Motorrad

Das Bike

Das Fahren auf Rennstrecken für den "Normalo" wird immer beliebter. Gab es vor einigen Jahren nur eine Handvoll Veranstalter, die solche Ringtrainings anbieten, so sind es heute schon mehrere Dutzend. Und es werden immer mehr. Einmal so richtig Gasgeben, ohne Rücksicht auf Autos und Tempolimits. Ein Traum/Wunsch vieler Motorradfahrer.
Dieser "Rookies Guide" soll Euch eine kleine Hilfe bei den ersten Rennstreckenerlebnissen sein und Euch damit vor teuren und schmerzhaften Erfahrungen schützen. Solltet Ihr noch Fragen haben die hier unbeantwortet blieben, so schreibt uns eine Mail.

Welches Motorrad?

Früher hätten man gesagt, dass Tourenmotorräder und Enduros nichts auf der Rennstrecke zu suchen haben. Da aber auch immer mehr Fahrsicherheitstrainings angeboten werden, kann man die Aussage nicht allgemeingültig stehen lassen. Bei "richtigen" Renntrainings trifft dies aber nach wie vor zu!
Für Renntrainings gilt: Tourenmotorräder und Enduros haben hier nichts verloren. Zu schnell sind ihre Reserven aufgebraucht und überfordern ihre Fahrer. Sportbikes und auch Supermotos hingegen sind für ein genussvolles Ringevent die erste Wahl.

Welche Verkleidung?

Auch wenn man sich als Anfänger die ersten Male auf der Rennstrecke versucht: bei einem kleinen Sturz ist die Originalverkleidung inkl. Anbauteilen sicher kaputt. Und das wird teuer. Was man zumindest machen sollte ist Scheinwerfer, Rücklicht, Blinker und Spiegel zu entfernen. Das kostet zwar ein paar Minuten Schraubarbeit, kann aber bei einem Sturz schon ein paar Hunderter sparen. Eine komplette Zubehörverkleidung kostet einen Bruchteil der Originalverkleidung und macht ausserdem optisch auf dem Ring mehr her als das Strassengeraffel. Und wie gesagt: beim Sturz… Rennverkleidungen kann man mittlerweile bei vielen Anbietern beziehen. Ein Blick zu unseren Kunden hilft weiter!

Welches Fahrwerk?

Aktuelle Sportbikes verfügen über ein Fahrwerk, das für Ringneulinge meist mehr als ausreichend ist. Hier vorab zu investieren macht nur selten Sinn, meist sind für schwergewichte Fahrer ein Satz härtere Federn für Federbein und Gabel genug. Schau auch mal unter Tipps und Infos => Fahrwerkskunde!!!

Welche Leistung?

Mehr Leistung macht nicht unbedingt schneller. Im Gegenteil: gerade als Anfänger hat man alle Hände voll damit zu tun sein Mopped in Zaum zu halten. Mehr Leistung bedeutet meist mehr Angst vor der Leistung, also späteres Gasgeben in der Kurve. Und es ist nicht unbedingt motivierend, wenn man mit einer 180 PS Kiste von einer 10 Jahre alten CBR 600 mit unter 100PS hergebrannt wird, dass man glaubt man würde stehen : Zum Einsteigen tut man sich mit einem "schwächeren" Motorrad auf alle Fälle leichter! Allerdings ist darauf zu achten, dass man sich in die richtige Gruppe einordnet und als Anfänger nicht gerade mit den "Profis" seine Bahnen ziehen will.
Junge Einsteiger mit schwachen Motorrädern (z.b. Aprilia RS 125) sollten die Veranstaltungen und die Rennstrecke mit Bedacht auswählen. Eine normale 125er, die mit 150 km/h auf der geraden dahinfährt, kann für ein 200PS Superbike eine mehr als gefährliche Schikane bedeuten!

Welche Bremsen?

Die Bremsen sind Eure Lebensversicherung! Überprüft regelmäßig, auch auf der Rennstrecke, die Beläge, sie verschleißen wesentlich schneller als auf der Strasse. Manche Beläge halten nicht mal einen Tag! Zu empfehlen sind Racingbeläge! Ebenso solltet ihr darauf achten, dass das Bremssystem penibel entlüftet wurde und ihr einen sauberen Druckpunkt habt. Stahlflexleitungen wirken da oft Wunder.