Das erste Rennstreckenmotorrad - Realistische Kostenbetrachtung?

Alles rund ums Thema Racing bzw. was in anderen Rubriken nicht wirklich passt,
aber zum Thema Racing gehört.

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RALLIG
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Das erste Rennstreckenmotorrad - Realistische Kostenbetrachtung?

Beitragvon RALLIG » Freitag 20. August 2021, 12:17

Hallo Zusammen,

nach 1 Saison auf meiner Street Triple R 765 habe ich leider festgestellt, dass das Hobby Rennstrecke ab jetzt zu meinem Leben gehört.
Daher soll die Streety weg und ein reines Rennbike her.

Noch kurz zu mir:
31 Jahre alt
1 Saison auf der Rennstrecke
In Hockenheim an 6 Tagen von 2.15 auf 2.00 "verbessert"
In 2022 sind mindestens 12 Trackdays mit einigen Einzelinstruktionen in Planung. Falls ich 2022 dann noch einige Sekunden finde in 2023 mit Hobbyrennen starten.

Da ich am Bike nur Standardwartung übernehmen kann (Öl, Bremsflüssigkeit, Reifen, etc.) möchte ich mit einem relativ neuen Bike einsteigen.
Nach Forumswälzen kommt für mich da zuerst die GSX R 1000 L7+ in Frage.
Das einzige Manko der Maschine soll ja laut Forum der schmelzende KAT und die Bremse sein.
Daher ist die Komplettanlage von Anfang an wohl zwingend notwendig?

Meine Frage ist ob folgende Kostenaufstellung für den Anfang realistisch sind:

1. GSX R 1000 L7oder jünger, 1 Vorbesitzer, Scheckheftgepflegt: 13.000 €
z.B dieses Angebot: https://tinyurl.com/j35kjy6m

2. Rennpappe mit Scheibe, etc., Rahmen/Schwingenschoner, GBRacing Schützer, Stahlflexleitungen: 1.700 €

3. Komplettanlage bei Kauf einer Maschine mit bereits verbautem Akrapovic Slipon: Krümmer: 1000 €

4. Abstimmung über Kollegen mit Dynojet: Bier

5. Ggf. direkt Bremsbeläge + nicht bedachte Kleinteile 1.000 €

Dem gegenüber stehen noch zwei Angebote einer 2018 BMW: https://tinyurl.com/4f5rtuzm und einer schon umgebauten GSX R L7: https://tinyurl.com/3rcstj42

Dazu habe ich noch folgende Fragen:
BMW: Muss hier auch zwingend eine Komplettanlage rein oder schmilzt hier der KAT nicht so schnell? Bei der BMW könnte ich mir den Stahlflex Umbau sparen und ohne Komplettanlage mit Abstimmung kann ich das Bike zur normalen jährlichen Inspektion bei BMW bringen und es besteht zumindest die theoretische Chance das Bike irgendwann wieder an einen Straßenfahrer zu verkaufen (natürlich mit ehrlicher Kommunikation des Einsatzgebietes).

GSX R Rennbike: Ist der Fahrer zufällig im Forum bekannt? Sehen die Umbauten so gravierend aus, dass eine Fachwerkstatt bei einer jährlichen Wartungsanfrage direkt abwinkt?
Bis auf die abgestimmte ECU und den Lohmann Quickshifter hört sich das für mich nicht nach uneinschätzbaren Umbauten an.

Ich würde mich über euer Feedback zu den 3 konkreten Optionen freuen.
Die Threads zu Bike umbauen oder umgebaut kaufen habe ich schon 10 mal gelesen. Soweit ich verstanden habe ist die Antwort: Es gibt keine eindeutige Antwort. :mrgreen:


Suzkui ist in der Anschaffung billig, es muss aber direkt viel gemacht werden (was ja schon in diversen anderen Threads steht).
BMW ist einfach geil, wenn da aber auch eine Komplettanlage, etc. dran muss dann aber am Ende auch preislich deutlich über der Suzi.
Fertig umgebaute Suzuki bleibt die Angst für einen Laien wie mich, ob das alles richtig gemacht wurde und ob der Motor am ersten Trackday explodiert.

Grüße
Philipp

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Re: Das erste Rennstreckenmotorrad - Realistische Kostenbetrachtung?

Beitragvon fredo » Freitag 20. August 2021, 13:12

Warum nicht die Streety behalten?
Bike Shop Lüchow macht dir da ne ziemlich geile Daytona draus --> https://www.bikeshop-luechow.de/eshop/

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Re: Das erste Rennstreckenmotorrad - Realistische Kostenbetrachtung?

Beitragvon T300D » Freitag 20. August 2021, 13:41

Zu Deiner Kostenrechnung würde ich noch einen Posten "Transportmittel" hinzurechnen.
Entweder Anhänger oder Transporter.

Es sei denn, das ist schon vorhanden.

\\ Carsten
---------------------------------------------------
Plan für 2021

Die üblichen Verdächtigen,
7./8. Jun | 3./4.Jul - OSL
26./27. Jul - Misano 8)
und Jungfernfahrt:
25./26. Sep - Red Bull Ring
....

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Re: Das erste Rennstreckenmotorrad - Realistische Kostenbetrachtung?

Beitragvon RALLIG » Freitag 20. August 2021, 13:43

Danke für die Ergänzung.
Transporter ist zum Glück schon vorhanden.

Der Daytona Umbau sieht auch spannend aus. Das hatte ich noch garnicht auf dem Schirm!
Ich bin vor ein paar Wochen eine BMW von Alpha Racing probegefahren. Da hat mich der 1000er Punch schon ziemlich angemacht. :lol:

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Re: Das erste Rennstreckenmotorrad - Realistische Kostenbetrachtung?

Beitragvon arlecchino » Freitag 20. August 2021, 17:04

RALLIG hat geschrieben:Da hat mich der 1000er Punch schon ziemlich angemacht. :lol:


Das verstehe ich, das war auch der Grund warum mein erstes Ringtool ne Tausender war (abgesehen davon dass ich auf der Straße ne Fireblade gefahren bin, da kann man auf der RS ja nix langsameres nehmen^^).

Aber an den Punch gewöhnt man sich recht schnell, irgendwann ist das nix besonderes mehr. Der Schockmoment war für mich dann, als ich auf ner Wuselstrecke mal auß Spaß nen Turn mit meiner ollen Stadthure (SV650) gefahren bin. Das hat mir ehrlich gesagt fast mehr Spaß gemacht, als mit der großen.
Wenn ich nochmal vor dem Kauf stünde, würde ich aber wohl auch auf ne Streety oder was vergleichbares (evtl sogar "nur" n TwinCup Mopped) gehen.
Die Unterhaltskosten (Reifen, Bremse, etc) sind auch deutlich niedriger.


Thema Komplettanlage: Wo willst du denn fahren? Die Zahl der Strecken mit strengen Lärmlimits und teils sogar Orignalanlagen-Pflicht (SaRi) nimmt stetig zu.

Wenn es ne Tausender sein soll, würd ich wohl die BMW nehmen. Rennpappe oder ne bereits gecrashte Originalverkleidung drauf (um die Sturzkosten zu minimieren) und dann erstmal fahren, das Ding geht aus der Kiste schon recht schnell. Grad wenn du die nicht selber warten willst/kannst ist das wohl die einfachste Lösung.
Wenn du dann wirklich mal an ein konkretes Limit der Maschine kommst (bsp. ABS), kann man da gezielt ansetzen.
Die K46 funktioniert top und ist vor allem brutal weit verbreitet - du bekommst folglich Teile und Know How dafür an quasi jeder Ecke (insb. wenn am Ring mal was kaputt geht ist das ein riesen Vorteil!)


An der Kohle wird es ja eh nicht scheitern - wenn du mit 12 Trackdays pro Jahr planst (sprich Einsatzkosten von 10-15k€ p.a.), wird es ja mehr oder weniger egal sein ob das Mopped jetzt ein paar Tausender mehr oder weniger kostet...

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Re: Das erste Rennstreckenmotorrad - Realistische Kostenbetrachtung?

Beitragvon Chris » Freitag 20. August 2021, 18:50

Ich würde Dir definitiv zur BMW raten.
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Re: Das erste Rennstreckenmotorrad - Realistische Kostenbetrachtung?

Beitragvon electroman » Freitag 20. August 2021, 19:11

arlecchino hat geschrieben:
RALLIG hat geschrieben:Da hat mich der 1000er Punch schon ziemlich angemacht. :lol:


Das verstehe ich, das war auch der Grund warum mein erstes Ringtool ne Tausender war (abgesehen davon dass ich auf der Straße ne Fireblade gefahren bin, da kann man auf der RS ja nix langsameres nehmen^^).

Aber an den Punch gewöhnt man sich recht schnell, irgendwann ist das nix besonderes mehr. Der Schockmoment war für mich dann, als ich auf ner Wuselstrecke mal auß Spaß nen Turn mit meiner ollen Stadthure (SV650) gefahren bin. Das hat mir ehrlich gesagt fast mehr Spaß gemacht, als mit der großen.
Wenn ich nochmal vor dem Kauf stünde, würde ich aber wohl auch auf ne Streety oder was vergleichbares (evtl sogar "nur" n TwinCup Mopped) gehen.
Die Unterhaltskosten (Reifen, Bremse, etc) sind auch deutlich niedriger.


Thema Komplettanlage: Wo willst du denn fahren? Die Zahl der Strecken mit strengen Lärmlimits und teils sogar Orignalanlagen-Pflicht (SaRi) nimmt stetig zu.

Wenn es ne Tausender sein soll, würd ich wohl die BMW nehmen. Rennpappe oder ne bereits gecrashte Originalverkleidung drauf (um die Sturzkosten zu minimieren) und dann erstmal fahren, das Ding geht aus der Kiste schon recht schnell. Grad wenn du die nicht selber warten willst/kannst ist das wohl die einfachste Lösung.
Wenn du dann wirklich mal an ein konkretes Limit der Maschine kommst (bsp. ABS), kann man da gezielt ansetzen.
Die K46 funktioniert top und ist vor allem brutal weit verbreitet - du bekommst folglich Teile und Know How dafür an quasi jeder Ecke (insb. wenn am Ring mal was kaputt geht ist das ein riesen Vorteil!)


An der Kohle wird es ja eh nicht scheitern - wenn du mit 12 Trackdays pro Jahr planst (sprich Einsatzkosten von 10-15k€ p.a.), wird es ja mehr oder weniger egal sein ob das Mopped jetzt ein paar Tausender mehr oder weniger kostet...



Alles richtig was du schreibst, aber vier Termine a drei Tage kosten doch nicht 10-15k€!?

Überlege auch mal ne 600er zu probieren. Noch nie was unter 1000ccm gefahren.
Termine 2021

22-24.03 Valencia
26-28.03 Aragon
14-16.05 Assen
04-06.06 Most
05-06.07 Most
27-29.08 Slovakia
12.09 Oschersleben

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Re: Das erste Rennstreckenmotorrad - Realistische Kostenbetrachtung?

Beitragvon arlecchino » Freitag 20. August 2021, 19:35

electroman hat geschrieben:Alles richtig was du schreibst, aber vier Termine a drei Tage kosten doch nicht 10-15k€!?


(Hobby-)Rennen, 200PS Reibn, Wartungen/Reparaturen in der Werkstatt, Reifenpreise, pro Jahr 1-2 kleine Rutscher (ohne Einschlag).
Da sind 1000€ pro Tag nicht sooooo weit hergeholt, oder?

Aber klar, auf dem 2:00 HHR Niveau und verteilt auf 3TagesEvents ists sicher (noch) deutlich günstiger.
Und generell kommts natürlich drauf an wo man fährt.
Zuletzt geändert von arlecchino am Freitag 20. August 2021, 19:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Das erste Rennstreckenmotorrad - Realistische Kostenbetrachtung?

Beitragvon wizzard » Freitag 20. August 2021, 19:42

Ich würde die triple behalten auf Renne umbauen
und 2022 in Reifen und renntage investieren.
Und 2023 im triple cup starten... Da werden mit den Kisten Zeiten gefahren... Da träumt der gemeine trackday 1000er Fahrer von...



Ne 1000er kannst du dir in paar Jahren immernoch holen...

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Re: Das erste Rennstreckenmotorrad - Realistische Kostenbetrachtung?

Beitragvon Saftschubse » Samstag 21. August 2021, 09:43

Hey,
bin nach der letzten Saison bewusst von einer 1000er auf eine 600er (RJ15) gegangen.
Fahre 4x im Jahr für 2-3 Tagesevents und muss sagen, dass ich mit der 600 viel besser in die Veranstaltung reinkomme.. ist einfach umgänglicher, einfacher zu fahren.. und der spassfaktor kommt durch den Antrieb die 1000er zu ärgern und präziser zu fahren..

Verschleiß ist auch nicht der gleiche, weniger Verbrauch, Bremsbeläge, Reifen...

Und zudem habe ich nach zwei Veranstaltungen die Zeiten der 1000er nicht nur bestätigt sondern unterboten..

Gruß
Schubse
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