht keine Helmpflicht, trotzdem habe ich erst einen (Harley)Fahrer ohne gesehen. Allerdings ist die Kombination Motorradlederjacke und Jeans hier (wieder mal 'gefuehlt' bzw in meiner Wahrnehmung) sehr beliebt. In klassischem Motorrad outfit, egal ob (Sport)Leder oder Textil habe ich noch niemand gesehen.

Das also erstmal zum Stand, leider aktuell noch ohne eigene Erfahrungen, die hoffentlich bald kommen, je nachdem wann das wieder moeglich ist. Das naechste Update erst in ein paar Tagen, hoffentlich dann zumindest mal mit Maschine.


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