Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Der Bereich für Eure Projekte, Um- und Aufbauten. Auch Tips und Tricks zu Feinheiten, aber keine Standardthemen wie: so wechselte ich die Bremsbeläge.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Dienstag 1. Januar 2019, 15:40

Jetzt ist das Fixieren der Halterungen am Rahmen an der Reihe. Das obere Rahmenrohr wird incl. des oberen Halters dazu an der Heling verschraubt. Das Rohr so ausgerichtet, dass es am Querrohr anliegt. Danach am Unterzug die Anschweißlasche angeschraubt und das ganze so ausgerichtet, dass die Kraft sauber in den Rahmen eingeleitet wird. Damit die Rohre sauber parallel laufen, habe ich einfach einen Anreißwinkel mit einer Klemme am oberen Rohr fixiert. Mit einer zweiten Klemme das untere Rohr ebenfalls am Winkel fixiert. Das Ergebnis sieht dann so aus:

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Innenseite:

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Da ich nicht einmal eine Ahnung vom Schweißen habe, muss ich mich leider auf das Anheften der Halter am Rahmen beschränken. Verschweißen lassen ich die Halter dann von einem Profi. Soll ja halten und nach was aussehen.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Mittwoch 2. Januar 2019, 18:18

Heute habe ich die Halter an den Rahmen geheftet. Die Rahmenrohre wurden mit Anreißwinkeln zueinander ausgerichtet. Die hinten quer auf den oberen Rahmenzügen liegende Platte wurde so eingefräßt, das sie dafür sorgt, dass die Rahmenzüge parallel laufen. Auf der rechten Seite muss hinten noch eine Aufnahme für die Auspuffhalterung hin. Mache ich, wenn klar ist, wo der Enddämpfer letztendlich sitzt.
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Auch die Aufnahme für den Tank habe ich bereits gefertigt. Der nach unten zeigende Winkel muss noch gekürzt werden und die Gewindenieten fehlen auch noch.

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Hier sieht man deutlich, dass das Federbein einer direkten Abstützung im Wege steht. Daher muss der rechte Unterzug um 60 mm verzogen werden. Da wo aktuell der Winkel ist, kommt noch eine Querverstrebung rein, damit der rechte Unterzug bei Belastung nicht einknickt. Sollte dann sicher halten, sitzt schließlich nur einer drauf und nicht zwei mit Gepäck.
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Vom Gewicht her wird dieser Träger noch recht schwer, da ich Vierkantrohre mit 2,0 mm Wandstärke verwendet habe. Auch die Aufnahme für die Sitzbank ist noch aus dickwandigem Material. Habe das so gewählt, weil dünnes Alu wohl recht schwierig zu schweißen ist. Kann ich später aber ohne Probleme durch dünnwandigere Rohre ersetzten.

Wenn alles fertig ist, werden die oberen Rohre noch auf die entsprechende Länge gekürzt.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Freitag 4. Januar 2019, 19:29

Der Heckrahmen wächst und gedeiht. Leider ist der Schweißer noch bis Montag im Urlaub. Fertigstellung des ersten Heckrahmens daher vermutlich Ende kommender Woche.

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Von unten sieht man schön den Verzug der rechten unteren Abstützung. Ich habe da absichtlich etwas mehr Platz zum Federbein gelassen, da das WP einen deutlich kleineren Durchmesser hat, als z.B. das Serienfederbein. Wäre ärgerlich, wenn ein anderes Federbein wegen 2 oder 3 mm nicht mehr rein ginge.

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Ist auch noch genug Platz vorhanden, wenn das Federbein voll eingefedert ist.

Seit der Info, dass die 85 PS Grenze aufgehoben wurde, gärt es und gärt und gärt.
Der aktuelle Motor hatte im ersten Anlauf auf dem Prüfstand 81 PS am Rad, sprich so etwa 87 PS an der Kupplung.
Die Überlegung war jetzt, was tun? Eigentlich gibt es für mich folgende Varianten:

1. Alles so lassen wie es ist und fahren.
2. Neue Krümmer drauf und neu abstimmen.
3. Neue Krümmer + Kolben mit einer Verdichtung von 1:12,5 + abstimmen
4. Wie 3. aber zusätzlich eine Airbox basteln und diese an das RamAir der F3 Verkleidung anschließen
5. Ganz tief Luft holen und einen ER-Motor mit +100 PS hinstellen.

Wie sich jeder denken kann, steigen mit zunehmender Stufe Aufwand & Kosten.

Für Stufe 5 könnte ich den Motor einfach zu meinem Tuner bringen und sagen "mach!". Der macht und das richtig. Da käme mit Sicherheit einer der heftigsten ER6 Motoren in Deutschland bei raus. Aber a.) nicht selber gemacht und b.) besser nicht an die Rechnung denken. Die würde irgendwo zwischen 5.000,- € und 10.000,- € liegen und wäre in Anbetracht des erforderlichen Aufwandes absolut gerechtfertigt. Scheidet also aus.

Ich habe die letzten Tage viel recherchiert, gesucht, verglichen was passen könnte, was es gibt......

Letztendlich wird es wohl 2 Motoren geben.

1. Variante:
Der aktuelle Motor mit 87 PS erhält neue Kolben mit 1:12,5. Neue Titankrümmer mit mehr Durchmesser und eine Airbox mit Anschluss an das RamAir der Agusta F3. Das Ganze dann noch auf dem Prüfstand abgestimmt. Meine Erwartung liegt irgendwo zwischen knapp über 90 PS und knapp unter 100 PS an der Kupplung.

2. Variante:
Hier wird es deutlich umfangreicher, daher in Stichpunkten.
=> Komplett neue Nockenwellen berechnen und anfertigen lassen, nicht nur umschleifen.
=> Zylinderkopf komplett überarbeiten
=> Neue Einspritzanlage mit 44 mm statt der originalen 38mm = 134 % der originalen Fläche
=> Kolben mit 1:13,5
=> Carrillo Pleuel
=> Kurbelwelle neu wuchten
=> Titankrümmer
=> Airbox mit Anschluss ans RamAir der F3
=> Absorbtionsdämpfer

Vieles davon kann ich mangels Know How und Werkzeug nicht mehr selber. Daher habe ich mir für einige entscheidende Punkte Unterstützung geholt. Die letzte Entscheidung hinsichtlich der 2.ten Variante ist noch nicht gefallen. Es fehlen noch einige Preise damit ich einen Betrag habe, was mich der Motor unter dem Strich kosten wird. Ist das für mich OK, geht es los.

In diesem Bereich wird die Airbox ihren Platz finden. Rechts und links ist im Rahmen ein Dreieck frei. Dort enden recht genau die Kanäle des RamAir der f3. Müsste eigentlich nur ein passender Übergang zur - noch zu bauenden - AirBox hergestellt werden.
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So und jetzt noch kurz zum Titankrümmer:
Der originale Krümmer ist für Mehrleistung nicht gedacht und daher wenig geeignet. Zudem noch aus Edelstahl und entsprechend schwer. Die gerne verwendeten ARROW Racingkrümmer kosten so runde 300,- € und wiegen dafür 1.800 g. Was liegt also näher, als den Titankrümmer einer ZX10R zu nehmen.
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Mit der Flex kurzen Prozess gemacht.
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Die Krümmerrohre müssen jetzt nur noch etwas weiter auseinander. Das mache ich, wenn der Ausdrehkopf da ist und ich die Auslässe am Zylinderkopf passend ausgespindelt habe. Dazu wird ein Krümmerrohr nochmals abgeflext, beide Krümmer am Kopf montiert, passend zurechtgedreht und dann geheftet. Hält alles, geht es zu einem erfahrenen Titanschweißer.

Erfreulich ist auch das Gewicht:

Originalkrümmer:...1.600 g
Titankrümmer:..........960 g
Einsparung:..............640 g

Da noch ein Anschlussrohr fehlt wird der Titankrümmer so 500g bis 600 g leichter sein, als der Originalkrümmer.
Und hey, welche ER6 fährt schon mit einem Titankrümmer in der Gegend rum?

Das wär´s dann für heute.
Ne, nicht ganz. Euch allen eine gutes Jahr 2019 und immer brav sitzen bleiben.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Sonntag 6. Januar 2019, 14:12

Heute habe ich den Aufbau der Form für die Carbonairbox begonnen. Für solche Zwecke sind die 3mm PVC-Platten aus dem Baumarkt hervorragend geeignet. Leicht zu schneiden, leicht zu schleifen und mit einem Heißluftföhn gut zu biegen.

Als erstes ist der Boden der Box dran. Mit dem originalen Anschlussteil der Airbox an die Einspritzung als Vorlage 2 Löcher in die ABS-Platte gefräst. Dort hinein passen die originalen Ansaugstutzen. Mit einem Winkelmesser die erste Abkantung ermittelt und diese in der ABS-Platte nachvollzogen. Das gleiche mit den beidem weiteren Winkeln. Da der Absatz etwas weit nach unten ging, die Platte warmgemacht, nach unten gedrückt und so etwas Platz für die Zündspulen geschaffen.
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Von der Seite sieht man, dass die Box den Platz bis zum Kopf gut nutzen wird. Die Frischluft soll durch die beiden Rahmendreiecke oben links im Bild in die Box gelangen. Dort ungefähr enden die Kanäle der F3 Verkleidung.

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Nicht viel für dieses Mal, aber ein kleines Schrittchen weiter.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon Andy AC » Sonntag 6. Januar 2019, 16:38

Mit 22 War ich auch noch so "bekloppt" :icon_thumleft Ich verfolge das auf jeden Fall bis zum Ende! :mrgreen:

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Sonntag 6. Januar 2019, 20:15

Andy AC hat geschrieben:Mit 22 War ich auch noch so "bekloppt" :icon_thumleft Ich verfolge das auf jeden Fall bis zum Ende! :mrgreen:

Und ich hab mit meine "Beklopptheit" erhalten. Auch wenn "22" schon einige Sommer her ist. Hoffe jedenfalls, das bleibt bis zum Ende so.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Mittwoch 9. Januar 2019, 19:46

Heute waren Rahmen und Heckrahmen beim Schweißen. Wird halten, aber schön ist anders. Werde beim nächsten Mal einen anderen Aluschweißer probieren.

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Es fehlen noch die Auflagen für den Höcker vorne und hinten. Die bekommt dann schon der neue Schweißer.

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Gewicht im aktuellen Zustand: 977 g

Habe für die weiteren Heckrähmen Material in 1,5er Wandstärke geordert. Bin mal gespannt, ob ich einen fertigen Rahmen unter 1.000 g hinbekomme.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Donnerstag 10. Januar 2019, 18:43

Die "Airbox" hat Ihre ersten Seitenwände erhalten. Mit dieser Höhe lässt sie sich gut zwischen die Rahmenrohre schieben und auf die Ansaugstutzen am Motor drücken. Ist eine etwas zähe Angelegenheit so was zu bauen. Überlegen, zuschneiden, dranhalten, festkleben - warten bis der Kleber trocken ist -, probieren, ob es passt und dann meist irgend was korrigieren. Manchmal auch alles auf Anfang setzten.

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Die Auflage für die Sitzbank gibt es inzwischen in 3 Versionen. Diese von links nach rechts. Erst ein Vierkantrohr, dann einen Winkel probiert und letztlich bin ich bei einem U-Profil gelandet. Gefällt mit am Besten. Ist stabil und relativ leicht. Die Sitzbank werde ich hinten mit 2 Stück M8 Aluschrauben mit Flachkopf festmachten. M8, weil der Kopf einfach größer ist als bei einer 6er Schraube und dadurch die Kräfte besser verteilt werden.

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Und so sieht es dann am Heckrahmen aus. Sollte diesen durch die Einfräsungen ausreichend stabilisieren.

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Die Ecken außen werden natürlich noch abgeschrägt und die Oberzüge entsprechend gekürzt.
So viel für heute.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon Walnussbaer » Donnerstag 10. Januar 2019, 19:23

Die Verschweißungen sind Horror, aber sonst ist das ein geiler Umbau bis jetzt! Bitte weiter berichten!

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Donnerstag 10. Januar 2019, 22:07

Walnussbaer hat geschrieben:Die Verschweißungen sind Horror, aber sonst ist das ein geiler Umbau bis jetzt! Bitte weiter berichten!

Ich wollte es nicht so deutlich sagen, aber sei froh, dass Du die Nähte nicht im Original bewundern musst. Nix WIG, Elektroschweißen. :x Wie gesagt - hält und bloß nicht darüber nachdenken.


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