Identifizierungsmerkmale eines defekten Gangs

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techam
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Identifizierungsmerkmale eines defekten Gangs

Beitragvon techam » Mittwoch 27. April 2016, 09:06

Guten Tag,

bei meiner SC50 habe ich aktuell folgendes Problem:
Wenn ich im zweiten Gang aus einer Kurve herrausbeschleunige, dann habe ich ab etwa 8000rpm kurze Zugunterbrechnungen.
Vom Gefühl ähnlich, wie das Auslosen des Schaltautomaten beim Versuch höher als den 6.Gang zu schalten.
Nach jeder dieser Zugunterbrechungen dreht der Motor anstandslos weiter hoch, bis nach weiteren 2000rpm Drehzahlanstieg dann ein erneuter Ruck kommt.
Beim Fahren mit konstanter Drehzahl im zweiten Gang, beispeilsweise über einen Kurvenverlauf hin fährt sich der Gang absolut normal und es sind keine Ausfallerscheinungen festzustellen.

Alle anderen Gänge funktionieren tadellos (nur den ersten Gang habe ich nicht getestet, weil ich diesen in der Regel nicht benötige/zu kurz übersetzt ist)

Das Problem trat das erste Mal letztes Jahr bei meinem Abschlusstermin in Assen im letzten Turn auf, den ganzen Tag vorher war nichts derartiges festzustellen und im Turn davor konnte ich noch meine persönliche Bestzeit fahren.

Mein erster Verdacht war daraufhin natürlich ein Getriebeschaden im Bereich des zweiten Gangs.
Im Winter habe ich die Ölwanne geöffnet und das Getriebe optisch begutachtet.
Dabei waren keine Mängel festzustellen, alle Zahnradpaare hatten ein sauberes Laufbild ohne Pitting.
Alle Gänge lassen sich unter der Fahrt und auch im Stand absolut sauber schalten.
Alle Klauen hatten nach dem Schalten mindestens eine Überschneidung von 75%.
Die Abnutzung an der eingreifenden Kante der Klauen war bei allen paarungen im normalen Rahmen.
Es gab keine metallischen Körper größer 0,5mm im Öl (gesiebt)
Alle Schaltgabeln waren optisch unbeschädigt und auch optisch gerade.
Die Schaltwalze ist unbeschädigt und weißt kaum Verschleiß auf.

Somit hatte ich das Getriebe ausgeschlossen und war weiter zur Kupplung übergegangen.
Theorie war, dass der stärkere Drehmomentanstieg im zweiten Gang die Kupplung kurzzeitig ins Rutschen bringen konnte, was die höhren Gänge nicht mehr vermochten.
Kupplungsbeläge sind jedoch alle samt noch wie Neu: (2,98-3,02mm / Verschleißgrenze 2,60mm)
Reibscheiben sind nicht verzogen.
Auch waren optisch keine Anzeichen von durchrutschen der Kupplung wie beispielsweise Verfärbungen o.Ä. zu erkennen.
Die Federn waren jedoch bereits einiges unter der zulässigen Verschleißmarke, weshalb ich diese dann als Ursache ausgemacht hatte.
Die ursprünglichen originalen hatte ich bereits ein Jahr zuvor gegen EBC 15%+ Federn getauscht, diese waren aber nach einer Saison und weniger als 3000km nun schon um rund 3mm gestaucht, sodass ich nun einen nagelneuen Satz original Honda Federn verbaut habe, weshalb ich diese als Ursache jetzt ausschließen würde.


Da das Problem nun beim ersten Event dieses Jahr jedoch erneut aufgetreten ist, stehe ich wieder am Anfang.
Wahrscheinlichste Diagnose ist damit wieder ein Getriebeschaden, bzw vermutlich eine verbogene Schaltgabel, sodass die Klauen des zweiten Gangs überspringen...

Um diesen Verdacht nun jedoch bestätigen zu können, bin ich auf der Suche nach weiteren Indizien, anhand derer man den Fehler eineingen kann.

Drehzahlverlauf? Die Drehzahl müsste im Falle des überspringenden Gangs einen Satz nach oben machen und dann schlagartig wieder eingefangen werden?
Am Montag habe ich bereits den nächsten Termin, dort würde ich dann mal eine Gopro auf den Tacho richten, runterschauen beim durchbeschleunigen ist mir zu riskant, da oft auch Buben aus dem Juniors Cup u.Ä mit fahren.

Gibt es also noch weitere Punkte die ich kontrollieren kann um den Fehler weiter einzugrenzen?

Vielen Dank schonmal im Vorraus!

MfG Christian
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Re: Identifizierungsmerkmale eines defekten Gangs

Beitragvon mazdamax » Mittwoch 27. April 2016, 09:26

Merkmale:
- Gang geht knochig rein
- Eingelegter Gang wird von 0Gas auf Gas in den nächst höheren geschleudert
- Gang ruckelt beim Beschl. und hüpft ggf. immer wieder raus oder in Leerlauf
- Wenn das Gas zugemacht wird, hüpft der Gang raus

An den oberen Merkmalen ist meistens abgerundete Zahnradklauen schuld.
Meistens kommt das zwischen 2. und 3.Gang.
Ist die Kante rund, hüpft der Gang immer wieder raus.

Ist die Schaltgabel z.B. schon abgenutzt oder verbogen, dann gehen die Gänge auch nicht mehr ordentlich rein. Schaltet ggf. knochig oder Gang hüpft raus rein.
Wenn du ein ruckeln hast, als würde der Gang raushüpfen, aber nach dem Ruck dann erst richtig halten ... so kenne ich es aus eigener Erfahrung war die Gabel schuld, was im Anschluss das Zahnrad kaputt machen kann und am Ende jedes Mal der Gang raushüpft, wenn das Gas zugedreht wird.
Meistens dann von der 3. in den 4. Gang hüpft.

Aber mein Fazit ... wenn es immer wieder, vorallem im selben Gang zu einem Ruck kommt oder auch mal raushüpft sind Verschleissursachen.
Ich persönlich würde da reinschauen, Gangräder prüfen ob noch alle Klauen Scharfkantig sind, die Gabeln starke Anlaufspuren haben oder nicht mehr 100% in 90Grad stehen zur Welle.

Was du auch prüfen kannst/solltest den Schaltstern hinter der Kupplung.
- Ist die Schraube für die Feder eh ordentlich fest oder locker ... wenn die locker ist, dann rasten die Gänge auch nicht ordentlich mehr ein.
- Ist der Stern abgenudelt ggf

mfg

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Re: Identifizierungsmerkmale eines defekten Gangs

Beitragvon mazdamax » Mittwoch 27. April 2016, 09:31

Ich hab mir dann angewöhnt zu 80% die ersten 3 Gänge mit Kupplung zu schalten.
Der Sprung von 2. auf 3. Gang ist relativ hoch und die Belastung auf die Räder durch den Drehzahlsprung hoch.
Schaltautomat hat bei mir z.B. den 3. Gang ruiniert weil die Klaue vom 3.Gang dadurch beschädigt wurde.

Hatte 1x reingeschaut wo es ab und an geruckt hat, da war noch nix ... 1 Jahr später, war die Kante komplett rund, Prüfung machte ich deshalb, da der Gang plötzlich gar nicht mehr gehalten hat.

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Re: Identifizierungsmerkmale eines defekten Gangs

Beitragvon techam » Mittwoch 27. April 2016, 10:06

Schaltstern ist noch ein guter Hinweis, den habe ich noch nicht überprüft.


Schaltautomat habe ich erst dieses Jahr eingebaut, vorher habe ich IMMER mit Kupplung durch alle Gänge geschaltet und es gab auch sogut wie nie ein unsanftes Schalten bei mir, da habe ich immer sehr viel Wert drauf gelegt.

Selbst beim sehr harten Runterschalten bleibt der zweite Gang drin, springt nicht, oder sonst was, absolut normales Verhalten bis zum Kurvenausgang.

Wenn ich dieses Zugunterbrechungen habe springt der Gang nicht raus, sondern es ist anschließend immernoch der 2. Gang drin und es geht auch erstmal ein Stück weiter mit der Beschleunigung, bis dann eine erneute Unterbrechung kommt.

Hier mal ein Videomitschnitt davon, beim Rausbeschleunigen aus der Stubben gibt es zuernst einen deutlichen Ruck, mit starker bewegung im Motorrad, das ist der Aussetzer, dann geht es noch kurz weiter und ich schalte mit dem Schaltautomaten hoch in den dritten Gang, dieser Ruck ist etwas kürzer und nicht so deutlich.
Vorher im gesamten Kurvenverlauf ist alles ganz Normal.

https://www.youtube.com/watch?v=_butS2bvMPg

Vielen Dank schonmal.
MfG Christian
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Re: Identifizierungsmerkmale eines defekten Gangs

Beitragvon luxgixxer » Mittwoch 27. April 2016, 20:06

Hast du denn schonmal den Schaltautomaten abgeklemmt um den auszuschliessen?

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Re: Identifizierungsmerkmale eines defekten Gangs

Beitragvon Franky#75 » Mittwoch 27. April 2016, 20:50

Ich hatte mal meinen Schalthebel zu niedrig und den QS zu soft eingestellt. Da hat der schon ausgelöst wenn ich nur leicht dran gekommen bin. Kannst du das ausschließen?

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Re: Identifizierungsmerkmale eines defekten Gangs

Beitragvon Sordo » Mittwoch 27. April 2016, 21:39

Er hat ja geschrieben das er den Fehler schon im letzten Jahr hatte, der QS wurde erst diese Jahr verbaut.
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Re: Identifizierungsmerkmale eines defekten Gangs

Beitragvon Pana123 » Mittwoch 13. Juni 2018, 15:48

Hey techam,

hast du dein Problem lösen können? Schlage mich zur Zeit nämlich mit der gleichen Sache rum, habe auch die Vermutung dass das Problem an der Schaltgabel im Getriebe liegt...

MfG Pana

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Re: Identifizierungsmerkmale eines defekten Gangs

Beitragvon techam » Mittwoch 13. Juni 2018, 16:02

Oh, ich habe die letzten Antworten hier garnicht mehr registriert. Sorry

Ja es war eine defekte Schaltgabel, die verschlissene Seite war genau die einzige, welche durch die Ölwanne nicht zu sehen ist.

Dummerweise hat es auch die Führungsnut im Getrieberitzel so stark verschlissen, dass ich das gesamte Getriebe tauschen musste.

Daher, wenn deine Symtome so ähnlich anfangen wie bei mir, sofort die Schaltgabel ausbauen und genau kontrollieren. Wenn du glück hast, sind bisher nur die Schaltgabeln beschädigt und das eigentliche Getriebezahnrad ist intakt. Dann reicht es die Schaltgabel auszutauschen. Das geht bei den meisten Motorrädern ohne den Motor zu spalten.

MfG Christian
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