Mein Umstieg in die Welt der Supermotos

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Tead
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Mein Umstieg in die Welt der Supermotos

Beitragvon Tead » Freitag 19. Juli 2019, 19:12

Moin zusammen.

2018 im Suzuki GSXR Cup war mein vorerst letztes Jahr auf großen Rennstrecken.
Job, Familie und Zukunftsplanung lassen das Zeit- aber vor allem Geldintensive Rennstrecken fahren nicht mehr ganz zu - was in Ordnung ist.
Aber ganz ohne 2 Räder geht es dann ja doch nicht :wink:

Mein Bruder ist seit 2015 auf Supermotos unterwegs und lag mir damit schon ewig und drei Tage in den Ohren, ich solle endlich mal mitkommen.
Meine bisherige Supermoto Erfahrung belief sich auf zweimal Supermoto Jedermann in rutschigen Karthallen, was sich bescheiden anfühlte und ich es deswegen nie weiter verfolgt hatte. Die Sitzposition fühlt sich komisch an, das Bein wegzustrecken erst recht.
2018 hat Stefan (Bruder) es dann aber doch geschafft: das erste Mal Supermoto in Wittgenborn, einer Kartbahn mit einer Husaberg FE 501.
Wie nicht anders zu erwarten, macht es auf "anständigem" Asphalt dann doch Spaß. Zwei Räder, Motor, Kurven quer anbremsen und für die kleinen engen Kurse auch genug Leistung.
Ich mach es kurz, keine zwei Monate später nannte ich eine Husqvarna FS 450 mein eigen.
Für meine Fähigkeiten völlig übertuned. Komplette Öhlins Gabel, Federbein, Suter Schwinge, Quickshifter, Doppelscheibenbremsanlage etc. etc. Quasi nen Werksmotorrad
Kann ich zwar alles nur halb einsetzen, aber geil ist es trotzdem und so kann ich mich auf mich konzentrieren und weiß das es garantiert an nix anderem als an mir liegt :wink:
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Nach dem ein oder anderen Training auf Asphalt kam ich auch schnell zurecht. Man könnte ja auch hang off fahren, aber da man ja dazu lernen will, wollte ich auch mal die typische Supermoto Beinstreckerei probieren und mich daran gewöhnen. Nur um kurz danach erklärt zu bekommen: Lass die Füße auf den Rasten. Kurz zum anbremsen vllt runter, aber sobald Gas anliegt, gehören die Füße auf die Rasten. Na gut :)

Trainings sind ja schön und gut, aber für mich gehört zum Sport auch immer ein Wettkampf Charakter.
Rennen müssen her.
Da Gibt es bei den Supermoto Jungs nicht ganz so viel Auswahl - oder ich finde nix.
Am Harzring kann man den Forest Cup fahren, ähnlich wie nen Speer Regio Cup.
Eine Strecke, 4 oder 5 Rennwochenenden im Jahr. Für den Anfang wäre das garnicht so schlecht gewesen, aber neeeeeein, warum einfach wenn es auch bekloppt geht :alright:

Supermoto IDM.
6 Rennwochenenden, 5 Strecken, 7 Klassen.
S1 bis S5, Ü40 und Junioren.
Die S1 ist die schnellste, ähnlich wie die Superbike IDM. Danach S2 was am ehesten mit Markencups wie dem R6 Cup oder Suzuki GSXR Cup etc. zu vergleichen ist. Hier geht es auf Amateur Ebene schon richtig richtig schnell zur Sache.
Danach kommt die S3. Im Schnitt grob 1-2 Sekunden langsamer als die S2 geht es auch hier richtig rund.
S4 ist die, sagen wir mal, ambitionierte Einsteiger Klasse (Vorsicht, auch hier wird ordentlichst am Kabel gezogen) und anschließend die S5 - für jeden der mal Rennluft schnuppern will.
Ü40 für die verrückten "alten" :D und Junioren erklärt sich von selbst.

Um ein bisschen Erfahrung im ersten Jahr zu sammeln, die Strecken kennen zu lernen und vor allem Skill im immer dazu gehörenden Offroad zu gewinnen war klar in welcher Klasse man starten sollte. Außer man ist bissl doof.
Und so schrieb ich mich in der Klasse S3 ein :axed: :lol: :roll:
Ganz soooo unüberlegt kam die Entscheidung aber nicht. Auf dem Asphalt war ich bereits dem ein oder anderen S4 Fahrer begegnet und hatte keine Probleme dran zu bleiben bzw. auch schneller zu sein.
Nun ging ich davon aus das ich im Offroad 3-4 Sekunden verlieren würde, aber ja schließlich im Jahr an Erfahrung gewinnen und so vielleicht näher rankommen würde. Konnte ja keiner ahnen das die alle völlig irre sind :lol: :lol: :lol:

1. IDM Lauf: Harsewinkel
Anreise Freitag Abend, Harsewinkel ist nur 130km entfernt, schade das man dort nur so selten fahren darf.
Das Fahrerlager ist bedeutend kleiner als das was man als Rundstrecken Fahrer so gewohnt ist, aber irgendwie passen dann doch alle rein.

In der S1 starteten 17 Fahrer, S2 geht mit 32 Fahrern an den Start, die Klasse S3 in der ich starte mit 36, S4 ebenfalls mit 36 Startern ausgebucht, genauso wie die Ü40 Klasse und dann auch noch Junioren und Rookies.
Und alle in einem Fahrerlager das bedeutend kleiner als das in Schleiz ist.
Für die S5 war hier leider kein Platz.

Das ganze Wochenende war eher schlechtes Wetter angesagt. Ein Traum, da ich ja so unfassbar gerne im Regen fahre :D
Samstag morgen dann ein etwas verwirrend, strahlend blauer Himmel.
1. freies Training mit Slicks, Traumhaft.
Harsewinkel hat es übrigens in sich - dachte ich zu dem Zeitpunkt noch :D hach ja...
Vor dem IDM Lauf gab es mal die Möglichkeit dort zu trainieren, was ich auch getan habe.
Der Offroad besteht in Harsewinkel aus einer Zement-Schotter-Dreck Mischung und ist quasi ein Flattrack. Keine Anlieger, im 2. Gang rausbeschleunigen bis in den 4. oder 5. Gang, Topspeed bei mir etwa 120, S1 über 135 und dann im Drift durch die Linkskurve fahren... ja ne is klar.
Nach FP 1 sollte der Wetterbericht dann aber doch recht behalten und es begann zu regnen.
Also Regenreifen montiert und ins zweite von zwei freien Trainings.
Wie soll ich es sagen... wenn die Sandbahn im trockenen schon krass ist, im Regen ist es nicht mehr in Worte zu fassen - dachte ich zumindest bis zum Quali...
Denn was im Training nur durchtränkt und nass war, war im Quali von Wasser gesättigt und lief quasi über. Aquaplaning inklusive beim Versuch zu beschleunigen :D Mein topspeed sank auf etwa 90-95kmh
Egal ob wenig Gas oder Vollgas, die Fuhre steht ständig schief, beim Versuch geradeaus zu fahren versteht sich.
Sicht gleich null, denn der Vorteil wenn alle anderen im Feld schneller sind, man wird ständig überholt und mit der Zement Mischung zugebombt und sieht nix mehr :D
Nachdem ich das gesamte Quali mit 1.25er und 26er Zeiten rumgerollt bin (vorne fuhren sie währenddessen 15er Zeiten), habe ich mir dann für die letzte Runde doch mal ein Herz gefasst und mal "was riskiert".
Platz 30 von 36 mit einer 21er Zeit war das Ergebnis. Ich war recht zufrieden. Wer meine Regenfähigkeiten kennt, wird das nachvollziehen können.

Sonntag morgen warm up, Sandbahn aus irgendeinem Grund noch weniger Grip als im Quali vorher, dafür war aber 95% des Asphalts abgetrocknet.
Jetzt musste überlegt werden. Alles auf Regenreifen lassen? Hinten Slick drauf? Beides?
Die Bedingungen wurden besser und besser, aber es war mir nicht geheuer in dem Offroad mit Slicks unterwegs zu sein.
Also blieb ich komplett auf Regen.

Der Vorstart ist in der Supermoto IDM top organisiert.
Alle Fahrer stehen in der "Boxengasse" bereits auf ihrem Startplatz. Dann werden immer Wellen von 4 Fahrern auf die Strecke in die Startaufstellung gelassen.
Dort dann alles wie immer. Eine Warm up, dann Rennstart.
Hier ist aber doch wieder etwas anders.
Man steht in 4er Reihen und viel, viel, viel enger zusammen.

Im ersten Rennen auf Regenreifen so schnell wie im 1. freien Training auf Slicks, kam am Ende Platz 31 raus.
Im zweiten Rennen dann auf Slicks und bei top Bedingungen lag ich nach gutem Start lange auf 23, wurde dann aber aufgrund meiner unglaublichen "Eco-Modus-wir-retten-die-Umwelt-und-geben-kein-Gas" Offroad Leistung, noch von 4 Fahrern überholt.
Am Ende Platz 27, neue pers. Bestzeit mit 1.09,6min und ein wirklich geiles Rennen gehabt.
Die Spitze ist 6er und 7er Zeiten gefahren. Ich war zufrieden :) Ich ging ja auch noch davon aus das der Offroad hier in Harsewinkel eine Ausnahme ist und ich auf "normalerem" Offroad besser zurecht kommen werde :lol: :lol: :lol: :lol:

Der Nächste Lauf fand für mich in St. Wendel statt, Großenhain konnte ich beruflich nicht teilnehmen.

Hier noch ein zwei Bilder vom Offroad aus Harsewinkel, aber nicht von mir:

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Re: Mein Umstieg in die Welt der Supermotos

Beitragvon Tead » Freitag 19. Juli 2019, 19:36

Der zweite Lauf Großenhain fiel für mich aus und für alle anderen wieder ins Wasser - es schüttete wie aus Eimern und der Offroad muss unfassbar matschig gewesen sein.
Nicht unendlich traurig diesmal nicht im Matsch spielen zu dürfen, fand der 3. Lauf der IDM in St. Wendel statt.
Ein Stadtkurs, ähnlich dem Fischereihafen Rennen.

Hier wird ein Teil des Gewerbegebietes, ein Parkplatz, Offroad und dann ein Oval um einen Skatepark abgesperrt und zur Rennstrecke erklärt :lol:
Da sich meine Streckenkenntnis erneut auf null begrenzte, ich in der Zwischenzeit nicht einmal fahren war, konnte es ja nur großartig werden :alright:

Streckenbegehung zu Fuß, vor allem der Offroad interessierte mich.
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Der Eingang des Offroads - oder wie ich ihn liebevoll bezeichne - die Rampe zum Mond

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Anlieger 1 - innen oder außen. Ich entschied mich für außen

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Anlieger 3 - von Nr. 2 links herum gibt es kein Bild. Auch hier gibt es wieder eine innen und außen Linie.

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Offroad Ausgang nach 3. Gang Sprung und sofort rechts herum, damit die Reifen auch ja nicht sauber werden :D

Im gesamten Offroad gab es zwei Linien.
Über die Rampe zum Mond, Anlieger 1 innen oder außen links herum, nochmal innen oder außen links, dann Anlieger rechts herum, ebenfalls wieder innen oder außen und dann der Sprung raus.

Der Vorteil wenn man sich völligst ohne Plan nen Offroad anguckt und so ne Rampe sieht: die Offroad Schrumpf Cojones sind schon vor der ersten Fahrt auf ein Minimum geschrumpft.

Ich mach es kurz:
Qualifiziert auf 33 von 36 mit über einer Sekunde Rückstand auf Platz 32 :alright:
Rennen 1 Platz 31 von 35 ins Ziel gekommenen, Zeit zwar verbessert aber noch immer deutlich zu langsam.
Selbst im onroad Oval wollte sich kein Vertrauen einstellen. Keine Auslaufzone und relativ schnell in maximaler Schräglage - keine Kombination die meinem Sicherheitsempfinden entspricht :shock:
Rennen 2 Platz 29 von 32 mit Sturz im Offroad.
Tipp am Rande: Wenn der Anlieger vorbei ist, muss man aufhören diesen zu fahren. Sonst fliegt man einfach nur hoch und weit :lol: Wer konnte denn damit rechnen :lol: :oops:

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Re: Mein Umstieg in die Welt der Supermotos

Beitragvon Tead » Freitag 19. Juli 2019, 19:38

Am 6. und 7.7. stand der nächste Lauf der Supermoto IDM an.
Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, war es eine unfassbar großartige Idee ohne auch nur eine Strecke zu kennen oder Offorad Fähigkeiten zu besitzen, in der Klasse S3 zu starten :D
In St. Wendel brav mit Abstand hinterhergefahren, sah Schaafheim auf den Videos schon richtig genial aus.
Nach der ersten Streckenbegehung am Samstag morgen und Besichtigung des Offroads wurde mir klar das es auch hier wieder kein großes Vergnügen wird :D
Das die Supermoto Jungs alle positiv bekloppt sind, hatte ich mittlerweile festgestellt.
Aquaplaning in Harsewinkel, Wasserfälle in Großenhain, Absprünge in St. Wendel mit der Rampe zum Mond und jetzt in Schaafheim ein Sprung der einen nun wirklich bis zum Mond katapultieren möchte.
Nachdem die kurze aber extrem steile Auffahrt in St. Wendel gescheitert war wenigstens einen von uns bis zum Mond zu schießen, kam nun also der Table in Schaafheim.

Der Plan sah so aus:
Im 2. Gang rausbeschleunigen, bergab hoch in den dritten und mit Vollgas und so viel Schwung auf den Absprung des Tables zufahren, das nur der Mond das Ziel sein konnte.
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Womit der Table aber nicht gerechnet hat, sind schlagartig im Offroad schrumpfende cojones.
Also hüpfte ich statt mit Mach 3 eher mit Mach 0,003 ab und landete brav mitten auf dem table und fuhr von da weiter.
Der folgende Sprung war nicht mehr schlimm und so rollte ich munter durch den Offroad.
Da die besagten alle völlig verrückten Supermoto Jungs wie die Berserker über solche Table springen, hat das ganze natürlich auch unendlich viel Zeit gekostet.
So reihte ich mich wie auch zuvor brav im letzten Teil des Feldes ein, leider auch wie zuvor in St. Wendel mit etwas Abstand aufs restliche Feld. Nur mein treuer Gefährte C. Melchers blieb bei mir ;D
Er ist, bevor er mich getroffen hat, noch nie ein Rennen gefahren, hat ungefähr die gleiche Offroad Erfahrung und hielt es nach einigen suuuuper Argumenten auch für ne tolle Idee direkt in der S3 statt S4 zu starten :D
Das Rennwochenende ging also wie immer zu Ende, im zweiten Rennen gelang es mir aber den Anschluss ans Feld zu finden.
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Weiter mit Oschersleben - das war mal richtig geil!

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Re: Mein Umstieg in die Welt der Supermotos

Beitragvon Tead » Freitag 19. Juli 2019, 19:52

Oschersleben oder wie viel Glück kann man mit dem Wetter eigentlich haben?

Natürlich. Ich bin endlich mal sowas ähnliches wie "eingefahren" auf der Supermoto, da ja nur eine Woche vor Oschersleben das Rennen in Schaafheim war.
Aaaaaber: Regen angesagt.
Optimistisch wie ich bin, Regenreifen einpacken, aber mal vorsichtshalber nicht aufgezogen.
Es blieb aber tatsächlich trocken :shock:
Das gesamte Wochenende war es zwar bewölkt und der drohende Regen über uns, aber die Wolkendecke hielt und öffnete erst Samstag Abend ihre Pforten.

Also zur Strecke:
Wie immer kannte ich die Strecke nicht, es gab ja auch nur 3 Events vor dem IDM Lauf, sozusagen unmöglich hier vorher zu trainieren.
Da C. Melchers und ich aber beschlossen hatten das Streckenkenntnis und Offroad üben Wettbewerbsverzerrung ist, kamen wir auch hier ohne die geringste Ahnung hin.
Streckenbegehung diesmal schon Freitag, aber hier war etwas anders.
Der Onroad Teil der Strecke sah unfassbar genial aus.
5. Gang Ende S/Z, zwei Gänge runter, kleiner Rechtsknick und dann in eine lange, aufmachende links in der man hoch in den 4. schalten muss.
Anschließende Schikane im 2., kurz hoch in den dritten, direkt wieder runter in den 2. Gang und quer in die 180° Kehre rechts, dann 180° links und weiter Richtung Offroad.
Ein Traum. Alles irgendwie nen ticken schneller als die Strecken zuvor, die Kurven flüssiger und nicht so mega eng zu fahren.
Der Offroad wirkte überraschend normal. Ja man springt zwar kurz vom asphaltierten Teil in den offroad, aber das geht entspannt. Mini rechts gefolgt von einer etwas engeren links, dann den Hahn ordentlich spannen, kleiner Sprung und rein in einen langen links Anlieger. Wenn man keine Offroad Schrumpfcojones hätte, könnte man hier sogar richtig schnell durchfahren.
Nach dem Anlieger kommt ein kurzes Stück bergauf in den deutlich höheren Sprung als er wohl normalerweise hier in Oschersleben ist.
Kurzes geschlängel den Berg runter und durch staubige und nicht befestigte Erde wieder raus auf den Asphalt.
Fährt sich übrigens absolut traumhaft so nen Offroad mit Slicks.... ;)
Nach der Begehung keimte schon so etwas wie Hoffnung, die Strecke wirkte so... normal.
Da ich aber null Plan habe, wartete ich mal den ersten Turn am Samstag ab.
Dieser wurde auch direkt nach einer Runde abgebrochen, massig Streckenerfahrung also gesammelt. Später konnten wir aber nochmal raus, sodass ich wenigstens 6 Runden geschafft hatte.
Zeiten schon jetzt merkwürdig "nah" am Feld. Garnicht die üblichen 40 Sekunden Abstand.

Ich muss etwas ausholen.
Die Motorradfahrerei mache ich ja jetzt auf der Rennstrecke seit 2009, angefangen mit dem R6 Cup.
Aber seit 2014 war irgendwie der Wurm drin. Das letzte bisschen Spaß auf dem Motorrad fehlte. Im Fahrerlager mit z.B. Chris Schmid 2018 war es großartig, aber auf dem Motorrad fehlte etwas. Es war schon noch irgendwie cool, aber es fuhren viele andere Gedanken mit mir.
Dieses Jahr habe ich mit bouldern und klettern angefangen und gehe damit seither meinen Mitmenschen auf die Nerven. Vor allem Melchers ist schon völlig verzweifelt, warum ich nur noch vom bouldern rede und nicht mehr vom Motorrad fahren.
Vor Ort an den Rennstrecken darf ich jetzt nicht mehr darüber reden :(
Aber warum erzähle ich davon.

Es schien als würde dieses Wochenende etwas anders sein.
Die Strecke war genial, der Offroad menschlich.
Vielleicht war es auch der Spirit des Fahrerlagers in Oschersleben, eine Strecke an der ich gefühlt mehr Runden gedreht habe, als ich zählen könnte.
Kurzum: ich fühlte mich sau wohl.
FP 2 konnte ich wieder eine Verbesserung von fast 4 Sekunden erzielen und dann stand das Quali an.
Ich bin normalerweise kein Quali Mensch und dennoch auch hier wieder eine Verbesserung von 4 Sekunden.
Ich war mit 0.5 Sek Rückstand direkt am Feld und konnte mal jemanden hinter mir lassen :D
Abstand schnellste Runde zur schnellsten Runde der Spitze 5.6 Sekunden.
Kleine Anmerkung am Rande:
In Harsewinkel waren es 6.3 (im Regen)
St. Wendel 6.5 und Schaafheim *flüster* 13.3 :D
(Keine Panik, im ersten Rennen war der Abstand der schnellsten Runde "nur" noch 9 Sekunden, im zweiten Rennen mit verkürztem Offroad 4.4)

Weiter im Text. Ich war irgendwie in "Schlagdistanz".
Liest sich jetzt vielleicht nicht ganz so tragisch, ich war damit aber trotzdem auf Platz 30 von 32 Startern. Waaaaahnsinn :D
Das erste Rennen stand an und die positive Energie aus dem Quali mitnehmend, war ich heiß wie Frittenfett wie auch die Läufe zuvor nen geilen Start hinzulegen und dann mit dem Feld mitschwimmen zu können.
Ja denkste, Sturz direkt vor mir, ausweichen durchs Gras: Letzter. Bam. Es läuft.
Aber da sich in der Schikane eh alles staute, konnte ich zumindest die kleine Lücke wieder zufahren und war am Feld dran.
Am Ende stand Platz 28 von 31 ins Ziel gekommenen auf dem Plan, erneute Verbesserung um knapp eine Sekunde und nicht überrundet! Yay :D :D

Sonntag Rennen 2.
Ich war so motiviert wie seit 2014 nicht mehr. Neue Reifen vorne und hinten. Der erste neue der Saison für vorne und der zweite für hinten.
Das Ziel war klar: keiner stürzt vor mir, ich starte gut und bin im Mittelfeld, verbessere meine Zeit nochmal um 3 Sekunden und zack: bestes Rennen allerzeiten.
Rennen geht los, ich starte genial, bin nach dem Start irgendwo auf Platz 20, nach der Schikane wohl nochmal ein paar Plätze weiter vorn. Zack, Sturz vor mir, ich muss ausweichen, springe über diese komischen Gelben Streckenbegrenzungen, fahre in den Reifenstapel und bin: letzter. Es läuft.
Erneut dem Feld hinterher und werde am Ende 27. von 31.
2.5 Sekunden verbessert, damit Zeiten grob von Platz 20 gefahren und meeeeeeega Spaß gehabt.
Absolut geiles Rennen, so viel Spaß hatte ich seit Ewigkeiten nicht mehr auf dem Moped. Es scheint als wären die Motorradgeister in mich zurückgekehrt.
Sogar so viel das ich demnächst mal ein Offroad Training machen werde :lol:

Das nächste und letzte Rennen für mich ist wieder in Harsewinkel, hoffentlich diesmal trocken :)

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Re: Mein Umstieg in die Welt der Supermotos

Beitragvon ToTTi » Freitag 19. Juli 2019, 20:17

Sehr cool geschrieben.
Bei mir war der Werdegang mangels Strecken umgekehrt
Viel Spaß und viel Erfolg!!

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Re: Mein Umstieg in die Welt der Supermotos

Beitragvon Big Daddy » Freitag 19. Juli 2019, 20:56

Tja Tead, irgendwie lande auch ich immer wieder bei den Sumo`s :D
Über sämtliche Japanischen Reihenvierer zur RC8-R, von dort aus zur EXC 450 Supermoto, zurück auf die 1290 Super Duke um letztendlich auf einer 690 SMC-R zu landen.

Die 690 deswegen, weil sie eine der wenigen Kompromisse ist, mit der man relativ vernünftig Strasse + Kartbahn fahren kann (natürlich keine Rennserien oder sowas)

Schau dir mal Cheb an, ist echt ganz spassig und du kannst wählen zwischen Asphalt only oder auch mit Offroadanteil!

Also bleib schön im Sattel (was beim Supermoto eher schwierig ist) und halte uns weiter auf dem Laufenden...
Vergiss niemals wer du bist, wo du herkommst und wo du hingehörst!!!

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Re: Mein Umstieg in die Welt der Supermotos

Beitragvon Chris » Freitag 19. Juli 2019, 22:04

Klingt nach Spaß

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Re: Mein Umstieg in die Welt der Supermotos

Beitragvon FrontPlayer » Samstag 20. Juli 2019, 10:02

Da sind zum Teil schon richtige "Männer"-Table dabei :-O
Suzuki GSX-R 750 Cup 2013 (1 Sieg)
Deutscher Langstrecken Cup 2014 (Vize Kl. 2; 1 Sieg)
Reinoldus Langstrecken Cup 2014 (2 Siege)
Van Zon Sprint Cup 2018 (Meister; 4 Siege)
Van Zon Sprint Cup 2019 (Meister; 4 Siege)
German Twin Trophy Stock 2019 (Vize)

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Re: Mein Umstieg in die Welt der Supermotos

Beitragvon Vincent » Samstag 20. Juli 2019, 17:16

Wirklich toller Bericht. :icon_thumleft :icon_thumright

Ich habe vor 2 Jahren auch den Gedankengang durch gemacht neben der großen Rennstrecke auch die kleinen Rennstrecken unsicher zumachen. Habe mich damals auch im entsprechenden Forum angemeldet um mich mehr zu informieren.
Leider ist das Forum ziemlich tot, wenig Rückmeldung auf Anfängerfragen und auch die Anmeldungen für freie Trainings in Staatskanal, Emmen und Harsewinkel verläuft irgendwie wenig offiziell.
Letztendlich hat mir die fehlende Professionalität gefehlt. Zeitmessung, Fahrerlager, Veranstalter, Strecken, Fun Rennen, etc... Also habe ich den SUMO Gedanken verworfen und mich beim MotoCrossClub angemeldet, wo ich 15-20 mal im Jahr mein Runden drehe. 120€ im Jahr und man darf 2 mal die Woche auf die Bahn. Inklusive Vereinsfeier. Das ist mal Preiswerter Motorsport.
Das sollte man mal für Oschersleben einführen :-D

Das was mir gefehlt hat, ist wohl im Rahmen der SuperMoto IDM ganz anders. Dein Wechsel ist nachvollziehbar vor allem aus Kostengründen. Ich denke 10k€ sind beim ambitionierten Rennstrecke fahren nicht übertrieben eingeplant. Wenn man das mal auf die Runde oder Kilometer runterbricht, fragt man sich echt ob es das wirklich Wert.

Ich wünsche dir viel Spaß und so schnell wie sonst bist, wirst du auch bald ganz Vorne mitfahren. :band:

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Re: Mein Umstieg in die Welt der Supermotos

Beitragvon der Blinde » Samstag 20. Juli 2019, 17:34

Freut mich das es Dir auf einer Sumo auch Spaß macht.
Ich fahre schon seit 2013 beides und auf der Sumo macht es mir immer noch am meisten Spaß.


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