Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Der Bereich für Eure Projekte, Um- und Aufbauten. Auch Tips und Tricks zu Feinheiten, aber keine Standardthemen wie: so wechselte ich die Bremsbeläge.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Freitag 21. Dezember 2018, 10:59

Skorp hat geschrieben:Was das PS Limit betrifft :( aus so ner ER6 bekommst ja ohne viel Aufwand sehr viel Mehrleistung raus.... Schade


Ist immer eine Frage, was man unter "ohne viel Aufwand" versteht. PowerCommander einstecken, eine Map aufspielen und siehe da, man hat 90 PS... Leider nicht.

Der ER6 Motor wurde von Kawa so ausgelegt, dass max. Drehmoment und max. Leistung recht weit auseinander und vor allem Meilen vom mechanischen Drehzahllimit entfernt liegen. Die Steuerzeiten wurden also extrem zahm gewählt. Heißt nichts anderes, als dass ohne neue Steuerzeiten - sprich Nockenwellen - nicht wirklich was geht.

So bis an die 90 PS an der Kupplung ist das mit "wenig Aufwand" schon richtig. Da reichen neue Nockenwellen, Kopf grob überarbeiten, BMC Luftfilter rein, Lufteingänge an der Airbox vergrößern, passender Endttopf drauf und das Ganze dann auf dem Prüfstand abstimmen aus. Darüber wird die Luft mit jedem PS dünner und dünner. Irgendwann geht es dann nur noch über die Drehzahl. Damit das ganze dann noch eine Weile hält muss ein leichter Ventiltrieb her - also Alu-/oder Titanteller und Titanventile. Carrillos werden Pflicht. Kolben von JP mit einer Verdichtung von 1:13,5. Und nicht zu vergessen eine aufgebohrte Einspritzanlage mit einer passenden Airbox. Ein entsprechender Auspuff natürlich auch.
Die Abstimmung eines solchen Systems und ich meine hier nicht nur das Gemisch, muss man dann können. Das erfordert Jahre-, wenn nicht Jahrzehnte lange Erfahrung und viel Zeit. So ein ER6 Motor mit 100 PS oder mehr geht, ehrlich gerechnet, ganz schnell in den 5-stelligen Bereich. Wie lange ein so belasteter Motor dann hält, ist nochmal eine andere Geschichte.

Was ich beim Tuning meines Motors so gedacht und gemacht habe kommt, wenn der 2.te Motor gemacht wird.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon Knubbler » Freitag 21. Dezember 2018, 12:28

Grüß Dich,
schönes Projekt hast Du da am laufen, ich les gerne mit :D
Hast Du schon mal bei der neuen Z650 geschaut? Das ist die Weiterentwicklung der ER6 und sie ist schon in der Serie satte 19kg leichter. Hab dieses Jahr einige Kawas mit Teilen davon schon rumfahren sehen, vorallem die Belgier.
Aus persönlichem Interesse, welche Steuerzeiten/Hub haben die Serien Nocken und welche die neuen?

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Freitag 21. Dezember 2018, 13:11

Klar habe ich bei der Z 650 gespickelt. Es gilt immer noch "besser gut geklaut, als schlecht selber gemacht".
Das mit den -19 kg der Z 650 ist so eine Sache. Mag ja laut Werk alles so sein. In den Berichten der Zeitungen lesen ich dann: "Die Basis bildet ein neuer Gitterrohrrahmen, der im Vergleich zur Vorgängerin 10kg an Gewicht verloren hat. Somit wiegt er nur 15kg und ist in der grünen Ausführung besonders schön anzusehen."

Keine Ahnung, wie das gehen soll. Hat mit meinen Messungen nix zu tun:

Wenn der neue Rahmen 15 kg wiegt und 10 kg leichter ist, als der alte, müsste dieser nach Adam Riese 25 kg wiegen.
Warum zeigt meine Waage dann nur 20,72 kg? Eine Differenz von über 4 kg!

Hinzu kommt, dass bei der ER viele Teile aus dem Billigregal stammen. Devise "passt schon, Gewicht ist eh egal".

Kleines Beispiel:
Schwingenachse ER6:......... 767 g
Schwingenachse ZX10R...... 371 g

Haben beide den gleichen Durchmesser. Die 10er Schwingenachse läßt sich leicht auf die passende Länge bringen. Und rein damit.

Von der Z 650 habe ich mir bereits eine Kupplung besorgt. Das soll ja eine Slipper Clutch sein. Mal schauen, ob sie passt und funktioniert. Wenn nicht, muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und mit eine von TTS besorgen.

Alles andere was sonst so an einer ER was wiegt, lasse ich eh zu Hause. Braucht auf der Renne kein Mensch.
Macht also nicht wirklich Sinn, eine noch teure Z 650 als Basis zu nehmen.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon Knubbler » Freitag 21. Dezember 2018, 14:11

Bei der Mittelklasse geben sich Hersteller selten die Mühe wie bei den Sportlern. Das wäre auch nicht wirtschaftlich.

Und wie sieht es mit den Steuerzeiten aus? ;)

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon ER6-Treiber » Freitag 21. Dezember 2018, 14:34

Schwieriges Thema mit den Steuerzeiten. Spielt ja nicht nur die Öffnungsdauer eine Rolle. Geht ja auch darum, wie schnell werden die Ventile geöffnet und wann beginnt die Öffnung.

Ich habe mir es daher recht leicht gemacht und die Originalnockenwellen auf Profil und Zeiten einer 2008er ZX10R umschleifen lassen. Jetzt ist die Belastung des Ventiltriebes bei gleicher Drehzahl sogar geringer, als im Originalzustand. Mit den Steuerzeiten einer ZX10R hole ich mir den Charakter eines Supersportlers ins Haus und lege max. Drehmoment sowie die max. Leistung näher an die max. zulässige Drehzahl.

Wenn dieses Thema an der Reihe ist, schreib ich ausführlich was dazu und stelle meine Leistungsmessung mit online.

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon Fox1103 » Freitag 21. Dezember 2018, 14:50

ER6-Treiber hat geschrieben:Schwieriges Thema mit den Steuerzeiten. Spielt ja nicht nur die Öffnungsdauer eine Rolle. Geht ja auch darum, wie schnell werden die Ventile geöffnet und wann beginnt die Öffnung.

Ich habe mir es daher recht leicht gemacht und die Originalnockenwellen auf Profil und Zeiten einer 2008er ZX10R umschleifen lassen. Jetzt ist die Belastung des Ventiltriebes bei gleicher Drehzahl sogar geringer, als im Originalzustand. Mit den Steuerzeiten einer ZX10R hole ich mir den Charakter eines Supersportlers ins Haus und lege max. Drehmoment sowie die max. Leistung näher an die max. zulässige Drehzahl.

Wenn dieses Thema an der Reihe ist, schreib ich ausführlich was dazu und stelle meine Leistungsmessung mit online.


Dieser "Aufbau-Thread" verdient seinen Namen.
Offensichtlich weißt du was du willst und was du tust.

Bis dato bin ich sehr begeistert und freue mich auf neue Posts von dir :rockout2:
Termine 2019:

Dreier Racing | Rijeka | 15.-18.04.
Tripple M | OSL | 08.+09.07
STEIL | Most | 05.-07.08

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon Knubbler » Freitag 21. Dezember 2018, 17:29

Gar keine schlechte Idee mit dem Profil Transfer. Beschäftige mich recht viel mit Nockenwellen und den Einflüssen, daher die Frage.
Bin auf jeden Fall gespannt wie es weiter geht :D
Obwohl ich aus der SV Ecke komme, muss ich zweifelsfrei zugeben, dass das Kawa Triebwerk für hohe Leistungen besser geeignet ist

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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon Straßenköter » Freitag 21. Dezember 2018, 19:46

Fox1103 hat geschrieben:
Dieser "Aufbau-Thread" verdient seinen Namen.
Offensichtlich weißt du was du willst und was du tust.

Bis dato bin ich sehr begeistert und freue mich auf neue Posts von dir :rockout2:


Da möchte ich mich anschliessen.
Einfach klasse!
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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon scm » Freitag 21. Dezember 2018, 21:08

Ja, schönes Projekt!
Bin auch gespannt was du noch alles zu berichten hast!

Viele Grüße und viel Erfolg!
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Re: Aufbau einer Kawasaki ER6 für die German Twin Trophy

Beitragvon Skorp » Samstag 22. Dezember 2018, 10:23

Weiter so.

Der Ansatz der GTT, war in meinen Augen günstiger und gleichzeitig vergleichbarer Rennsport. Wenn ich es aber hinbekomme mit dem hinzufügen von Geld aus der ER6 120PS herauszuquetschen, dann ist es in meinem Augen weder vergleichbar noch günstig....

Wenn jeder Teilnehmer auf diese Art und Weise sein moped aufbaut, super cool, absoluter Respekt, aber es wird leider einige geben, die einfach Scheine auf den Tisch legen und fahren
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