Vom Schisser zur Wanderschikane

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Paul1980
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Vom Schisser zur Wanderschikane

Beitragvon Paul1980 » Donnerstag 7. Dezember 2017, 23:24

Hey Zusammen,
bisher fand ich meist Berichte von halb talentierten oder verkappten Racern, aber kaum was von echten Hobbyfahrern wie mir, deshalb dachte ich mir ich drücke euch mal meine (unsere) Racer-Story rein ;)
Vorwort:
Eigentlich sind wir keine Heizer (na gut Drei von uns Vieren :p), aber irgendwann zufällig nach einer gemütlichen Tour im Sommer 2015 haben Jo und ich an unseren Bikertreff (Hegaublick) ein Moped mit komplett aufgerauten Reifenflanken gesehen (Novum für uns bis dato…), der Biker erklärte uns er sei in (damals für uns unaussprechlichem) Anneau du Rhin gewesen.
Die Idee der Rennstrecke war geboren… Plan: wir kaufen uns alte Mopeds, weil uns unsere dafür zu schade waren. Meine FZ6 hatte ich zu lieb gewonnen und ihm war seine Multistrada zu wertvoll (verständlich). Die Idee noch 2 weiteren Kollegen erzählt, welche spontan auch zusagten. Das schwierigste war es mein Frauchen zu überzeugen… aber das klappte dann auch irgendwann.
So da waren wir, null Ahnung von Motorradfahren und der Ausrüstung… Schnell stellte sich raus das es billiger war alte fertig umgebaute Maschinen zu holen, wie Straßenzugelassene. Das Budget war natürlich sofort überschritten, aber Jo holte sich eine GSXR-750 K1 und ich eine ZX6R G und wir waren überglücklich. Nach einiger Zeit hatten wir beide alles nötige zusammen (Lederkombi Reifenwärmer, neue Reifen und Race Chrono App).
Die anderen Beiden haben länger gebraucht sich zu entscheiden, so beschlossen Jo und ich unsere „Karriere“ noch im Herbst 2015 zu starten und buchten bei Promax AdR am 2.9.15.
Im Vorfeld versuchte ich mich in das Thema rein zu lesen, da wir wirklich mit Supersportlern und Rennstrecke nichts zu tun hatten. Im Nachhinein hätte man es auch lassen können, da ich mir sowieso nicht alles merken konnte und mit Adrenalin man alles vergisst was man sich noch vor 2 Minuten vorgenommen hat… Aber die Erkenntnis kam erst spät…

1.Termin 2.9.15 Anneau du Rhin lange Variante mit Promax:
Am Vorabend Maschinen auf den Anhänger gepackt und es ging um 5 Uhr los… naja sollte, Jo kam wie üblich zu spät. 5:45 ging es Richtung Frankreich und auf der Autobahn noch die Abfahrt verpasst. So kamen wir gerade eine Stunde vor Beginn an.
In Hektik abgeladen und schnell zur Anmeldung gerannt. Dort war absolutes Durcheinander, die „schnelle“ Gruppe schien leer zu sein und die beiden anderen waren voll, so wurden auch wir gefragt ob wir in die schnelle Gruppe wollten… was wir dankend ablehnten.
Promax bietet eine Orientierungsfahrt an, welche 2 Runden dauert. Diese wollten wir dann gleich mitnehmen, des Weiteren tragen alle absoluten Anfänger Sicherheitswesten, um die anderen Fahrer auf die Gefahr zu weisen (und das zu recht :p ).
In der ganzen Hektik haben wir dann doch noch die Orientierungsfahrt verpasst. Also alleine raus auf die Strecke und in den ersten Runden mit der Situation eigentlich überfordert war gepaart mit halben „Panik-Attacken“, wenn mir einer zu nahe kam (damals so ab 5m…). Was sich erst nach ein paar Terminen legen sollte...
Mein „Hang off“ wollte nicht richtig klappen und teilweise brach mir leicht das Hinterrad beim Rausbeschleunigen aus, aber was ich mit Rücknahme vom Gas immer abfangen konnte (Füllte mich wie der große King, hab die Maschine im Griff [was für ein Trugschluss]). Des Weiteren stellte ich fest, dass meine Stiefel nicht Rennstrecken geeignet waren (zu steif) und mein Helm mir immer nach vorne rutschte. Ich zu steif und zu unsportlich war.
Wie auch immer… Ende des ersten Turns war ich nicht mehr der langsamste, aber da mir immer noch Kuschelversuche Panikattacken auslösten, gestaltete sich das Überholen sehr schwer…
Nach den ersten 20 Minuten war ich Gott froh dass es vorbei war, aber es war geil. Völlig außer Atem und voller Adrenalin vergessen die Reifenwärmer draufzumachen….
Jo hatte ähnliche Erfahrungen gemacht, uns Standen einige im Weg und wir schafften es nicht die zu überholen. Aber wir haben uns vorgenommen nicht mit der Brechstange zu überholen, sondern den für mich immer noch guten Tipp, im schlimmsten Fall durch die Box zu fahren, zu befolgen.
Turn 2 wieder mit Adrenalin und dem Gedanken im Hinterkopf, ob die Reifen vielleicht zu kalt sein könnten, los gefahren. Jo war sofort weg und ich bin versteift rum getuckert. Nach 10 Min wurde ich lockerer und mir Standen wieder welche im Weg. Nach 2 Runden vergeblichen „Überholversuche“ (wohl eher Überholgedanken) bin ich dann durch die Box. Die Runde drauf gelbe Flagge… Falls jemand die Strecke kennt: Nach der Streckenauffahrt die erste rechts/links Kombination da liegt eine schwarze Gixer… Jo steht daneben… Glück gehabt ihm scheint nichts passiert zu sein.
Turn-Abbruch: Jo hat sein Vorhaben vergessen und mit der Brechstange versucht in der besagten Rechtskurve zu überholen, die Kurve nicht bekommen und ist links in der Wiese auf die Fresse geflogen und Moped ist mit dem Hinterrad voraus von innen auf die Kurbs gekommen… Ende vom Lied: Hinterradfelge am Arsch, die Laune im Keller.
Am Ende des Tages konnte ich mich an meine Maschine gewöhnen und konnte ein paar Mal mit dem Knie schleifen und bin auch mal ohne Benzin liegen geblieben… Für mich war der Tag im Großen und Ganzen ein voller Erfolg! :D

Vor dem zweiten Turn:
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Nach dem zweiten Turn:
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Race Chrono ohne GPS Maus und Schisser Zeugnis:
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Stolz wie Bolle:
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Erste Fahrversuche:
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Bild

Erfolge:
- Knie angeschliffen
- Sitzen geblieben
- Nicht der Langsamste gewesen
- Rennstreckenbegeisterung ins unermessliche gesteigert
Erkenntnisse:
- Wir benötigen mehr Routine zwischen den Turns (Ablauf ausdrucken), Tanken nicht vergessen ;)
- Wanduhr darf nicht fehlen
- Race Chrono nur mit Handy GPS ist nicht so dolle
- Helm rutscht bei mir immer runter
- Fitness ist das A und O (die nächsten Tage noch nie dagewesenen Muskelkater gehabt… vor allem Hals- Rückenmuskulatur und natürlich in den Beinen)

Status: Schisser – beste Rundenzeit 1:55,2

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Re: Vom Schisser zur Wanderschikane

Beitragvon StefanH » Freitag 8. Dezember 2017, 07:40

:D

da kann man auf die Fortschritte gespannt sein
Grüße aus der Oberpfalz
Stefan

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FR LSR-Cup
11.-13.05. Most
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Re: Vom Schisser zur Wanderschikane

Beitragvon The Wall » Freitag 8. Dezember 2017, 09:37

Schön geschrieben, die Hauptsache ist doch, ein Lächeln im Gesicht wenn man den Helm abnimmt. :-)

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Re: Vom Schisser zur Wanderschikane

Beitragvon Baker » Samstag 9. Dezember 2017, 12:42

Spaß muss es machen, darum geht es ja. Die Zeiten sind zweitrangig, sofern es eine gute Gruppen Einteilung gibt .
Wir sind bekloppt , wir fahren Schwalbe !
9 von 10 stimmen sagen mir ,ich sei verrückt, eine summt die Melodie von Tetris...

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Re: Vom Schisser zur Wanderschikane

Beitragvon Paul1980 » Samstag 9. Dezember 2017, 21:15

Das ich nicht der Überflieger bin ist und war mir Bewußt, klar machen wir es nur aus Spaß oder der Passion am Motorrad fahren.
Fortschritte machte ich meiner Meinung nach schon, vorallem mit der Herangehensweise an das Ganze.

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Re: Vom Schisser zur Wanderschikane

Beitragvon Paul1980 » Samstag 9. Dezember 2017, 21:18

2.Termin 11.10.15 Anneau du Rhin kurze Variante mit BoSee-Team:

Noch voll angefixt vom ersten Termin beschlossen wir das ganze schnellst möglich zu wiederholen und buchten bei BoSee-Team einen Sonntagstermin im Oktorber.
In der „Wartezeit“ haben wir die Felge besorgt und Jo´s Moped wieder fit gemacht. Ich versuchte in den vier Wochen etwas Ausdauer anzutrainieren. Des Weiteren meine Recherchen übers „richtige Fahren“ ausgeweitet und irgendwie kam ich auf den Trichter mit mehr Köpereinsatz die Linie zu verengen um schneller durchzukommen.
Ausrüstungstechnisch habe ich mir Alpinestars S-MX Plus und X-Lite 802R zugelegt.
Meine gesetzten Ziele: Knieschleifen und Hang off verbessern, dazu mehr Köpereinsatz
Diesmal waren wir etwas besser vorbereitet und sind rechtzeitig losgefahren. Bis Freiburg hat es durchgehend gepisst und ich habe den Tag quasi abgeschlossen… ich fragte mich nur, ob ich mich wirklich trauen würde im Regen zu fahren… Regenreifen hatten wir ja auf dem 2. Felgensatz drauf.
In Biltzheim angekommen war es trocken, aber Arsch kalt… um 8 Uhr hatten wir es unter 10°. Diesmal war alles lockerer, viel mehr Platz im Paddock und wir konnten uns in Ruhe auf den 1. Turn vorbereiten und einen Instruktor sichern. 6 Fahrer bei 3 Instruktoren, das war mal ein Service.
Hinter dem Instruktor haben wir den 1. Turn gestartet, welcher die Gerade mit maximal 160 gefahren ist. Obwohl wir ja nur zu zweit waren, mussten wir jede Runde die Position tauschen. So kam ich nicht wirklich in den Fluss. Irgendwie konnte ich kein gutes Gefühl aufbauen und hatte nach der schnellen Rechts in den darauf folgenden 3-fach rechts immer Probleme mit rutschenden Vorderreifen gehabt. In der Nachbesprechung habe ich es angesprochen, aber unser Instruktor meinte nur er wüsste nicht woran es liegen könne… egal abgehackt und auf den 2. Turn gefreut.
Im 2. Turn kein Rutschen und viel besseres Gefühl auf dem Motorrad gehabt, die Reifen griffen wieder wie ich es vom ersten Besuch kannte (Ich denke wir waren einfach zu langsam und es war selbst für die R10 zu kalt). Den Turn quasi normal gefahren, aber nicht einmal mit dem Knie unten gewesen. Rundenzeit 1:34,5
In den weiteren Turns wollte ich mit mehr Köpereinsatz meine Rundenzeit verbessern, Ergebnis: nach der 3. oder 4. Runde war ich außer Atem und mit jeder weitern Runde wurde ich langsamer…
Ich habe es nicht geschafft die Zeit aus dem 2.Turn zu unterbieten. Nach jedem Turn bin ich zum Zeitenmonitor gelaufen und mich über meine schlechten Platzierung (glaub 5. langsamster) geärgert.
Das einzige Positive war dass die Race Chrono App zum Transponder maximal 2-4 Zehntel abwich.
Letzter Turn an diesem Tag und BoSee nimmt keine Zeiten mehr auf… das hat mich innerlich erstmal aufgeregt. Aber es sollte anders kommen. Ich hab die Brechstange im Paddock gelassen und bin wieder auf einen runderen Fahrstil zurückgegangen und ohne den Druck mich gegenüber wem auch immer beweisen zu müssen, wurde ich lockerer und konnte die Rundenzeit verbessern und kam wieder aufs Knie. Als ich dann auf die Rundezeit schaute war ich so „glücklich“ dass ich die nächsten 3 Kurven voll versaut hatte und fast auf die Fresse gefallen bin…
Für mich war es dann doch ein glücklicher Abschluss.
Für Jo war es quasi sein erster Besuch und er musste sich den Sturz aus den Knochen fahren und war sehr zufrieden mit dem sitzenbleiben.
In der roten Gruppe hat mich ein „kleiner Junge“ beeindruckt… mit seinen 13 Jahren als es noch kalt war hatte er die 2. Schnellste Rundenzeit mit 1:18,x auf seiner Moto3 gezaubert. Es war Dirk Geiger, welcher die ersten Kilometer auf seiner neuen Moto3 runterspulte.

Erfolge:
- Sitzen geblieben
- Rundenzeit verbessert und besseres Gefühl fürs Motorrad entwickelt
- Helm und Stiefel sind top

Erkenntnisse:
- Race Chrono ist zwar genauer, wenn man das Handy frei ans Motorrad befestigt, aber immer noch sehr ungenau in mit dem GPS tracking
- Brechstange hilft nicht, jedenfalls nicht mir
- Versuchen sich selbst keinen Druck zu machen

Mein Status: Schisser – beste Rundenzeit 1:31,8

Race Chrono – Handy am Tacho befestigt:
Bild
Leider habe ich gar keine Bilder gemacht, aber wem langweilig ist kann sich meine Fahrt anschauen…
https://www.youtube.com/watch?v=HfRk82y655c&t=773s



Im Winter sind wir auf Fiala gestoßen und haben für die Pfingstferien 2 Tage Slovakia- und danach 2 Tage Pannoniaring gebucht. Als talentfreie Anfänger dachten wir, wir gönnen uns was Tolles und haben bei Plüss Discover the Bike - „Bike1“ im April auf Annaeu du Rhin gebucht.
So Stand das Gerüst für die erste Jahreshälfte und die zweite wollten wir je nach Verlauf und Schäden ergänzen.
Moped technisch habe ich meine uralte Dame auf Herz und Nieren durchchecken lassen, Ventilspiel, Flüssigkeiten, Zündkerzen, etc. Ich Vertraue meiner eigenen Arbeit nicht und um Gedankenfrei fahren zu können, habe ich es den Fachmann machen lassen (Schisser halt ;) ). Fürs Handy habe ich mir den Garmin GLO geholt.

3. Termin 15.04.16 Anneau du Rhin kurze Variante mit Plüss – Discover the Bike:

Eigentlich war der Plan zu viert das Jahr anzufangen, aber die anderen beiden Pappnasen hatten immer noch keine Mopeds… so langsam dachten wir, wir bleiben eine zwei Mann Vierergruppe…
An dem Tag hat es nur geregnet, zwar nicht stark aber die ganze Zeit. Dort angekommen wurde uns nur kurz erklärt, dass wir die kalten Reifen mit dem Heiß-Luftdruck befüllen sollen. Der Ablauf war wie folgt: 20 Min Theorie / 20 Min Praxis / 20 Min Nachbesprechung. Bei der Praxis ging es mit drei Instruktoren Gruppen für 20 Min auf die Strecke. Die erste Übung war Bremsen. Erster praktische Trun, Moped an und los geht’s… ähm… was das? Läuft nur auf 3 Zylindern und der 4. Kommt unregelmäßig… aber ich habe kein Schweinegeld hingeblättert und im Regen zuzuschauen, also los geht’s.
Nach den Truns hat uns der Instruktor paar Sachen erklärt und gute Tipps gegeben, das war wirklich gut.
Eigentlich muss man sagen dass es sich bei Discover the Bike eher um ein Fahrsichheitstraining auf der Rennstrecke handelt als um ein Renntraining. Aber da ich sowieso schon immer Schiss hatte im Regen zu fahren, war es für mich als einmaliges Erlebnis bei Regen ok und ich wollte dann im Regen Sicherheit gewinnen. Aber ich kann es keinem „Racer“ empfehlen.
Der zweite Block lief ähnlich und die Übung wurde leicht abgewandelt, soweit lief alles nach Plan. 3. Turn war keine Übung sondern geführtes Fahren hinter dem Instruktor und jede Runden sollten sich welche zurück fallen lassen.
Jede Runde wurde das Tempo leicht angezogen, das Adrenalin war wieder da und Unterhose gelb/braun :D . Die Reifen haben sich angefühlt als ob die aus Hartgummi wären. Ich hatte echte Mühe beim Beschleunigen nachzukommen, da die Zicke ständig auf 3 Zylindern lief so wurde der Abstand immer größer. Dann hatte ich den „genialen“ Einfall, im Kurvenausgang gehe ich etwas früher ans Gas, so lasse ich es nicht abreißen. Aus der linken Walkurve langsam rausgekommen in die rechte rein. Gas, oh….da ist ja wieder der 4. Zylinder… Hinterrad kommt und ich automatisch vom Gas… (War ja der große King und hab die Maschine im Griff :banging: ) zu diesem Gedanken kam ich nicht mal… eigentlich weiß ich gar nicht wie es ablief, aber spürte wie mir der Tank ans linke Knie geschlagen hat und ich landete auf dem Arsch und kippte nachhinten. Maschine trudelte noch paar Meter und lag dann auch…
https://www.youtube.com/watch?v=Z3aWC5ZK2aE

Zum Glück war nur die linke Fußraste verbogen und mein Spoiler am Helm hat Kratzer abbekommen und mein Ego natürlich :alright: . Nach gefühlten 10 Min habe ich die Maschine wieder anbekommen und bin rausgefahren zum Debriefing. Hier wurde mir erklärt dass man in solchen Situationen am Gas bleiben und die Fußrasten belasten soll insb. die Äußere. Immerhin was gelernt :D
Dann war Mittagspause, schnell Fußraste getauscht und den Tank abgeschraubt und man hat gesehen wie es aus dem Zündkerzenstecker Funken geschlagen hat. Leider hatten wir kein Isolierband dabei gehabt. Wir haben es mit Kartonnage versucht zu isolieren, aber das war absoluter murks (Zum Glück fing die Zicke nicht Feuer ;) )
Nach dem Mittag mit schmerzen noch rausgefahren, aber das Stottern wurde immer schlimmer so bin ich raus und habe Jo beim Üben zugeschaut.

Erfolge:
- Hm… keine ;)

Erkenntnisse:
- Wenn man kein gutes Gefühl hat sollte man es lassen :D
- So ein Sturz ist halb so schlimm (Bis auf die Schmerzen die Tage danach :p )

Status: Schisser mit defektem Bike

Knie am Abend:
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Nach einer Woche:
Bild
Nach zwei Wochen:
Bild

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Re: Vom Schisser zur Wanderschikane

Beitragvon nixisfix1200 » Samstag 9. Dezember 2017, 22:59

Sehr schön, weiter so !!!

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Re: Vom Schisser zur Wanderschikane

Beitragvon Ucky13 » Montag 11. Dezember 2017, 11:28

Schöne Berichte, bitte weiter so!!!

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Re: Vom Schisser zur Wanderschikane

Beitragvon FunkyStarDeluxe » Dienstag 19. Dezember 2017, 10:41

11.10.2015
In der Roten Gruppe war ich auch... Der kleine war die ganze Zeit hinter mir... Bin auch eine 1:18... gefahren, aber leider dann gestürzt. Grüne Ninja
War schon echt beeindruckend wie der kleine den ganzen Turn ´hinter mir her gefahren ist. Das war der erste Turn nach dem Mittag.

Paul1980 hat geschrieben:2.Termin 11.10.15 Anneau du Rhin kurze Variante mit BoSee-Team:

Noch voll angefixt vom ersten Termin beschlossen wir das ganze schnellst möglich zu wiederholen und buchten bei BoSee-Team einen Sonntagstermin im Oktorber.
In der „Wartezeit“ haben wir die Felge besorgt und Jo´s Moped wieder fit gemacht. Ich versuchte in den vier Wochen etwas Ausdauer anzutrainieren. Des Weiteren meine Recherchen übers „richtige Fahren“ ausgeweitet und irgendwie kam ich auf den Trichter mit mehr Köpereinsatz die Linie zu verengen um schneller durchzukommen.
Ausrüstungstechnisch habe ich mir Alpinestars S-MX Plus und X-Lite 802R zugelegt.
Meine gesetzten Ziele: Knieschleifen und Hang off verbessern, dazu mehr Köpereinsatz
Diesmal waren wir etwas besser vorbereitet und sind rechtzeitig losgefahren. Bis Freiburg hat es durchgehend gepisst und ich habe den Tag quasi abgeschlossen… ich fragte mich nur, ob ich mich wirklich trauen würde im Regen zu fahren… Regenreifen hatten wir ja auf dem 2. Felgensatz drauf.
In Biltzheim angekommen war es trocken, aber Arsch kalt… um 8 Uhr hatten wir es unter 10°. Diesmal war alles lockerer, viel mehr Platz im Paddock und wir konnten uns in Ruhe auf den 1. Turn vorbereiten und einen Instruktor sichern. 6 Fahrer bei 3 Instruktoren, das war mal ein Service.
Hinter dem Instruktor haben wir den 1. Turn gestartet, welcher die Gerade mit maximal 160 gefahren ist. Obwohl wir ja nur zu zweit waren, mussten wir jede Runde die Position tauschen. So kam ich nicht wirklich in den Fluss. Irgendwie konnte ich kein gutes Gefühl aufbauen und hatte nach der schnellen Rechts in den darauf folgenden 3-fach rechts immer Probleme mit rutschenden Vorderreifen gehabt. In der Nachbesprechung habe ich es angesprochen, aber unser Instruktor meinte nur er wüsste nicht woran es liegen könne… egal abgehackt und auf den 2. Turn gefreut.
Im 2. Turn kein Rutschen und viel besseres Gefühl auf dem Motorrad gehabt, die Reifen griffen wieder wie ich es vom ersten Besuch kannte (Ich denke wir waren einfach zu langsam und es war selbst für die R10 zu kalt). Den Turn quasi normal gefahren, aber nicht einmal mit dem Knie unten gewesen. Rundenzeit 1:34,5
In den weiteren Turns wollte ich mit mehr Köpereinsatz meine Rundenzeit verbessern, Ergebnis: nach der 3. oder 4. Runde war ich außer Atem und mit jeder weitern Runde wurde ich langsamer…
Ich habe es nicht geschafft die Zeit aus dem 2.Turn zu unterbieten. Nach jedem Turn bin ich zum Zeitenmonitor gelaufen und mich über meine schlechten Platzierung (glaub 5. langsamster) geärgert.
Das einzige Positive war dass die Race Chrono App zum Transponder maximal 2-4 Zehntel abwich.
Letzter Turn an diesem Tag und BoSee nimmt keine Zeiten mehr auf… das hat mich innerlich erstmal aufgeregt. Aber es sollte anders kommen. Ich hab die Brechstange im Paddock gelassen und bin wieder auf einen runderen Fahrstil zurückgegangen und ohne den Druck mich gegenüber wem auch immer beweisen zu müssen, wurde ich lockerer und konnte die Rundenzeit verbessern und kam wieder aufs Knie. Als ich dann auf die Rundezeit schaute war ich so „glücklich“ dass ich die nächsten 3 Kurven voll versaut hatte und fast auf die Fresse gefallen bin…
Für mich war es dann doch ein glücklicher Abschluss.
Für Jo war es quasi sein erster Besuch und er musste sich den Sturz aus den Knochen fahren und war sehr zufrieden mit dem sitzenbleiben.
In der roten Gruppe hat mich ein „kleiner Junge“ beeindruckt… mit seinen 13 Jahren als es noch kalt war hatte er die 2. Schnellste Rundenzeit mit 1:18,x auf seiner Moto3 gezaubert. Es war Dirk Geiger, welcher die ersten Kilometer auf seiner neuen Moto3 runterspulte.

Erfolge:
- Sitzen geblieben
- Rundenzeit verbessert und besseres Gefühl fürs Motorrad entwickelt
- Helm und Stiefel sind top

Erkenntnisse:
- Race Chrono ist zwar genauer, wenn man das Handy frei ans Motorrad befestigt, aber immer noch sehr ungenau in mit dem GPS tracking
- Brechstange hilft nicht, jedenfalls nicht mir
- Versuchen sich selbst keinen Druck zu machen

Mein Status: Schisser – beste Rundenzeit 1:31,8

Race Chrono – Handy am Tacho befestigt:
Bild
Leider habe ich gar keine Bilder gemacht, aber wem langweilig ist kann sich meine Fahrt anschauen…
https://www.youtube.com/watch?v=HfRk82y655c&t=773s



Im Winter sind wir auf Fiala gestoßen und haben für die Pfingstferien 2 Tage Slovakia- und danach 2 Tage Pannoniaring gebucht. Als talentfreie Anfänger dachten wir, wir gönnen uns was Tolles und haben bei Plüss Discover the Bike - „Bike1“ im April auf Annaeu du Rhin gebucht.
So Stand das Gerüst für die erste Jahreshälfte und die zweite wollten wir je nach Verlauf und Schäden ergänzen.
Moped technisch habe ich meine uralte Dame auf Herz und Nieren durchchecken lassen, Ventilspiel, Flüssigkeiten, Zündkerzen, etc. Ich Vertraue meiner eigenen Arbeit nicht und um Gedankenfrei fahren zu können, habe ich es den Fachmann machen lassen (Schisser halt ;) ). Fürs Handy habe ich mir den Garmin GLO geholt.

3. Termin 15.04.16 Anneau du Rhin kurze Variante mit Plüss – Discover the Bike:

Eigentlich war der Plan zu viert das Jahr anzufangen, aber die anderen beiden Pappnasen hatten immer noch keine Mopeds… so langsam dachten wir, wir bleiben eine zwei Mann Vierergruppe…
An dem Tag hat es nur geregnet, zwar nicht stark aber die ganze Zeit. Dort angekommen wurde uns nur kurz erklärt, dass wir die kalten Reifen mit dem Heiß-Luftdruck befüllen sollen. Der Ablauf war wie folgt: 20 Min Theorie / 20 Min Praxis / 20 Min Nachbesprechung. Bei der Praxis ging es mit drei Instruktoren Gruppen für 20 Min auf die Strecke. Die erste Übung war Bremsen. Erster praktische Trun, Moped an und los geht’s… ähm… was das? Läuft nur auf 3 Zylindern und der 4. Kommt unregelmäßig… aber ich habe kein Schweinegeld hingeblättert und im Regen zuzuschauen, also los geht’s.
Nach den Truns hat uns der Instruktor paar Sachen erklärt und gute Tipps gegeben, das war wirklich gut.
Eigentlich muss man sagen dass es sich bei Discover the Bike eher um ein Fahrsichheitstraining auf der Rennstrecke handelt als um ein Renntraining. Aber da ich sowieso schon immer Schiss hatte im Regen zu fahren, war es für mich als einmaliges Erlebnis bei Regen ok und ich wollte dann im Regen Sicherheit gewinnen. Aber ich kann es keinem „Racer“ empfehlen.
Der zweite Block lief ähnlich und die Übung wurde leicht abgewandelt, soweit lief alles nach Plan. 3. Turn war keine Übung sondern geführtes Fahren hinter dem Instruktor und jede Runden sollten sich welche zurück fallen lassen.
Jede Runde wurde das Tempo leicht angezogen, das Adrenalin war wieder da und Unterhose gelb/braun :D . Die Reifen haben sich angefühlt als ob die aus Hartgummi wären. Ich hatte echte Mühe beim Beschleunigen nachzukommen, da die Zicke ständig auf 3 Zylindern lief so wurde der Abstand immer größer. Dann hatte ich den „genialen“ Einfall, im Kurvenausgang gehe ich etwas früher ans Gas, so lasse ich es nicht abreißen. Aus der linken Walkurve langsam rausgekommen in die rechte rein. Gas, oh….da ist ja wieder der 4. Zylinder… Hinterrad kommt und ich automatisch vom Gas… (War ja der große King und hab die Maschine im Griff :banging: ) zu diesem Gedanken kam ich nicht mal… eigentlich weiß ich gar nicht wie es ablief, aber spürte wie mir der Tank ans linke Knie geschlagen hat und ich landete auf dem Arsch und kippte nachhinten. Maschine trudelte noch paar Meter und lag dann auch…
https://www.youtube.com/watch?v=Z3aWC5ZK2aE

Zum Glück war nur die linke Fußraste verbogen und mein Spoiler am Helm hat Kratzer abbekommen und mein Ego natürlich :alright: . Nach gefühlten 10 Min habe ich die Maschine wieder anbekommen und bin rausgefahren zum Debriefing. Hier wurde mir erklärt dass man in solchen Situationen am Gas bleiben und die Fußrasten belasten soll insb. die Äußere. Immerhin was gelernt :D
Dann war Mittagspause, schnell Fußraste getauscht und den Tank abgeschraubt und man hat gesehen wie es aus dem Zündkerzenstecker Funken geschlagen hat. Leider hatten wir kein Isolierband dabei gehabt. Wir haben es mit Kartonnage versucht zu isolieren, aber das war absoluter murks (Zum Glück fing die Zicke nicht Feuer ;) )
Nach dem Mittag mit schmerzen noch rausgefahren, aber das Stottern wurde immer schlimmer so bin ich raus und habe Jo beim Üben zugeschaut.

Erfolge:
- Hm… keine ;)

Erkenntnisse:
- Wenn man kein gutes Gefühl hat sollte man es lassen :D
- So ein Sturz ist halb so schlimm (Bis auf die Schmerzen die Tage danach :p )

Status: Schisser mit defektem Bike

Knie am Abend:
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Nach einer Woche:
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Nach zwei Wochen:
Bild
Gruss

Sebastian

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Re: Vom Schisser zur Wanderschikane

Beitragvon Paul1980 » Mittwoch 27. Dezember 2017, 16:33

Hi Sebastian,

das war wirklich der heftigste Unfall den ich bis heute gesehen habe... Aber mein Spion (Kosta) hatte mir schon berichtet dass du es einigermassen gut überstanden hattest.

Immer schön sitzen bleiben, wir werden keine Rossis mehr.

Gruß
Paul


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