BMW S1000RR vs. GSX-R1000R

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Wall-E#100
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BMW S1000RR vs. GSX-R1000R

Beitragvon Wall-E#100 » Samstag 4. August 2018, 18:49

Hallo,
mich würde mal interessieren, ob jemand einen A-B Vergleich beider Motorräder ab BJ. 2017 gemacht hat, oder allgemein für erfahrungen gesammelt hat.

Ich selber rolle derzeit auf einer GSX-R1000R im Kreis rum. Da das Moped recht neu ist, hört man ja noch nicht soviel wie bei den BMW´s.

Beide sind meiner Meinung auf höchsten Level.
Jedoch würde mich mal aus anderer sicht interessieren welche ist das sinnvollste Moped für den Ring.

- Haltungskosten/ ersatzteile usw.
- Fahrdynamik
- Haltbarkeit
- Bremsen
- Fahrwerk (Suzuki muss man echt erstmal viel einstellen)
- Motor
- Sitzposition

Freue mich auf eure Meinung, Einschätzung, Erfahrung.
Langsamer als die Polizei erlaubt...

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elsen00j
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Re: BMW S1000RR vs. GSX-R1000R

Beitragvon elsen00j » Dienstag 7. August 2018, 10:14

Häng mich da mal dran, weil es mich auch interessiert. Bin immer noch mit alter Beamer unterwegs.
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Erdnuckel9551
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Re: BMW S1000RR vs. GSX-R1000R

Beitragvon Erdnuckel9551 » Mittwoch 8. August 2018, 11:30

Ich war 2016 auf S1000RR MJ 2015 unterwegs, 2017 bis September auf Yamaha RN32, ab September und über den Winter in Spanien wieder auf BMW und wollte diese Saison auf GSXR 1000 L7 wechseln. Nach dem ersten Renntraining war für mich schnell klar dass ich wieder zur BMW zurück gehe da ich persönlich mit der L7 nicht wirklich warm geworden bin. Hatte an der L7 aber auch nur Brembo RCS19 Bremspumpe, ori Blipper von der R und Rennverkleidung verbaut und an der BMW vorher auch nicht viel geändert (RCS19, Akra komplett, Rennverkleidung), deswegen habe ich einen relativ guten Vergleich zwischen beiden Moppeds im quasi Serienzustand auf der Renne ziehen können.

Ersatzteile: Gibt’s bei BMW wie Sand am Meer und passen oft von älteren Modellen, bei der GSXR noch nicht so viel vorhanden

Fahrdynamik: BMW etwas handlicher und agiler, GSXR spürbar steifer und stabiler

Haltbarkeit: Bei den BMW`s ab 2015 hört man weniger von Motorschäden als bei den älteren Modellen, wenn Suzuki ihrem Motto treu bleibt sollte es aber das haltbarere Mopped im Vergleich zu BMW sein, wird sich aber im Laufe der nächsten Jahre noch zeigen.

Bremse: Serie bei beidem Moppeds nicht gut, schwammiger und wandernder Druckpunkt bei beiden, bei der BMW reicht es allerdings meistens die Bremspumpe + Beläge zu tauschen, bei der GSXR sollte man ABS noch raus schmeißen+Stahlflex verbauen.

Fahrwerk: Kenne ich mich nicht gut aus, bei der BMW funktioniert das DDC schon sehr gut auch für schnelle Rundenzeiten, Federbein pumpt öfter mal , mittlerweile hab ich Öhlins TTX Federbein und Cartridge verbaut. Denke aber wenn an der GSXR das Fahrwerk gut eingestellt ist kommt man damit auch relativ lange klar. Wenn man Rekorde brechen will muss man bei jedem Mopped ein Zubehör rein geben.

Motor: BMW vor allem oben raus deutlich mehr Leistung, bei der Suzuki gefühlt ein sehr konstanter , druckvoller Leistungsverlauf bereits ab Drehzahlmitte, sobald man ans Gas guter Schub der dann konstant bis in den Begrenzer geht aber nicht wie bei der BMW wo dann ab 8000 nochmal das komplette Feuer los bricht.

Sitzposition: Varriiert auf der Rennstrecke je nach Rennverkleidung / Sitz / Lenkerstummeleinstellung etc , denke aber dass beide Moppeds generell auch für große Leute geeignet sind.

Elektronik funktioniert meiner Meinung bei der BMW besser (am besten allerdings bei der RN32), bei der GSXR merkt man dass alles noch nicht ausgereift ist, der Blipper war oftmals ziemlich hart und knochig zu schalten, Wheelie control quasi nicht mehr vorhanden je mehr man die TC nach unten stellt, wenn doch regelt sie ziemlich aprupt (ist aber bei BMW ähnlich da WC und TC gekoppelt ist), beste Wheelie control hat meiner Meinung die RN32, funktioniert richtig sanft, das Vorderrad schwebt über dem Boden. Das ABS von der GSXR ist auch nicht für die Rennstrecke geeignet, ich musste zweimal weit gehen weil es viel zu früh geregelt hat.

Out of the box bzw mit weniger Änderungen ist die BMW meiner Meinung besser für die Rennstrecke, mit entsprechenden Anpassungen was Bremse etc angeht ist die Gixxer sicher auch nicht schlecht, allerdings muss man da mehr machen. Alle die ich kenne die eine L7 auf der Renne fahren sind damit zufrieden, am Ende ist der persönliche Geschmack ausschlaggebend welches Mopped besser für die Renne ist.

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Re: BMW S1000RR vs. GSX-R1000R

Beitragvon Tead » Mittwoch 8. August 2018, 11:48

Bin 2013er BMW, 2015er RN32 und jetzt die L7 gefahren.

Ergänzend zum Erdnuckel würde ich noch sagen das die BMW für mich am anstrengensten zu fahren war, da unmenschlich viel Leistung.
BMW hatte 201 am Rad, Yamaha 199 und die L7 jetzt 192. Alles auf dem gleichen Prüfstand gemessen.

Die Yamaha hat die viele Leistung mit der traumhaften kit elektronik perfekt unter Kontrolle, bmw bin ich ohne Helferlein gefahren und die L7 jetzt Serie in Modus B und TC 2.

Ich persönlich komme mit der L7 so gut zurecht wie lange mit keinem Motorrad mehr, würde ich so viel fahren wie früher, würde die ein oder andere pers. Bestzeit sicher fallen.

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Re: BMW S1000RR vs. GSX-R1000R

Beitragvon Erdnuckel9551 » Mittwoch 8. August 2018, 12:16

Kann ich auch so bestätigen dass die BMW auf manchen Strecken anstrengender zu fahren ist... zum Beispiel in Most aus der Schikane raus oder am Pan ist die viele Leistung teilweise sogar kontraproduktiv da das Vorderrad nur am steigen ist.
Hier war aber auch wie Tead schon sagt die Yamaha ein Traum da die Elektronik wirklich in der Serie schon perfekt funktioniert.

Was man zur L7 vllt noch sagen kann dass sie von den aktuellen 1000ern mit Sicherheit das beste Preis Leistungsverhältnis in der Anschaffung hat , junge gebrauchte 2017er kriegt man aktuell schon über 1000 Euro günstiger wie 2015/2016er BMW oder Yamaha.

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Re: BMW S1000RR vs. GSX-R1000R

Beitragvon Mare82 » Mittwoch 8. August 2018, 12:27

Bin vorher die K9 gefahren und da ist die L7 (habe die günstige Variante) in jedem Hinblick besser geworden (konnte auch auf den bisherigen Strecken schneller fahren als mit der K9). Habe jetzt auch die KIT-ECU bei der Suzuki verbaut und war schon mal auf der Strecke mit der neuen ECU. Der Unterschied zur originalen Elektronik ist m.E. beträchtlich. Hat nun auch ein paar PS mehr.

Mir ist bewusst, dass dies nicht sehr aussagekräftig ist, jedoch habe ich auf der Geraden in Mugello bemerkt, dass bei der Beschleunigung die L7 sehr stark ist. Lediglich die BMW's sind vergleichbar (und auch erst gegen Ende der Geraden).

Ein Kollege hat die 2016er BMW, jedoch wurde am Motor etwas gemacht. Soll ca. 210 PS am Hinterrad haben. Bin sie mal gefahren. Die Beschleunigung ist nicht linear wie bei der Suzuki. Ab ca. 11'000 Umdrehungen ist sie gefühlt auch einiges stärker, was aber auch zur Folge hat, dass sie ermüdend ist. Was mir bei der Suzuki gefällt, ist, dass sie in schnellen Kurven einiges stabiler ist. Positiv finde ich auch, dass ich aus einigen Kurven mit der Suzuki auch mal den 3. Gang anstatt den 2. Gang brauchen kann, da sie in solchen Situationen eine starke Beschleunigung hat. Alles andere ist m.E. Einstellungssache.

Interessant ist noch zum Schluss, dass ich mit der K9 (hatte aber nur ca. 170 PS auf dem Hinterrad) gemäss GPS auf der Geraden in Mugello einen Topspeed um die 280 km/h hatte. Mit der L7 sind es jetzt ca. 20+ (habe sogar ganz wenig mehr als der Kollege mit der BMW, der in etwa die gleiche Zeit wie ich mit der K9 in Mugello fährt).

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Re: BMW S1000RR vs. GSX-R1000R

Beitragvon Wall-E#100 » Mittwoch 8. August 2018, 12:28

Das liest sich alles sehr gut. Bin auch der Meinung, um die L7 richtig zum FLiegen zu bringen, und zum Stehen muss halt Geld investiert werden. Was bei BMW usw. eher weniger der Fall ist.
Ich habe ganze 3 Streckentermine gebraucht, um mich an die L7 zu gewöhnen. Jedesmal ist mir wieder etwas aufgefallen, was anders sein muss!
ABS usw. habe ich als erstes rausgeschmissen.
Stahlflex und Brembo zange waren die erste Investition.
So langsam werde ich mit der L7 warm.
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Re: BMW S1000RR vs. GSX-R1000R

Beitragvon -Meyer Kurt- » Mittwoch 8. August 2018, 17:01

Wall-E#100 hat geschrieben:Das liest sich alles sehr gut. Bin auch der Meinung, um die L7 richtig zum FLiegen zu bringen, und zum Stehen muss halt Geld investiert werden. Was bei BMW usw. eher weniger der Fall ist.
Ich habe ganze 3 Streckentermine gebraucht, um mich an die L7 zu gewöhnen. Jedesmal ist mir wieder etwas aufgefallen, was anders sein muss!
ABS usw. habe ich als erstes rausgeschmissen.
Stahlflex und Brembo zange waren die erste Investition.
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Re: BMW S1000RR vs. GSX-R1000R

Beitragvon ThorstenGSXR » Donnerstag 9. August 2018, 07:30

So jetzt mal mein Kommentar.

Wie viel hier im Forum wissen bin ich Susi Fan und auch Besitzer eine L7.
Zur Basis, wenn man es ganz nüchtern sieht und die Basis BMW mit der GSXR vergleicht, steht der Sieger schnell fest und heist BMW, sie ist aber auch das deutlich teurer Moped. An der GSXR muss an schon arbeiten bis sie passt. Die Leistung ist im ersten Augenblick die größte Baustelle 186PS zu über 200 PS ist eine deutliche Ansage. Aber wenn man das erstmal fährt stellt man schnell größere Problem fest. (Die Bremse oder besser gesagt die Beläge und die Pumpe die Zangen gehen halbwegs.) Auch das Fahrwerk (Geometrie) sollte angepasst werden hier scheiden sich ein wenig die Geister deshalb kein weiterer Kommentar.

Was habe ich verändert und was hat es gebracht.

• Bremspumpe und Belege Maruga HC3, dualsinter SBS Beläge und ABS raus Jetzt füllt sich die Bremse für meine Verhältnisse gut an.
• Federbein ist von Wilbers und direkt von Triple Tuning überarbeitet. (Feder könnte nach dem ich 35 kg abgenommen haben etwas weicher sein.)
• Gabel ist ebenfalls von Triple Tuning überarbeitet und wurde dann noch von Stefan Laux mit einem Gasdruckanschlag versehen. Funktioniert jetzt für mich super. (Aber hier scheiden sich die Geister in meinem Freundeskreis gibt es Leute die meine Meinung teilen und andere die damit gar nicht klarkommen.)
• Als Auspuff fahre ich eine Arrow Titan Anlage. Hier ist auch einiges zu beachten. Die Mapping zwischen den Anlagen also Yoshi, Akra oder Arrow passen überhaupt nicht zusammen man ums sie auf jeden Fall individuell abstimmen.
• Das ganze Euro4 Geraffel raus schmeißen bringt etwa 6 PS
• Nun die Größte und wichtigste Änderung EMP Pro ECU von Yoshimura und jetzt ändert sich alles. TC deutlich besser, Wheelcontrol einstellbar (ein wenig) Gasannahme, Fahrbarkeit, Bilpper einstellbar (Kraft für das rauf und runterschalten), Motorbremse uvm.
Nach diesen Ganzen Änderung bin ich jetzt wirklich auf einem guten Weg und feile noch etwas an der Sitzposition.
Nun Mal zur Leistung ich hatte letzte Woche in Mugello das erstmal eine Daterecording auf dem Moped und wir hatten im Freundeskreis auch eine gut gehende BMW dabei. Die zu mindestens auf den Prüfstand 5 bis 7 PS mehr hat als die Susi aber über deutlich weniger Drehmoment verfügt. Die Susi hat auf dem Prüfstand mit Serienmotor nur alles außen rum gemacht 206 PS und 128 Nm Beide Motorräder wurde auf dem Selben Prüfstand gemessen. Dann kahm es zum show down auf der Start-Zielgeraden bei 38 Grad (kein guten bedingen für top Werte.) Die BMW schafte 272 Km/h laut GPS und die Susi auf 279 Km/h wenn man jetzt bedenkt das Fahrer auch mal unterschiedlich aus der Ecke kommen würde ich sagen ist der Unterschied nicht besonders großist. Beim Fahren merkt man aber einen deutlichen Unterschied zwischen Spitzenleistung und Drehmoment, was wem besser gefällt muss jeder selber wissen.

Gruß Thorsten
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Re: BMW S1000RR vs. GSX-R1000R

Beitragvon ThorstenGSXR » Donnerstag 9. August 2018, 09:37

Hi,

Noch ein kurzer Nachtrag, die Geschwindigkeiten sollten kein Schwazvergleich sein. Hier gibt es viele Faktoren die da eine Rolle spielen vom Reifen mal angefangen über Windschatten bis hin dazu ob in San Donato jemand vor dir ist. Es sollte nur zeige das die beide Motorräder trotz doch recht unterschiedlicher Motorcharakteristik am Ende doch nahezu gleich schnell sind.

Gruß Thorsten
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