Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Der Bereich für Eure Projekte, Um- und Aufbauten. Auch Tips und Tricks zu Feinheiten, aber keine Standardthemen wie: so wechselte ich die Bremsbeläge.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Samstag 14. September 2019, 21:18

Keine Panik mit dem Schwingenlager! Alles im grünen Bereich.

Die Achsmutter wird sowohl in der ZX10R aus der die Alu-Variante stammt, als auch in der ER6 mit 108 Nm angezogen.
Gleiche Achse, gleiche Achsmutter, gleiches Anzugsmoment. Also, warum sollte es in der ZX10R als Großserienteil funktionieren und in einer ER nicht? Kann ich keinen Grund erkennen.

Beim Einbau ist bei der ER6 etwas Spiel zwischen Rahmen und Schwingenlager.
Bei der ZX10R wird das mit einer Einschraubhülse ausgeglichen und das Ganze dann mit der Schwingenachse geklemmt.
Bei der ER ist halt alles etwas schlichter, da wird einfach der Stahlrahmen etwas zusammengezogen. Nicht schön, aber funktioniert auch. Die Schwinge läuft leicht und spielfrei, wenn die Achsmutter mit den vorgegebenen 108 Nm angezogen ist.

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scm
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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon scm » Sonntag 15. September 2019, 12:06

Wir sind tief entspannt ...

Ohne jetzt ne Uhr draus machen zu wollen, idealerweise ließe sich
die Schwinge samt Innenrohr und Abdeckkappen stramm in den
Rahmen schieben. Je mehr Axialluft die hat umso mehr verzieht's
dir den Rahmen beim Festziehen der Mutter und umso geringer
ist die Klemmkraft die die Hülse an Ort und Stelle hält.

Aber du machst das schon!

Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg!
Sven

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Montag 16. September 2019, 18:30

Heute nur eine kleine Anekdote.

Wie bereits beschrieben, baue ich mir die 12er Bolzen aus hohlen Bolzen anderer Modelle.
Der neue Schraubenkopf soll aus einer entsprechenden Mutter entstehen. So was gibt es natürlich bei Kawa, oder auch anderen Herstellern. Ich denke Mal, die Preise sind bekannt.

Also, so ne Mutter muss es doch irgendwo aus dem Industriebereich geben. M12 x 1,25 in 10.9 mit Bund, also DIN 6923. Viel Spaß beim Suchen, ich habe in Deutschland nichts gefunden.

Letztlich tauchte dann ein polnischer Lieferant auf. Der hatte genau das im Programm, was ich gesucht habe. 100 St für 67,00 Złoty - wie viel auch immer das ist.... Also erst einmal den Währungsrechner in Anspruch genommen - sind 15,48 €. Klingt schon einmal gut. Stellt sich als nächstes die Frage, ob die so eine Kleinigkeit überhaupt nach Deutschland liefern. Man kann ja per Mail mal freundlich anfragen. Offensichtlich haben die dort verstanden, was Google so übersetzt hat... zumindest kam ein Angebot - auf polnisch. Also mühsam das ganze via Google übersetzt, eine Bestellung raus geschickt und den Kaufpreis incl. Versandkosten von 65,01 Złoty überwiesen. Wenn man in Euro überweist, geht das übrigens ganz einfach und preiswert. Es ist keine teure Auslandsüberweisung erforderlich.

Heute kam dann ein kleines, dafür schweres Paket aus Polen. Meine Muttern. :D
Gesamtkosten: runde 0,30 €/Stück.

Bild

Macht eine solche Aktion Sinn?
Vielleicht nicht, aber ich brauche jetzt zumindest keine Muttern in der Größe mehr bestellen und habe die Befriedigung, dass ich keine X € für eine Mutter auf den Tisch gelegt habe. So was tut mir jedes Mal in der Seele weh.

So viel für heute.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon gixxn » Dienstag 17. September 2019, 09:46

Na da wirst du sicher länger was von deinen ganzen Muttern haben. :mrgreen: :wink:
M12x1,25 gibt es auch als Titanschraube inkl. Mutter.

Klar kostet das mehr, aber du kannst genau die Menge bestellen die du brauchst.
Unterm Strich vermutlich dann auch nicht viel teurer als der ganze Aufwand den du hier betreibst.

Aber da bei dir Zeit anscheinend eine untergeordnete Rolle spielt und du gerne herumtüftelst, verstehe
ich auch dass du zumindest an dieser Stelle versuchst zu sparen.

Ich bin da etwas pragmatischer. :wink:

Auch Suzuki hat beim Umlenkhebel häufig dieses M12 x 1,25 für die Bolzen.
Solltest du noch was passendes suchen.



gruß gixxn

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon Kai Zen » Dienstag 17. September 2019, 16:35

Falls ich ne M12 x 1.25 Grade 10 brauche melde ich mich und hoffe, dass du noch eine übrig hast :wink: ...
Kann ich gut verstehen, bei "Kleinmengen" ist es in DE oft aussichtslos und auf Anfragen wird dann oft auch gar nicht geantwortet. Über misumi bekommt man sie auch aus Japan. Aber dann kannst du sie halt auch als E-Teil ordern.
Wenn es sehr speziell wird, kann ich https://www.haguefasteners.co.uk/ empfehlen (noch bis Ende des Monats? :shock: ). Habe zwar für die Anfertigung hochwarmfester Schrauben für Bremsättel genausoviel wie für die gebrauchten Sättel berappt, aber dann aus Turbinenstahl meine Wunschschrauben bekommen. Immer nett und kooperativ.
Weshalb ich aber eigentlich nachfragen wollte, ist das Bj. der ZX10R, denn die Langbuchse ist gebraucht nicht zu bekommen, steckt ja in der Schwinge.

PS: außer beschnüffeln wäre meinethalben auch mal ein Ründchen drin.
Es gibt keine Wahrheit, nur Spaß oder kein Spaß!

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Dienstag 17. September 2019, 16:58

Hallo gixxn,

M12x1,25 in Titan? Prinzipiell ja und wenn man es bei der richtigen Adresse bestellt auch bezahlbar, aber:

Titan ist in der GTT für Achsen, Schrauben und Muttern nicht zulässig.

Gute Idee, nur leider nicht umsetzbar.


Kai Zen:
Ich denke, die eine oder andere werde ich bei Bedarf wohl entbehren können.
Die Langbuche wird von Kawa in runde 140 verschiedenen Modellen / Baujahren verwendet. Kostet neu knapp 50,- €.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Donnerstag 26. September 2019, 18:16

Zwischenzeitlich habe ich mich mal des Kabelbaumes angenommen. Da gibt es bei der 2006er ER6 zwei Versionen. Mit und ohne ABS. Die unterscheiden sich im Gewicht ganz erheblich. Mit ABS sind es 2,8 kg, ohne 1,9 kg.

Also habe ich mir eine ECU ohne ABS und einen passenden Kabelbaum besorgt. In dem sind natürlich noch jede Menge Kabel & Stecker drinnen, die auf der Renne nicht benötigt werden und damit raus können. Damit ich nicht ganz den Überblick verliere, habe ich mir den Kabelbaum grob übers Mopped gelegt und alles, was ich in die Finger bekommen habe an die passenden Stecker angeschlossen. ECU, Gleichrichter, Zündschloss, Schaltereinheiten, Sensoren ..... alles angesteckt. Wäre ja dumm, die Kabel für die Luftdrucksensoren auszubauen und sich nachher verzweifelt zu fragen, war das Teil nicht läuft.

Dazu erst einmal die Ummantelung aufgeschnitten / abgewickelt und den Kabelbaum mit Kabelbindern gesichert, damit er nicht auseinander fällt und ich den Überblick behalte.

Bild

In diesem Zustand sind bereits einige Kabel abgeschnitten und rausgezogen. Mal schauen, was letztendlich vom originalen Kabelbaum übrig bleibt.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Freitag 27. September 2019, 14:39

Leider konnte ich keine LiFePo4 Zellen mit ca. 3,5 Ah finden, die für einen Spitzenstrom von mind. 80 A / 25C gut sind. Also habe ich mich für den Einsatz von 123-Zellen (ANR26650m1B) mit 2,5 Ah und einem Spitzenstrom von 120A / 10 sec. entschieden.

Eigentlich sollten 2,5 Ah für einen Turn gut reichen. Da ich nun so gar keine Lust habe, mit leerem Akku liegen zu bleiben, fiel die Entscheidung einen 4S2P Akku zu bauen, also 4 in Serie und 2 Parallel. Ergibt einen Akku von 5,0 Ah und 240A kurzzeitige Belastbarkeit. Das Gewicht liegt incl. Kabel und Stecker bei knapp über 700 g. Die 5 Ah geben mir die Sicherheit, dass auch bei Verzögerungen im Ablauf noch genügend Saft für einen vollen Turn von 30 min. vorhanden ist. Das Mehrgewicht sind 4 x 73 g + ein paar Brücken, also runde 300 g. Das ist mir diese Sicherheit alle mal wert. Hochstromzellen weil ich mir die Option eines internen Starters offen halten will. Mit externem Starter wäre jede LiFePo4 Zelle geeignet, da das Motorrad selbst ja nur 4 A zieht.

Im Rohbau sieht ein solcher 4S2P wie folgt aus:
Bild

Der bekommt jetzt noch passende Silikonkabel mit Hochstromsteckern aus dem Modellbaubereich und einen Schrumpfschlauch.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Sonntag 29. September 2019, 12:17

Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Der neue Deckel aus Alu wurde in der Fläche von 5 mm auf 2 mm Materialstärke reduziert. Das erhält einen stabileren Rahmen und erleichtert das Teil als Ganzes. Statt der originalen Stahlschräubchen gibt es solche aus Alu.

Bild

Gewicht Original:............ 80 g
Gewicht "Racing":........... 26 g
Vorteil:............................. 54 g

Eigentlich völlig sinnfrei, aber 150 kg sind das erklärte Ziel und 10 solche Teile sind halt auch 1/2 Kilo.

Der Kabelbaum treibt mich noch zum Wahnsinn. Was da alles an "Wenn, dann" Funktionen dran ist....
Wenn der Seitenständer ausgeklappt ist, dann wird die Zündung unterbrochen, aber bitte über ein Relais in der Relaisbox und so einiges Andere hängt an dem Kabel auch noch dran. So was an jeder Ecke. Wird wohl doch darauf hinauslaufen, dass ich den nicht Stück für Stück reduziere, sondern in einem Aufwasch neu mache.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Samstag 5. Oktober 2019, 11:44

Es gibt ihn wirklich, den berühmten Widerstand im Zündschloss.

Bild

Weiß kommt von der Batterie. Ist die Zündung eingeschaltet, wird zwischen Weiß und Braun gebrückt.
Damit steht auch am Widerstand Spannung an und geht dann über das graue Kabel (hier nicht zu sehen) in die ECU. Sollte also keine Herausforderung sein, einen passenden Widerstand im Bereich der ECU einzubauen.


Da das Zündschloss bekanntlich ein recht schwerer Brocken ist, soll es ausgebaut werden soll. Ich habe da alternativ an einen 30A Sicherungsautomaten wie diesen hier gedacht.

Bild

Der würde als Hauptschalter und Sicherung in einem fungieren. Eigentlich wollte ich einen 100A Schalter einbauen und alles incl. dem Strom für den Anlasser darüber laufen lassen. Aber wozu eigentlich? Von der Batterie steht das Kabel zum Anlasser bis zum Anlasserrelais unter Spannung und das ist bekanntlich nichts anderes, als ein elektrisch betätigter Schalter. Macht also wenig Sinn, da noch einen weiteren Schalter dazwischen zu hängen.
Wirklich getrennt werden muss eigentlich nur das Bordnetz von der Batterie. Dafür sollte der Schalter doch gut sein.

Falls jemand von der Elektrik wirklich Ahnung & Bedenken hat, bitte melden.

So viel für heute.


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