Projekt: Minitwin Rennsemmel

Der Bereich für Eure Projekte, Um- und Aufbauten. Auch Tips und Tricks zu Feinheiten, aber keine Standardthemen wie: so wechselte ich die Bremsbeläge.

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cider101
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Projekt: Minitwin Rennsemmel

Beitragvon cider101 » Dienstag 22. Oktober 2019, 22:04

Im August hatte ich so Visionen und ein paar Stimmen in meinem Kopf haben mir gesagt: "Du brauchst wieder mal was zum Schrauben - zum Beispiel so ein kleines Rennrad abseits des 200ps Wahns". Die inneren Stimmen haben angehalten - obwohl da auch externe warnen die meinten: "Nein - da kommt nicht nochmal ein Mopped in Deine Garage." :smackbottom: Hmmm was soll ich sagen - die inneren Stimmen waren überzeugender und haben gewonnen :assshaking:

Also hab ich ein bischen Inserate und Auktionen durchforstet und gewartet bis sich ein passendes Objekt präsentiert....so wegen Budget....und wegen den externen Stimmen :mrgreen: Vor einer Woche war es dann soweit. Zwar schon ne etwas reifere Dame - passt ja, bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Eine Suzuki SV 650 K5 mit 21000km auf dem Wecker, schwarzem Rahmen, gelben Minikleidchen, niedlichen 72PS und eigentlich noch gut in Schuss - bis auf den gut abgehangenen Vorderreifen aus 2009 :shock:

sv_original.jpg


Die Probefahrt war für mich als Bückeisenfahrer, sagen wir mal, etwas gewöhnungsbedürftig. Breiter Lenker, entspannter Kniewinkel - da kam schon Chopper-Feeling auf ich ich hab mich gefühlt wie Captain Americe auf seinem Easy Rider . Vielleicht sollte ich noch ne Sissybar und Lederfransen an den Lenkerenden montieren :mrgreen: So Lederfransen sehen auf der Rennstrecke, im Gegensatz zur Landstrasse, sogar witzig aus und die Sissybar einget sich gut, um Kombi oder Helm zum trocknen aufzuhängen. :lol:

Am 5/6 September wurde sie das erste mal mit auf den Kringel nach Chenevieres genommen und auf ihre zweite Karriere abseits der Landstrasse behutsam vorbereitet. Bis dahin musste zuerst mal alles abgeschraubt werden, was auf der Renne nicht benötigt wird sowie ein ordentlicher Satz Reifen aufgezogen. Und ein paar Bremsbeläge die der Anlage dann auch eine Funktionalität verleit, die den Namen Bremse verdient - aktuell läuft das eher unter...hmm keine Ahnung unter was, aber ich bin froh dass der V2 eine starke Motorbremse hat - ansonsten wäre ich bei der Probefahr beinahe ungebremst ins Hindernis geknallt .

Die eigentliche Verwandlung mit zusätzlicher Diät :twisted: werden wir uns für die Wintermonate vorbehalten. Und da das ganze nicht mehr MFK konform sein muss gibt es da schon die eine oder andere Option - auch wenn sich das ganze in Grenzen bewegen wird. Ihr wisst ja, so wegen Budget....und wegen den externen Stimmen :mrgreen:

Aber bevor es richtig los gehen konnte, hatte ich noch ein anderes Projekt zu erledigen - das Storage-Konzept in meiner Garage überdenken und neu umsetzen :mrgreen:

garage1.jpg
Zuletzt geändert von cider101 am Freitag 25. Oktober 2019, 14:17, insgesamt 5-mal geändert.

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Re: Cider's Minitwin Rennsemmel

Beitragvon cider101 » Dienstag 22. Oktober 2019, 22:11

Die ersten Teile des neuen Storage-Konzepts konnten Zeitnah und günstig beschafft werden. - ihr wisst ja, wegen dem Budget und den externen Stimmen :assshaking:

rangierschiene.jpg


Mit der Frontwipe bin ich nicht so ganz Happy - die ist ein bischen "labrig" und bietet zu wenig Steifigkeit um die Dicke aufrecht in der Schiene zu halten. Ich hab die zwar aktuell nur mit zwei M10 Schrauben diagonal befestig - ich befürchte aber, dass sich das Resultat nicht gross änder wird, auch wenn die an allen 4 Ecken befestig ist. Das 3mm Stahlblech hat einfach zu viel Flex. Da sind die "normalen" Frontwippen deutlich stabiler.

garage2.2.jpg


Jetzt man kommt auch wieder ans Ende der Garage ohne über die Moppeds zu klettern. Sobald noch die Rollen für den Zentralständer/Heber eingetrudelt sind passt dann auch die Uno ganz an die Wand und gibt nochmals etwas Platz frei. Aber nichts desto trotz - beim Umlagern des einen oder andern Teils habe ich mich gefragt, wozu ich eigentlich zusätzlich noch 5 komplette Radsätze (10 Räder!!) rum stehen habe :shock: . Also, falls noch jemand ein paar Felgen braucht.... :whistling:
Zuletzt geändert von cider101 am Dienstag 22. Oktober 2019, 22:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Cider's Minitwin Rennsemmel

Beitragvon cider101 » Dienstag 22. Oktober 2019, 22:22

Da ist ja der 10 Jahre alte Vorderreifen. Also lieber runter mit der alten, steinharten Tourenpellen. Felgen sollten theoretisch ja genügend rum stehen. Es wäre doch gelacht, wenn eine der 10 Felgen nicht noch einen guten Reifen hätte. Und so war es auch - eine R6 Felge mit neuem Metzeler M7RR und aktuellem DOT.
Warum also nicht die verwenden ? Ihr wisst ja - wegen dem Budget...und den externen Stimmen :greenbiggrin:

Mal schnell ge-googelt was die SV den für einen Achsdurchmesser hat. 22mm war die Antwort. Hat die R6 auch - passt somit.
Runter in die Garage und begonnen, das Vorderrad auszubauen. Beim Anblick der "fehlenden" Distanzhülse auf der rechten Seite schwante mir übles...und nach dem Ausbau der Achse hat sich mein Verdacht bestätigt. Das Googel-Resulat war leider nur zu 1/4 richtig. Etwa der erste viertel ist 22mm - der Rest der Achse 17mm.
Tja, zum Lager wechseln hab ich keine Lust, denn die Lager sind neu und die Felge soll ja in alle meinen 3 Moppeds passen.

Eine Achse selber drehen wäre ne Möglichkeit. Somit habe ich mich mal ein bischen bzgl Alu Achsen recherchiert.
So ne Voll-Alu Achse aus Hochfestem 7075 würde für die SV nach meinen Berechnungen 265 wiegen. Hohlgebohrt (mit 5mm Wandstärke) gerade mal noch 190g. Gegenüber den 495g sind das schon ein paar Gramm die da an ungefederter Masse zusammen kommt - gerade wenn man auch noch die Hinterachse aus Alu fertigen würde. Allerdings sollte man das Gewinde rollen statt schneiden, insbesondere an einer Alu-Achse - und dazu fehlt mir das Werkzeug. Und ohne entsprechende Berechnungen, und unpassender Fertigungstechnik an diesem Teil ist mir einfach zu heikel. So ne gebrochene Vorderachse ist vermutlich nicht lustig.
Somit hab mich entschieden, die SV Achse weiter zu verwenden und Adapterhülsen herzustellen um diese passend zu machen. Dazu mal den ganzen Krempel vermessen und eine Skizze erstellt. Die Masse der rechten Buchse entsprechen gerade den Massen der originalen R6 Buchse - gut....ein Teil weniger herzustellen.

r6_adapter.png


r6-adapter.jpg


Und so sieht dann die fertige Buchse aus. Damit die Achse die Lager wieder schön zusammen presst, müsste noch der 22/17mm Absatz ca 15mm zurück gedreht werden. In weiser Voraussicht, dazu gleich mehr, wollte ich das erst machen, wenn alles mal provisorisch montiert ist und passt. Nicht dass ich dann plötzlich noch schnell eine Achse auftreiben muss weil ich doch die original Felgen verwenden muss.

Da war doch noch was - ah ja richtig - die Bremsscheiben. Die müssen ja auch passen. Im Kopf hatte ich die Masse von zweinhundertneuzig-irgendwas Millimeter. Leider hat sich herausgestellt, dass es exakt 290mm sind. Die R6 Scheiben sind 298mm - also 4mm mehr im Radius. Ob die Bremssättel genügen Reserven haben für die 4mm mehr ? Um es gleich vorweg zu nehmen: nein- haben sie nicht. Man kann die Sättel zwar noch montieren, aber sobald die Schrauben angezogen sind, drücken die Sättel auf die Bremsscheiben und blockieren das Rad. Aber für sowas gibts ja Plan B - nämlich Bremssattel-Adapter. Also wieder alles vermessen, eine Skizze erstellt und mal ein Probe-Adapter aus Alublech erstellt.

ace_adapter.png


320mm_adapter.jpg


Runter in die Garage, Adapter montiert und versucht, die Bremssättel zu montieren. Lochabstand passt, Distanzen passen, alles passt. Fast alles. Nur ist die Bremsleitung ist jetzt 1cm zu kurz. :banging: Neue Bremsleutung bestellen ? Ne, ich will im Winter richtig mit dem Umbau beginne und hab keine Ahnung welche Leitungen ich dann benötige.

Zum Glück hat das Alphabet ja 26 Buchstaben. Somit weiter mit Plan C. Mit grösseren Bremsscheiben kann ich den Adapter so konstruieren, dass die Bremsleitung wieder reichen sollte. Gesagt getan. Die 320mm Scheiben der R1 auf die R6 Felge montiert und diese in die Suzuki eingebaut. Adapter-Platte angeschraubt. Lochabstand passt, Distanzen passen, Bremsleitung passt auch wieder - alles passt..... Fast alles. Ihr ahnt es schon. Diesemal bestand das Problem aus der Kombination der 320mm Scheiben und den Bremssätteln. Genauer gesagt, den Kühlrippen der Bremssättel. Die sind zu "dick" und können nicht mehr in die Felge "eingefädelt" werden weil die Kühlrippen der Bremssättel am Felgenhorn anstehen. :banging: Die könnte man zwar einen Tick abfräsen aber dazu hatte ich keine Lust. Denn der Ursprngsgedanke war ja "mal schnell die R6 Felge einbauen um den vorhanden Reifen zu nutzen".

Tja - dann habe ich mir halt bei Wolle einen neuen Satz K3 bestellt - die passen und sehen auch chic aus ;)

Fazit: Ausser Spesen nix gewesen...Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben....die SV wird im Winter ganz sicher die 5-Speichen Felgen bekommen....ich war ja erst bei Plan C und das Alphabet hat noch ein paar Buchstaben mehr....mehr dazu zu gegebener Zeit...

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Re: Cider's Minitwin Rennsemmel

Beitragvon as » Dienstag 22. Oktober 2019, 22:35

Der Thread ist ja noch am Anfang - eventuell kommt der später in "Projekte & Umbauten" - für den Moment verschiebe ich den mal in Technik allgemein.

(weil: viewtopic.php?f=22&t=32627)

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Re: Cider's Minitwin Rennsemmel

Beitragvon cider101 » Dienstag 22. Oktober 2019, 22:49

jo, klar. Würde mich freuen, wenn er's mal in die Umbaukategorie schafft ;)

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Re: Cider's Minitwin Rennsemmel

Beitragvon cider101 » Mittwoch 23. Oktober 2019, 12:36

Diese letzte Woche im September stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen für die zwei Tage Chenevieres....
Öl, Luftfilter und Kühlwasser gewechselt. Das Kühlwasser (was eigentlich noch recht frisch aussah) durch destiliertes Wasser ersetzt. Mann-oh-mann....dieser Kühlwasserdeckel hat mich beinahe um den Verstand gebracht. Dass diese M2 Schraube zur Sicherung dient ist mir dann irgendwann auch aufgefallen. Irgendwann ist mir noch eingefallen, dass man den mal "drücken" könnte. Also ehrlich, sowas kompliziertes habe ich noch nie gesehen. Na gut, jetzt weiss ich wie das Teil auf geht und alle Tage macht man das ja auch nicht.
Dann wurden die Bremssättel resp. Kolben gereinigt, neue SRQ Bremsbeläge verbaut und die Bremsflüssigkeit getauscht. Ich bin gespannt, ob sich damit jetzt eine Bremswirkung erzielen lässt :mrgreen:
Fehlt nur noch ein passender Reifen - der wird dann in direkt auf dem Kringel von GP-Wolle montiert.

Natürlich wurde dann auch noch (fast) alles Überflüssige abgeschraubt. Angefangen von Spiegel über Kennzeichenhalter und Scheinwerfer bis hin zu Soziussitz, Haltegriff und Soziusrasten. Da die Rasten ja den Auspuff halten musste dafür eine Halterung gedengelt werden. Also ein 2.5mm Alublech bearbeitet.

auspuffhalterung_fraesen.jpg


auspuffhalterung_gewicht.jpg



Die originale Halterung wiegt 460g.
Uff...so 2.5mm Blech so ohne Abkanntmachiene biegen hatte ich einfacher in Erinnerung ;)
Und wenn wir schon dran sind am Gewicht sparen - dann machen wir das aber gerade richtig. M8 Stahlschrauben sind für eine Auspuffhalterung etwas überdimensioniert. Also noch schnell die Drehbank angeworfen und ein paar Alu-Schrauben, Unterlagscheiben und Muttern produziert. Eine Schraube wiegt übrigens 3.5g.

Und fertig montiert...
auspuffhalterung_montiert.jpg


Next task. Die tonnenschwere Batterie.....irgenwo hatte ich noch einen LiFePo 4.2Ah Akku seit Jahren unbenutzt im Regal liegen. Das Multimeter ausgepackt und die Spannung gemessen. Hmm. 7.8V iat nicht mehr sehr viel, ein bischen Dicke backen hat er auch schon und eine Zelle war sogar unter oder um die 1V. Naja, ein Kollege der Modelbau macht hat sich dann anerboten und ein paar Wiederbelebungsversuche gemacht und mir den Akku mit 13.3V wieder übergeben. Schaut ja schon mal nicht schlecht aus. Fix ein "Anschlussterminal" gebastelt, in die SV eingbaut, starter Knopf gedrückt und.....läuft


akku1.jpg



akku_montiert.jpg


Da der neue Akku deutlich kleiner ist, musste da ein bischen Improvisiert werden, dass das Ding nicht einfach im Batteriekasten hin und her fliegt. Sieht jetzt nicht gerade schön aus - aber da kommt ja der Sattel darüber und verdeckt die Sicht.
Die originale Batterie wiegt 3450g - der LiFePo Akku 471g.

Und so sind bis heute die ersten 19 überflüssigen Pfunde von der SV verschwunden. Aktuelles Gewicht (Vollgetankt): 181kg

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Re: Cider's Minitwin Rennsemmel

Beitragvon cider101 » Donnerstag 24. Oktober 2019, 13:24

Der erste Einsatz....

Vorab, ich bin erstaunt, wieviel Spass die 72ps machen können...aber jetzt erst mal alles der Reihe nach.
Am Mittwoch Abend in Chenevieres angekommen und zuerst mal den Krempel abgeladen und das Fahrerlager aufgebaut. Angemeldet und mich in die gelbe statt der roten Gruppe einteilen lassen – naja, der rote Aufkleber passt farblich einfach nicht zum gelben Postauto. Und ich wollte nicht als Wanderschikane auf der Strecke dienen.

fahrerlager.jpg


Am Abend war nettes Grillen und quatschen mit allen Leuten angesagt. Der Event in Chenevieres gilt mittlerweilen beinahe als Familientreffen. Die Nacht im Auto bei 7 Grad war dann eher erfrischend. Echt, ich war sooooo kurz davor, die Reifenwärmer in den Schlafsack zu legen….
Am Morgen gings zur Geräuschmessung – mit dem originalen Ofenrohr aus der Öltankerabteilung von Suzuki habe ich mir da auch keine Sorgen gemacht. 85db hat das Messgerät angezeigt. Da sind noch ein paar Dbs Reserve zu den erlaubten 95 – und die werde ich für nächstes mal auch ausschöpfen
Da der Reifendienst GP-Wolle erst spät in der Nacht gekommen ist, stand die SV dann am Morgen auch noch mit den alten Reifen rum. Also zu Plan B gewechselt und die ersten zwei Turns mit der Uno gefahren.
Im dritten Turn wars dann soweit – auf brandneuen Metzeler K3 kam die SV kam zu ihrem ersten Einsatz. Ui ui….ich bin die SV ja vor der Rennstrecke nur gerade 5km gefahren - das war schon eine etwas ungewohnte Haltung. Breiter Lenker, entspannter Kniewinkel – fährt sich wie ein Fahrrad…ein Bonanza Rad. Also musste auch die entsprechende Deko montiert werden

bonanza.jpg


Dass das Fahrwerk sehr flauschig ist habe ich erst später realisiert, nähmlich als ich wieder auf die RN12 umgestiegen bin – dazu später mehr. Der erste Turn mit dem Bonanza-Rad wurde unter dem Motto «Kennenlernen» verbucht – entspanntes Fahren im Kreis mit gleichgesinnten. Im Zweiten klappte es dann auch wieder mit dem Knie, die Rasten wurden entjungfert und der eine oder andere Fahrer konnte überholt werden. Die 50g Zusatzgewicht der Angstnippel wurden im 4 Turn optimiert und die Stiefelspitzen als Frühwarnsystem eingesetzt, da ich durch das Schleifen (resp. zum vermeiden desjenigen) der Zusatzgewichte unbewusst weniger Schräglage gegeben habe.

PANA7016.jpg


Der V2 fährt sich echt wie ein Traktor – die Gasannahme ist gegenüber einem Reihen-Vierer extrem ruppig. Sanft ans Gas gehen oder mit Stützgas bis an den Scheitelpunkt rollen war nix. Der Tip von Ketchup, das Anheben der Leerlaufdrehzahl auf 3000rpm, hat dann etwas für Abhilfe gesorgt – auch wenn man eigentlich nur zwei Gasstellung braucht: Kein Gas – Vollgas.
Eine weitere Feststellung: Die, nennen wir es mal, sehr geschmeidige Leistungsentfaltung in Kombination mit dem flüsterleisen Ofenrohr aus der Tankerabteilung. Ich bin dauernd in den Begrenzer gelaufen da die Geräusche des Motors unter dem Helm kaum zu hören waren und man irgendwie auch nicht gemerkt hat, wenn die Leistungsentfaltung am Ende war. Tja, wo nix ist, kann sich auch nicht viel entfalten. Das hat sich angefühlt, wie wenn man die R1 bis maximal 4000rpm bewegt - im sechsten Gang, wohlverstanden.

Aber die Kleine ist echt durstig – ich muss es zwar nochmals durchrechnen, aber das müssen an die 11l pro 100km sein. sein. Naja, irgendwie auch nicht verwunderlich – das Bonanza Rad kann man ja auf 90% der Strecke «digital» fahren. Ich glaub, im Winter baue ich den Gashebel auf einen Schalter um: Kein Gas – Vollgas, das vereinfacht die Handhabung ungemein :mrgreen:
Irgendwann beim Reifenwärmer aufziehen festgestellt, dass der Fussbremshebel wohl aus Gummi ist:

bremshebel.jpg


Keine Ahnung wann oder wie das passiert ist. Ich mag mich an zwei Gegebenheiten erinnern, als die Schleifgeräusche ein bisschen heftiger waren. Beide Male war ich in Schräglage etwas nahe bei einem Curb. Ich vermute, dass dies der Curb in der Schikane nach der 180 Grad Linkskurve war – in der Schweinebuch-Schikane hats zwar auch mal gerumpelt, aber dort ist der Curb glatt/eben.
Am zweiten Tag wollte ich die 2-Minuten Marke knacken. Der Zähler ist bei 2:00.1 stehen geblieben. Dass das durchaus möglich ist, hat ein älterer Herr mit seiner Knubbel gezeigt…1:47 – wohlverstanden mit originaler Gabel und Bremse. Das zeigt wieder mal, dass nicht am Material sondern am Fahrer das Optimierungspotential ist... Die schnellsten Jungs waren übrigens bei 1:44.

Der eine Zehntel wäre sicher noch möglich gewesen, aber ich wollte die letzten beiden Turns noch mit der R1 fahren. Ui ui ui….war das eine Umstellung. Erst jetzt ist mir aufgefallen, wie hart das Fahrwerk der Uno resp. wie weich und flauschig das des Bonanza Rads ist. In der ersten Runde bin ich mangels Tempo in der Spitzkehre beinahe umgefallen, weil die Uno nicht einlenken wollte. Am Ende der Gerade aus selbigem Grund beinahe durchs Kiesbett gepflügt und in der Schweinebucht um ein Haar in die rot-weissen Streckenabsperrungen gekracht. Es hat einen vollen Turn benötigt, bis sich wieder ein Gefühl für die R1 einstellte und die Rundenzeiten im Bereich der SV lagen – das war wie mit einem Auto fahren bei dem die Servo-Lenkung ausgefallen war.

Auch den letzten Turn habe ich dann noch mit der RN12 gefahren. Die Leistungsenfaltung ist im Vergleich einfach zur SV einfach brutal - und die liegt ha noch meilen von den heutigen 200+PS Boliden entfernt. Gemäss Tacho 40kmh mehr Topspeed und dies schon 100m früher – auf einer geraden von 500m! Gefühlt war ich mit der R1 20 Sekunden schneller als mit dem Bonanza-Rad. Die Laptimer-App meinte aber, dass es gerade mal 3 Sekunden sind. Und nein, die 3 Sekunden stammen nicht (nur) von der Geraden. Dort sind es zwar ca. 1.5 Sekunden, was bei einem Unterschied von 100ps nicht wirklich erstaunt, aber ich war in jedem Sektor mit der R1 schneller als mit der SV – und ich bin auch nicht an meine besten Rundenzeiten vom letzten Jahr gekommen, dazu haben die paar wenigen Turns mit der R1 nicht gereicht. Aber der doch eher kleine Unterschied in den Rundenzeiten bei der massiven Leistungsdifferenz hat mich echt überrascht.

PANA7016.jpg


Fazit: Verglichen mit der R1 fühlt sich auf der SV alles wie in Zeitlupe an, entspannt, flauschig, kuschelig. Aber die Herde von 72 Pferdchen haben mega Spass gemacht (wenn man mal von der Geraden absieht) – und ich hatte vor allem nie Schiss einen Highsider zu produzieren. Um ehrlich zu sein - ich hätte mir so ein Ding schon vor Jahren zulegen sollten statt mit der 1000er auf die Strecke zu gehen - dann wäre ich heute verm. deutlich schneller.
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Re: Projekt Minitwin Rennsemmel

Beitragvon cider101 » Freitag 25. Oktober 2019, 13:56

Winter is comming - and the Winter is long and dark (ich hoffe, es gibt den einen oder anderen der dies versteht ;)

De Phase der Teilebeschaffung ist mitlerweilen angelaufen...
Hier mal der neue Heckrahmen :D

heckrahmen.jpg


Ok, ok - wird wohl noch die eine oder andere Stunde reinfliessen, bis da mein Allerwertester wieder Platz nehmen kann.

Jetzt muss ich mich endlich für das Heckhersteller entscheiden. Dabei Schwanke ich noch zwischen einer CRC oder Pro-Fiber Verkleidung (weil ist schön leicht) oder einer von Ricambi-Weiss (weil ist schön günstig). Aktuell tendiere ich zur Pro-Fiber. Aber irgenwie sträubt sich alles in mir, den doppelten Preis für ein Wegwerf-Produkt auszugeben - denn das sind Rennpappen ja im sprichwörtlichen Sinne. Meinungen zum Thema sind willkommen...

Auch das neue Frontend ist eingetroffen. Eigentlich hatte ich einen Deal mit einem User aus einem anderem Forum für eine GSXR Front. Leider hat er die dann jemand anderem Verkauft. Fand ich zwar nicht so Lustig aber eigentlich habe ich ja immer auf eine RN12 Gabel spekuliert.
Kürzlich ist mir dann zu einem sehr guten Kurs eine komplette RN19 Front ins Netz gegangen. Ok - die 6 Kolben Bremssättel sind ev. etwas überdimensioniert für die SV und persönlich hätte ich eine RN12 Gabel vorgezogen. Ich hatte vor ein paar Monden auf Ebay mal CRQ Beläge bestellt- gelistet waren 2x CRQ für (ich meine) 17 Euro. Da ich noch einen Reserve-Satz wollte und angenommen hatte, dass sich das 2x bei dem Preis auf die Anzahl Beläge bezieht habe ich 4 Stk bestellt. Im Paket waren dann 8 Pack mit je 2 Belägen - sprich 16 Stück resp. 4 komplette Sätze für vorne. Und da ich so eine Schwuchtel auf der Bremse bin werden die wohl bis an meinen Lebensende reichen und ich kann die übrig gebliebenen an meine Enkel vererben.
Anyway, zurück zur RN19 Gabel. Bei dem Angebot inkl. Gabelbrücken, Bremssättel, Brembo-Bremspumpe, Stahlflex-Leitungen, Lenker-Stummel, Armaturen und pipapo konnte ich nicht widerstehen - zumal ich da ich einige Teile an die RN12 schrauben kann um diese wieder auf die Strasse zu bringen. Und der Umbau auf die R6/R1 Felge ist nun (beinahe) PnP - nur noch ein paar Unterlagen/Adapter für die 320mm Scheiben drehen ;)

rn19_front.jpg


Leider ging der Transport/Versand nicht ganz so reibungslos wie erhofft. Der Transportschaden ist mal bei DHL gemeldet - aber wirkliche Hoffnungen mache ich mir nicht, dass da ich da irgend was sehen werde. Eigentlich ne Frechheit bei versichertem Versand.

fuck.jpg


Und last but not least....
ein bisschen mehr Sound damit ich nicht immer in den Drehzahlbegrenzer laufe - und vor allem einiges weniger an Gewicht. Was das originale Ofenrohr wiegt ist mir noch unbekannt - im Gegensatz zum neue Altabgasentsorger. Der wiegt gerade mal 2.1kg....ich gehe hier von 4-6kg Gewichtsersparnis aus. Aber das werden wir sehen, sobald das originale Ofenrohr runter ist.

mivv_gp_small.jpg


so - das war mehr oder weniger der letzte Beitrag aus der "Konserve". Ab jetzt läuft's Realtime....

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Re: Projekt: Minitwin Rennsemmel

Beitragvon arlecchino » Freitag 25. Oktober 2019, 14:42

Cooles Thema!
ich lese fleißig mit und bin gespannt auf die Lösungen die du noch findest :)

Den Spaß auf der SV kann ich durchaus nachvollziehen - ich hab noch eine K3 als Stadthure, die ich dieses Jahr mal zwei Turns auf nem recht engen Ring ausgefahren hab. Wenngleich es auf der Uhr wohl wesentlich langsamer war - ich hatte damit mindestens genauso viel Spaß wie mit der SC59.

Was planst du als Federbein? Ich nutze momentan ein von Goliath Suspension überarbeitetes (100€) Federbein aus der 06 ZX10R (40€) - das funktioniert erstaunlich gut, nicht nur in Anbetracht des lächerlichen Preises von 150€ (du weißt ja - wegen dem Budget...und den externen Stimmen :-P )

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Re: Projekt: Minitwin Rennsemmel

Beitragvon cider101 » Freitag 25. Oktober 2019, 16:29

Danke alrecchino - freut mich, dass jemand mitliest ;)

Bzgl. Federbein bin ich noch hin und her gerissen. Hätte ein (sehr) gutes Angebot für ein neues Wilber 641 Competition - da muss ich mich bis mitte nächster Woche entscheiden. Aber eben, das Budget....und erst recht die externen Stimmen :mrgreen: Sind ja noch einige andere Teile die beschafft werden müssen.
Alternativ war meine initiale Idee eine Lösung wie bei dir. Kawa oder Gixxerbein und dann reviedieren lassen.

Meine grösste Sorge ist ja, dass wenn ich mal sterbe, meine Frau all meine Mopped-Teile verkauft....zu dem Preis den ich ihr erzählt habe, was die gekostet haben :shock:
Zuletzt geändert von cider101 am Freitag 25. Oktober 2019, 17:01, insgesamt 1-mal geändert.


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