was für ein Knaller Bild. Da melde ich mich auch mal an...Bitte per PN oder irgendwie
"Am 21. März 2005"oder'Frühjahrsgefühle' Ledenon08
Hier könnt Ihr posten was nicht mit dem Thema Racing zusammenhängt
Jokes, jeglicher Dummfug oder einfach nur um zu quatschen
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Marton,
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- Martin Offline
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- Martin Offline
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Heilig’s Blechle...
An der Nase fröstelnd wurde ich morgens wach. Nachdem mein Heizlüfter abends bereits lustige Blitze in die Dunkelheit zauberte hatte er nunmehr den Dienst komplett quittiert. Nun ja, wir waren ja auch nicht in Sibirien sondern in Südfrankreich und von daher war das nicht ganz so schlimm. Ich fühlte mich etwas erholt, alles fühlte sich wieder recht gut an, ich streckte mich, gähnte kurz und begab mich in die Box. Nach einem fröhlichen „Guten Morgen“ an Eric und Blutlos, der noch auf seiner Luma im Schlafsack kauerte, schlürfte ich eine Tasse frisch aufgebrühtes schwarzes Nass und sah vom Frühstückstisch aus schon die leuchtenden LED der TTSL-Reifenwärmer. Danke Eric!
Nach dem Frühstück machte ich mich fertig für den ersten turn des Tages, der wieder um 9 Uhr stattfand. Es war noch sehr kühl und ich wollte es ruhig angehen lassen. Gemütlich fuhr ich raus und schon bald merkte ich, dass es ganz gut lief und meine Linie immer runder wurde. Am Ende dieses Frühmorgenturns hatte ich schon wieder ein paar Zehntel abgefeilt und fuhr 37er Zeiten. Damit hatte ich nicht gerechnet! Alles lief so „easy“, ich war damit nur noch 2 ½ Sekunden über meiner besten Rennrunde von damals und 3 ½ Sekunden über meiner besten Runde 2004 entfernt. Und alles risikofrei. Mehr wollt ich doch gar nicht und mit mehr hatte ich auch wirklich nicht gerechnet!

Instruktorfahren für Blutlos
Ich unterhielt mich mit Stefan #44, den ich am Tag zuvor kennenlernte und der fürs Rennen auf Startplatz 7 und damit fast direkt vor mir stand. Wir nahmen uns beide vor uns im Rennen aus allem rauszuhalten und wenn möglich gemütlich zusammen ein paar Runden zu drehen. Aber es sollte anders kommen....
Um nicht selbst vorm Rennen schon ko zu sein ließ ich den 2. turn direkt mal aus und bereitete das Motorrad noch etwas vor. Die Übersetzung passte etwas besser aber ideal war sie auch noch nicht. Da ich aber klarkam und die Schaltpunkte auch besser passten beließ ich es so wie es war.
Bald war es dann so weit, mein erstes Rennen nach langer Pause sollte bald losgehen. Gedanken machte ich mir um 2 Dinge: Ich hoffte, dass beim Start keiner Blödsinn macht und ich hoffte, dass ich wenigstens halbwegs vom Start wegkomme, denn das Starten mit dem Kitgetriebe mit seinem endlos langen ersten Gang ist mir nur selten gelungen. Dazu steht man in Ledenon auch noch bergauf und wann hatte ich überhaupt das letzte Mal einen Start aus dem Stand gemacht?
Ich bockte die Maschine ab und fuhr zur Boxeneinfahrt. Dort wurde das Starterfeld sortiert und es ging in die Einführungsrunde. Nervös war ich nicht wirklich, nicht mal in der Startaufstellung stieg mein Adrenalinspiegel wirklich.
Nachdem sich das Feld sortiert hatte wurde Reihe für Reihe in die warmuplap gestartet. Fast wie erwartet vollzog meine R6 ein Freudentänzchen, Rädchen hoch, Rädchen runter, Rädchen hoch...
Durch halbwegs beherztes Gasgeben und Bremsen kamen die Reifen in der Runde dann auch wieder auf Temperatur, aufgeregt war ich aber noch immer nicht. Ich wollte ja auch gar nicht gewinnen oder so...
Wir stellten uns in die Startaufstellung, ich stand ganz links. Das Feld hinter mir brauchte noch etwas zum sortieren, ich schaute mich um und schloss das Visier. Jetzt war es so weit, der Rennleiter auf dem Turm hob langsam die Flagge, die Drehzahl von fast 30 Motorrädern schnellte hoch, die Flagge wurde gesenkt und ab ging es. Wieder vollzog meine R6 das Rauf-runter-rauf-Spielchen und mindestens eine komplette Startreihe zog noch vor der ersten Kurve an mir vorbei. Egal, ich bin doch nur zum Spaß hier. So, erst mal sortieren, fein, alles geht gut in der ersten Runde. Von Stefan #44 leider nichts zu sehen, er war irgendwo doch etwas besser weggekommen als ich. Schade. Ich folgte einer GSXR. Was war das? Da vorne, 30 Meter vor der Gixxe war doch Jochen JR6? Das geht doch mal gar nicht. Hm, wie komme ich denn jetzt am Geschicktesten an der Suzi vorbei? Bremsen kann er ja, das wird mir zu eng. Ah! Die Kehre vor dem Bergabstück, da stimmt seine Linie nicht. Perfekt, auf dem Bergabstück schnupf ich ihn auf. Jochen ist aber schon auf der SZ-Geraden verschwunden. Ich jagte die Laaks-R6 den Berg rauf und sehe ihn weit entfernt vor mir. Dicht vor ihm, das musste Markus Krause mit der Einspritzer-R6 sein. Ich öffnete das Visier, zog das Messer aus der Tasche, nahm es zwischen die Zähne, setzte die Hörner auf und machte mich auf die Verfolgung. Ende SZ unterquerte ich die Brücke, ließ es weiterlaufen, lupfte die Bremse, schaltete zurück, knickte ab in die triple, drückte die R6 in tiefe Schräglage und machte die ersten Meter gut. Beim Umlegen zum ersten Bergabstück stieg das Vorderrad leicht hoch, beim Rausbeschleunigen aus der Kehre stieg sie sofort wieder und nach dem Hochschalten erneut. Extrem spät bremste ich die Linkskehre an. Mein Gott, so schräg bin ich die Kurve seit 4 Jahren nicht mehr gefahren. Perfekt erwischte ich die Kuppe of death und jagte mit einem Wheely in die Tiefe. Kurz nach dem orangen Pylonen lupfte ich die Bremse und knickte nach rechts ab. Ich sah JR6 den Berg hoch verschwinden und hatte wieder reichlich Meter gut gemacht. Das Blut tropfte von meinen Lippen und ich biss fester zu. Berghoch, durch den Linksknick, die beiden waren gerade durch die Kehre, mir wurde die Strecke rechts knapp, aber es passte wieder fast perfekt. Ein kurzer Gasstoß, kurz drauf die Bremse gelupft, wieder eine ideale Linie in der Kehre, warten, warten uuuuund: GAS! Ich jagte den Berg runter, die beiden waren nicht mehr weit entfernt. Kurz vor dem letzten Knick heftig in die Bremse gegriffen, 2 Gänge zurück und schon wurde ich in der Senke zusammengepresst. Mit tänzelndem Vorderrad kam ich auf die SZ-Gerade. Ich kam immer näher, doch plötzlich sah ich die rote Flagge. AAAAaaaargh!!!!! So ein Mist. Abbruch. Ich rollte die Runde zuende und fuhr vor die Box. Ich schaute auf den laptimer. 1.36,1 min. Uff! Nicht schlecht der Specht!
Aber was nun? Die anderen fuhren wieder zum Vorstart. Ok, dann noch mal. Das Prozedere begann von vorne: Einführungsrunde, Startpositionen beziehen, Warmuplap, Start.
Diesmal kam ich ganz gut weg und konnte meinen Startplatz etwa halten. Kurz vor mir zwei mir unbekannte Fahrer und Stefan # 44. Och, vielleicht können wir ja doch zusammen fahren? Ich überholte einen der vor mir Fahrenden, als Marcus Krause auf seiner Einspritzer-R6 mich überholte. Ich dachte noch, was hat er denn vor, als er, anscheinend etwas nervös, sich Ende SZ verbremste und geradeaus Richtung Kies fuhr. Etwas irritiert und „drumherumfahrend“ verlor ich bei der Aktion den Anschluss an die vor mir fahrende Kawa und ab da war irgendwie die Luft raus. Ich fuhr ein einsames Rennen und hatte nach hinten und vorne viel Platz. Mit niedrigen 37er Runden wurde ich dann als 12. nach den restlichen 4 Rennrunden im Ziel abgewunken.
Da wir planten noch abends die ersten 500 km Richtung Heimat zu fahren, konnte ich auch heute nicht abends laufen gehen und so beschloss ich, dies in der Mittagspause zu tun. Flugs umgezogen und ab auf die Piste. 2 Runden hatte ich geplant. Nach der ersten Runde hatte ich mit dem mich wild anfeuernden NoFearChris einen Zuschauer gefunden, der mich zu höheren Leistungen anfeuerte.
Darauf gab ich mehr Gas und konnte meine Rundenzeit auf 18,21 Minuten senken.

2 Runden laufen mit Polar-Datarecording (nicht kalibiert) auf dem Circuit Ledenon
Da die Sonne dabei schien, genoss ich bei diesem Lauf das Panorama der Strecke und sah auch was für schöne lila und gelbe Blumen neben den Kiesbetten blühten, wie einzelne Bäume gegen Einschlag von Rennfahrern abgesichert wurden, aber am geilsten war der Blick über die Strecke nach der Kuppel of death und zur Senke vor Start/Ziel. Ich ärgerte mich ein wenig, dass ich keine Knipse dabei hatte.
Um 15 Uhr war dann die Siegerehrung, bei der ich doch glatt für meinen 12. Platz einen netten kleinen Pokal bekam.

Heilig's Blechle
Nachmittags sollten noch 2 turns anliegen, die ich auch beide fahren wollte. Schließlich hatte ich anno 2004 auch in den letzten turns nach den Rennen meine Bestzeit noch deutlich senken können. Einen Versuch war es wert.
Gut gestärkt vom Mittagessen fuhr ich gegen 15.30 Uhr erneut auf die Strecke. Doch schon bald merkte ich, dass nicht nur bei den meisten anderen auf der Strecke, sondern auch bei mir die Luft raus war, ich fuhr nicht mehr unter 1.38 min und tatsächlich hatte ich verhängnisvolle Gedanken im Kopf wie „Motorrad ist bis jetzt heil geblieben, riskier das doch jetzt nicht mehr“ usw.... L
Kurz vor Ende des turns beschloss ich, diesen vorzeitig zu beenden und hob die Hand. Ich schaute mich um, ließ die Ideallinie frei und 2 Fahrer vorbei. Ich durchfuhr halbwegs zügig die letzte Kehre vor dem Bergabstück, dann abseits der Linie bergab und schaute mich erneut um. Gerade durch die Kehre im Rechtsknick war ein anderer Fahrer. Da ich erkannte, dass ich ihm zwangsläufig an der schlechtesten Stelle im Weg stehen würde, gab ich wieder Gas um dies zu vermeiden. Ich fuhr zügig in die Senke und war so schnell, dass ich noch in diese gepresst wurde, als plötzlich dieser Typ innen auf den Curbs erschien und sich anlehnte. Wir rasselten gut aneinander. Aber es ging noch so gerade gut. Auf dem Bergaufstück fuchtelte er mit dem Arm, es war aber nicht zu erkennen ob er sich entschuldigte oder fluchte. Jedenfalls hätte er mich fast abgeschossen. Das ist mir in der Form in 4 Jahren Yamaha-Cup und 4 Jahren IDM noch nicht untergekommen. Ich war echt stinksauer.
Jedenfalls stellte ich dann meine R6 wohlbehalten an Box 12 wieder ab und beendete das Ledenon-Event mit einem guten Gefühl und freute mich, dass ich es anscheinend noch nicht verlernt habe! Relativ risikofrei war ich bis auf gut 1 ½ Sekunden an meine Bestzeit aus meiner aktiven zweit gekommen! Die Rennperformance ließ zwar noch zu wünschen übrig, aber was will man nach so langer Zeit beim ersten Event erwarten?

So langsam packten wir unsere Sachen zusammen, machten letzte Fotos und uns gegen 20 Uhr auf gen Heimat. Wir stillten unseren Hunger noch bei Mäcces, tankten bei der zweiten, günstigeren Tanke und fuhren mit unserem Gespann noch bis hinter Dijon. Unterwegs ließen wir noch mal alles Revue passieren und auch Hempf, für den es das erste richtige Rennstreckenevent war, war recht zufrieden.
Groß war die Freude, als ich am Freitag meine Kurze aus der Kita holte, hatte sie doch noch nie so lange auf Ihren Papa verzichten müssen und auch Manu freute sich, dass ich wohlbehalten wieder angekommen war und viel Spaß hatte.
Nach meinem ersten Skiurlaub in den Bergen und der Wiederaufzündung werde ich nun erstmal meine ganze Konzentration in das nächste sportliche Ziel des noch jungen Jahres stecken: Mein ersten Marathon am 4. Mai hier in Düsseldorf. Dafür lief ich dann am Sonntag auch direkt mal meinen ersten 30-km-Lauf, damit der Wochenschnitt von derzeit knapp 60 km nicht wegen der knappen Läufe in Südfrankreich zusammenbricht.
Danach, und das ist sicher, plane ich den nächsten Rennstreckenbesuch. Wo und was es sein wird steht noch in den Sternen. Nach Gesprächen mit Andreas Bild in Ledenon fahre ich vielleicht den einen oder anderen Lauf zum DMSB-Sportbike-Pokal mit. Dafür brauche ich dann nicht unbedingt ein anderes Motorrad, obwohl so eine neue R6 mich doch schon ein wenig reizt...
FAZIT:
- Ich kann es doch noch!
- Es hat irren Spaß gemacht.
- Die BT 002 passen perfekt zu meiner R6.
- Die R6 hat noch immer viiiiiel zu viel Leistung
- Motorradfahren ist anstrengend.
- Ich habe die ganzen Tage kaum mal eine vernünftige Schräglage gefahren und hatte keinen einzigen Rutscher.
- So wenig geschraubt wie in Ledenon habe ich noch nie.
- AB-Fahren nervt auf Dauer.
- Eric ist nicht nur Frühaufsteher, sondern mit 41er Zeiten beim 3. Rennstreckenbesuch auch recht fix auf seiner alten 748.
- Es waren furchtbar viele R4fun’ler vor Ort, die meisten Gesichter konnte man jedoch wider Erwarten sogar ohne Helm ertragen.
- *ich freu mich*
Impressionen:







An der Nase fröstelnd wurde ich morgens wach. Nachdem mein Heizlüfter abends bereits lustige Blitze in die Dunkelheit zauberte hatte er nunmehr den Dienst komplett quittiert. Nun ja, wir waren ja auch nicht in Sibirien sondern in Südfrankreich und von daher war das nicht ganz so schlimm. Ich fühlte mich etwas erholt, alles fühlte sich wieder recht gut an, ich streckte mich, gähnte kurz und begab mich in die Box. Nach einem fröhlichen „Guten Morgen“ an Eric und Blutlos, der noch auf seiner Luma im Schlafsack kauerte, schlürfte ich eine Tasse frisch aufgebrühtes schwarzes Nass und sah vom Frühstückstisch aus schon die leuchtenden LED der TTSL-Reifenwärmer. Danke Eric!
Nach dem Frühstück machte ich mich fertig für den ersten turn des Tages, der wieder um 9 Uhr stattfand. Es war noch sehr kühl und ich wollte es ruhig angehen lassen. Gemütlich fuhr ich raus und schon bald merkte ich, dass es ganz gut lief und meine Linie immer runder wurde. Am Ende dieses Frühmorgenturns hatte ich schon wieder ein paar Zehntel abgefeilt und fuhr 37er Zeiten. Damit hatte ich nicht gerechnet! Alles lief so „easy“, ich war damit nur noch 2 ½ Sekunden über meiner besten Rennrunde von damals und 3 ½ Sekunden über meiner besten Runde 2004 entfernt. Und alles risikofrei. Mehr wollt ich doch gar nicht und mit mehr hatte ich auch wirklich nicht gerechnet!

Instruktorfahren für Blutlos
Ich unterhielt mich mit Stefan #44, den ich am Tag zuvor kennenlernte und der fürs Rennen auf Startplatz 7 und damit fast direkt vor mir stand. Wir nahmen uns beide vor uns im Rennen aus allem rauszuhalten und wenn möglich gemütlich zusammen ein paar Runden zu drehen. Aber es sollte anders kommen....
Um nicht selbst vorm Rennen schon ko zu sein ließ ich den 2. turn direkt mal aus und bereitete das Motorrad noch etwas vor. Die Übersetzung passte etwas besser aber ideal war sie auch noch nicht. Da ich aber klarkam und die Schaltpunkte auch besser passten beließ ich es so wie es war.
Bald war es dann so weit, mein erstes Rennen nach langer Pause sollte bald losgehen. Gedanken machte ich mir um 2 Dinge: Ich hoffte, dass beim Start keiner Blödsinn macht und ich hoffte, dass ich wenigstens halbwegs vom Start wegkomme, denn das Starten mit dem Kitgetriebe mit seinem endlos langen ersten Gang ist mir nur selten gelungen. Dazu steht man in Ledenon auch noch bergauf und wann hatte ich überhaupt das letzte Mal einen Start aus dem Stand gemacht?
Ich bockte die Maschine ab und fuhr zur Boxeneinfahrt. Dort wurde das Starterfeld sortiert und es ging in die Einführungsrunde. Nervös war ich nicht wirklich, nicht mal in der Startaufstellung stieg mein Adrenalinspiegel wirklich.
Nachdem sich das Feld sortiert hatte wurde Reihe für Reihe in die warmuplap gestartet. Fast wie erwartet vollzog meine R6 ein Freudentänzchen, Rädchen hoch, Rädchen runter, Rädchen hoch...
Durch halbwegs beherztes Gasgeben und Bremsen kamen die Reifen in der Runde dann auch wieder auf Temperatur, aufgeregt war ich aber noch immer nicht. Ich wollte ja auch gar nicht gewinnen oder so...
Wir stellten uns in die Startaufstellung, ich stand ganz links. Das Feld hinter mir brauchte noch etwas zum sortieren, ich schaute mich um und schloss das Visier. Jetzt war es so weit, der Rennleiter auf dem Turm hob langsam die Flagge, die Drehzahl von fast 30 Motorrädern schnellte hoch, die Flagge wurde gesenkt und ab ging es. Wieder vollzog meine R6 das Rauf-runter-rauf-Spielchen und mindestens eine komplette Startreihe zog noch vor der ersten Kurve an mir vorbei. Egal, ich bin doch nur zum Spaß hier. So, erst mal sortieren, fein, alles geht gut in der ersten Runde. Von Stefan #44 leider nichts zu sehen, er war irgendwo doch etwas besser weggekommen als ich. Schade. Ich folgte einer GSXR. Was war das? Da vorne, 30 Meter vor der Gixxe war doch Jochen JR6? Das geht doch mal gar nicht. Hm, wie komme ich denn jetzt am Geschicktesten an der Suzi vorbei? Bremsen kann er ja, das wird mir zu eng. Ah! Die Kehre vor dem Bergabstück, da stimmt seine Linie nicht. Perfekt, auf dem Bergabstück schnupf ich ihn auf. Jochen ist aber schon auf der SZ-Geraden verschwunden. Ich jagte die Laaks-R6 den Berg rauf und sehe ihn weit entfernt vor mir. Dicht vor ihm, das musste Markus Krause mit der Einspritzer-R6 sein. Ich öffnete das Visier, zog das Messer aus der Tasche, nahm es zwischen die Zähne, setzte die Hörner auf und machte mich auf die Verfolgung. Ende SZ unterquerte ich die Brücke, ließ es weiterlaufen, lupfte die Bremse, schaltete zurück, knickte ab in die triple, drückte die R6 in tiefe Schräglage und machte die ersten Meter gut. Beim Umlegen zum ersten Bergabstück stieg das Vorderrad leicht hoch, beim Rausbeschleunigen aus der Kehre stieg sie sofort wieder und nach dem Hochschalten erneut. Extrem spät bremste ich die Linkskehre an. Mein Gott, so schräg bin ich die Kurve seit 4 Jahren nicht mehr gefahren. Perfekt erwischte ich die Kuppe of death und jagte mit einem Wheely in die Tiefe. Kurz nach dem orangen Pylonen lupfte ich die Bremse und knickte nach rechts ab. Ich sah JR6 den Berg hoch verschwinden und hatte wieder reichlich Meter gut gemacht. Das Blut tropfte von meinen Lippen und ich biss fester zu. Berghoch, durch den Linksknick, die beiden waren gerade durch die Kehre, mir wurde die Strecke rechts knapp, aber es passte wieder fast perfekt. Ein kurzer Gasstoß, kurz drauf die Bremse gelupft, wieder eine ideale Linie in der Kehre, warten, warten uuuuund: GAS! Ich jagte den Berg runter, die beiden waren nicht mehr weit entfernt. Kurz vor dem letzten Knick heftig in die Bremse gegriffen, 2 Gänge zurück und schon wurde ich in der Senke zusammengepresst. Mit tänzelndem Vorderrad kam ich auf die SZ-Gerade. Ich kam immer näher, doch plötzlich sah ich die rote Flagge. AAAAaaaargh!!!!! So ein Mist. Abbruch. Ich rollte die Runde zuende und fuhr vor die Box. Ich schaute auf den laptimer. 1.36,1 min. Uff! Nicht schlecht der Specht!
Aber was nun? Die anderen fuhren wieder zum Vorstart. Ok, dann noch mal. Das Prozedere begann von vorne: Einführungsrunde, Startpositionen beziehen, Warmuplap, Start.
Diesmal kam ich ganz gut weg und konnte meinen Startplatz etwa halten. Kurz vor mir zwei mir unbekannte Fahrer und Stefan # 44. Och, vielleicht können wir ja doch zusammen fahren? Ich überholte einen der vor mir Fahrenden, als Marcus Krause auf seiner Einspritzer-R6 mich überholte. Ich dachte noch, was hat er denn vor, als er, anscheinend etwas nervös, sich Ende SZ verbremste und geradeaus Richtung Kies fuhr. Etwas irritiert und „drumherumfahrend“ verlor ich bei der Aktion den Anschluss an die vor mir fahrende Kawa und ab da war irgendwie die Luft raus. Ich fuhr ein einsames Rennen und hatte nach hinten und vorne viel Platz. Mit niedrigen 37er Runden wurde ich dann als 12. nach den restlichen 4 Rennrunden im Ziel abgewunken.
Da wir planten noch abends die ersten 500 km Richtung Heimat zu fahren, konnte ich auch heute nicht abends laufen gehen und so beschloss ich, dies in der Mittagspause zu tun. Flugs umgezogen und ab auf die Piste. 2 Runden hatte ich geplant. Nach der ersten Runde hatte ich mit dem mich wild anfeuernden NoFearChris einen Zuschauer gefunden, der mich zu höheren Leistungen anfeuerte.

2 Runden laufen mit Polar-Datarecording (nicht kalibiert) auf dem Circuit Ledenon
Da die Sonne dabei schien, genoss ich bei diesem Lauf das Panorama der Strecke und sah auch was für schöne lila und gelbe Blumen neben den Kiesbetten blühten, wie einzelne Bäume gegen Einschlag von Rennfahrern abgesichert wurden, aber am geilsten war der Blick über die Strecke nach der Kuppel of death und zur Senke vor Start/Ziel. Ich ärgerte mich ein wenig, dass ich keine Knipse dabei hatte.
Um 15 Uhr war dann die Siegerehrung, bei der ich doch glatt für meinen 12. Platz einen netten kleinen Pokal bekam.

Heilig's Blechle
Nachmittags sollten noch 2 turns anliegen, die ich auch beide fahren wollte. Schließlich hatte ich anno 2004 auch in den letzten turns nach den Rennen meine Bestzeit noch deutlich senken können. Einen Versuch war es wert.
Gut gestärkt vom Mittagessen fuhr ich gegen 15.30 Uhr erneut auf die Strecke. Doch schon bald merkte ich, dass nicht nur bei den meisten anderen auf der Strecke, sondern auch bei mir die Luft raus war, ich fuhr nicht mehr unter 1.38 min und tatsächlich hatte ich verhängnisvolle Gedanken im Kopf wie „Motorrad ist bis jetzt heil geblieben, riskier das doch jetzt nicht mehr“ usw.... L
Kurz vor Ende des turns beschloss ich, diesen vorzeitig zu beenden und hob die Hand. Ich schaute mich um, ließ die Ideallinie frei und 2 Fahrer vorbei. Ich durchfuhr halbwegs zügig die letzte Kehre vor dem Bergabstück, dann abseits der Linie bergab und schaute mich erneut um. Gerade durch die Kehre im Rechtsknick war ein anderer Fahrer. Da ich erkannte, dass ich ihm zwangsläufig an der schlechtesten Stelle im Weg stehen würde, gab ich wieder Gas um dies zu vermeiden. Ich fuhr zügig in die Senke und war so schnell, dass ich noch in diese gepresst wurde, als plötzlich dieser Typ innen auf den Curbs erschien und sich anlehnte. Wir rasselten gut aneinander. Aber es ging noch so gerade gut. Auf dem Bergaufstück fuchtelte er mit dem Arm, es war aber nicht zu erkennen ob er sich entschuldigte oder fluchte. Jedenfalls hätte er mich fast abgeschossen. Das ist mir in der Form in 4 Jahren Yamaha-Cup und 4 Jahren IDM noch nicht untergekommen. Ich war echt stinksauer.
Jedenfalls stellte ich dann meine R6 wohlbehalten an Box 12 wieder ab und beendete das Ledenon-Event mit einem guten Gefühl und freute mich, dass ich es anscheinend noch nicht verlernt habe! Relativ risikofrei war ich bis auf gut 1 ½ Sekunden an meine Bestzeit aus meiner aktiven zweit gekommen! Die Rennperformance ließ zwar noch zu wünschen übrig, aber was will man nach so langer Zeit beim ersten Event erwarten?

So langsam packten wir unsere Sachen zusammen, machten letzte Fotos und uns gegen 20 Uhr auf gen Heimat. Wir stillten unseren Hunger noch bei Mäcces, tankten bei der zweiten, günstigeren Tanke und fuhren mit unserem Gespann noch bis hinter Dijon. Unterwegs ließen wir noch mal alles Revue passieren und auch Hempf, für den es das erste richtige Rennstreckenevent war, war recht zufrieden.
Groß war die Freude, als ich am Freitag meine Kurze aus der Kita holte, hatte sie doch noch nie so lange auf Ihren Papa verzichten müssen und auch Manu freute sich, dass ich wohlbehalten wieder angekommen war und viel Spaß hatte.
Nach meinem ersten Skiurlaub in den Bergen und der Wiederaufzündung werde ich nun erstmal meine ganze Konzentration in das nächste sportliche Ziel des noch jungen Jahres stecken: Mein ersten Marathon am 4. Mai hier in Düsseldorf. Dafür lief ich dann am Sonntag auch direkt mal meinen ersten 30-km-Lauf, damit der Wochenschnitt von derzeit knapp 60 km nicht wegen der knappen Läufe in Südfrankreich zusammenbricht.
Danach, und das ist sicher, plane ich den nächsten Rennstreckenbesuch. Wo und was es sein wird steht noch in den Sternen. Nach Gesprächen mit Andreas Bild in Ledenon fahre ich vielleicht den einen oder anderen Lauf zum DMSB-Sportbike-Pokal mit. Dafür brauche ich dann nicht unbedingt ein anderes Motorrad, obwohl so eine neue R6 mich doch schon ein wenig reizt...
FAZIT:
- Ich kann es doch noch!
- Es hat irren Spaß gemacht.
- Die BT 002 passen perfekt zu meiner R6.
- Die R6 hat noch immer viiiiiel zu viel Leistung
- Motorradfahren ist anstrengend.
- Ich habe die ganzen Tage kaum mal eine vernünftige Schräglage gefahren und hatte keinen einzigen Rutscher.
- So wenig geschraubt wie in Ledenon habe ich noch nie.
- AB-Fahren nervt auf Dauer.
- Eric ist nicht nur Frühaufsteher, sondern mit 41er Zeiten beim 3. Rennstreckenbesuch auch recht fix auf seiner alten 748.
- Es waren furchtbar viele R4fun’ler vor Ort, die meisten Gesichter konnte man jedoch wider Erwarten sogar ohne Helm ertragen.
- *ich freu mich*
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ACHTUNG! Bis auf Widerruf leider keine Annahme von Reifenwärmerreparaturen mehr.
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Wenn das Leben dir nur Zitronen anbietet, ja dann frag doch einfach noch nach Salz und Tequila!
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- SP-12 Harry Offline
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Toller Bericht Martin...danke!!
Gruss Harry , die Comeback-Schlampe
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"Vier Räder transportieren deinen Körper - Zwei Räder deine Seele!" (geklaut!)
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- pofpof Offline
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Super Bericht Martin, da kann man alles nachfühlen
Es freut mich für Dich vor allen Dingen, dass es keinen Schrott gegeben hat, denn das ist bei der Premiere am nervigsten. Und dann natürlich auch Deine gute Rundenzeit ...
Ich habe auch schon festgestellt, mit dem Aufzünden ist das wie mit dem Radfahren ... das verlernt man auch nach ein paar Jahren Pause nicht
Es freut mich für Dich vor allen Dingen, dass es keinen Schrott gegeben hat, denn das ist bei der Premiere am nervigsten. Und dann natürlich auch Deine gute Rundenzeit ...
Ich habe auch schon festgestellt, mit dem Aufzünden ist das wie mit dem Radfahren ... das verlernt man auch nach ein paar Jahren Pause nicht
- Hans_Baerbel Offline
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