Umbau ZX10R 2012 auf track - Das Maximalprinzip

Der Bereich für Eure Projekte, Um- und Aufbauten. Auch Tips und Tricks zu Feinheiten, aber keine Standardthemen wie: so wechselte ich die Bremsbeläge.

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eat
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Umbau ZX10R 2012 auf track - Das Maximalprinzip

Beitragvon eat » Freitag 5. Januar 2018, 18:29

Hallo Leute,
in diesen Thread versuche ich anhand meines aktuellen Projekts:
- Neulingen eine Hilfestellung beim Bau zu geben
- "alten Hasen" etwas zur Inspiration gegen die "böse Winterdepression" zu geben
- und hoffentlich auch selber hilfreiche Tipps oder aber auch Kritik zu bekommen

Anstoß zu diesem Thread war einerseits der Thread von ThorstenGSXR - "Der Wiederauf und Weiterbau meines Mopedes", welchen ich wahnsinnig spannend und lehrreich empfand, und welchen ich wohl niemals in Qualität, eingebrachte Zeit, Know-How und Budget erreichen werde. Andererseits macht es mir Wahnsinnig Spaß am Bike zu schrauben und mir Know-How anzueignen und weiterzugeben. Und die dritte Option war: ich war nicht ganz zufrieden mit meiner ZX10R aus 2006, aber dazu später mehr.

Kurz zu meiner Person: Ich bin seit 7 Jahren "Aktiver" leser im R4F Forum und nun auch Schreiber :wink: . Bin zarte 29 Jahre jung und verbringe Zeit auf/am/unter Motorrädern seit dem ich 15 bin. Ich komme aus Zwickau (da wo der Trabi gebaut wurde, oder da wo auch die "Terrorzelle" sich befand)

Ich versuche wöchentlich Updates zu meinem Projekt zu posten (Manche Leute müssen leider so verdammt hart für ihr Hobby arbeiten :-D ) Auf Posts zu antworten versuche ich jedoch relativ Zeitnah.

20170714_133127.jpg
Dieses Objekt der Begierde (ZX10R 2006) war mein treuer Begleiter im Jahr 2017. Und wird es als Ersatzbike auch in 2018 sein. Und es brachte mich (wie auch immer es das getan hat) auf eine 1.32.0 auf dem Sachsenring.



Leider gab es mehrere Probleme die mich massiv gestört haben:
20170410_215215.jpg
Die Gabel, bzw. das Fahrwerk.



20170807_100049.jpg
und die Dame war etwas breiterer Natur, sodass die Verkleidung auch gerne mal am Boden schliff.



Da das Bike nahezu renn fertig gekauft wurde und der Vorbesitzer das Fahrwerk überarbeiten lies auf gefühlte 150Kg stand als erstes ein Fahrwerksservice an.
Die Einmessung erfolgte bei meinem Fahrwerksspezi. Ich sollte die gabel vorne runterdrücken und versuchte dies auch, während er messen wollte. Er sagte es noch ein zweites mal und dann noch ein drittes mal. Als ich dann schon völlig außer puste sagte, dass ich doch schon drücke, schaute er zu mir auf mit großen Augen und sagte: " da rührt sich ja nix".
Lange rede kuzer Sinn: Softe gabelfedern, dünnes Gabelöl und fertig ist der Lack...dachte ich.
2 Tage Rennstrecke und 2 Vorderreifen später (den hinteren konnte ich noch weitere 3 Tage auf der Strecke bewegen) die Ernüchterung-die ist immer noch zu Hart. ->Wieder zum Fahrwerksprofi: paar Shims raus, Vorspann-hülsen gekürzt, dünnes Gabelöl. Die Gabel funktionierte dann halbwegs mit komplett offener Zug/Druckstufe.
Der Fehler lag nicht bei meinem Fahrwerks mensch (er hatte alles gegeben und tief in die Trickkiste gegriffen), sondern an den vom Vorbesitzer verbauten Dämpfer Elementen.
Da ich dann nicht nochmal Geld investieren wollte und auch mal paar nette Spielereien wie TC ausprobieren wollte, fasste ich eine ZX10R 2011-2015 ins Auge.

Wie der Liebe Renn-Gott es auch so will trifft man auf der Rennstrecke immer nette Nachbarn, quatsch/isst und trinkt etwas und 2 Tage später:
20170830_172325.jpg

Steht sowas im Hof. (Das Motorrad eines Freundes von meinem Rennstreckennachbarn)
EZ2012 mit ca. 8000 KM und wurde schon mal auf der Rennstrecke bewegt und hatte deswegen auch ziemlich nette umbauten, bzw. Zusatzteile. Hatte zwar schon einen Besuch um Kies, aber so hat sie den gleich weg und mich trifft es nicht ;-)

So eine Neuanschaffung hat allerdings auch Nachteile. Erstens: das schöne Geld. Und Zweitens:
20170830_204409.jpg
Es entsteht ein gewisses Platzproblem wenn man nur eine 40qm große Garage hat und da drin auch noch vernünftig schrauben will.

Die Lösung sieht so aus:
20170901_132828.jpg
Meine 125er CBR, die mich treue 45000km getragen hat, musste von der Garage ins Schlafzimmer umziehen.


Noch paar Details zu meiner neuen Errungenschaft (die beim Kauf Vorhanden waren oder mit dazu gegeben wurden)
-Rennstreckentaugliche Fußrastenanlage
-Andere Griffe
-Andere Lenkerstummel (denke ich zumindest das sie nicht Original sind)
-Ecu geflasht
-PCv
-Wasserschläuche durch so ne Silikondinger ersetzt
-Schaltautomat

Und einen ganz besonderen Leckerbissen:
20170831_112520.jpg
Im leben hätte ich mir sowas nicht einzeln geholt, weil es mir zu teuer wäre.



Zukunftsplan: (paar dieser Sachen sind schon passiert, aber Text schreiben braucht auch seine Zeit und es soll ja spannend bleiben)
-Teile besorgen
-GFK Verkleidung anpassen und lackieren
-PCV verbauen
-Schaltautomat umbauen von Druck auf Zug gesteuert
-Schaltung umkehren
-Gabelservice selber machen (ein Simmering ist defekt)
-und die anderen Arbeiten werden sich dann beim bauen zeigen


Die Pointe kommt natürlich zum Schluss: Warum Maximal Prinzip?
Eine kurze Definition zum Maximalprinzip: Aus gegebenen Mitteln den Maximalen nutzen ziehen.
oder anders: ich hab ein Bike und nun wenig Geld, einen begrenzten Maschinenpark und die Zeit wird manchmal auch durch die Freundin bestimmt, lasst uns das beste draus machen:-D


Ich hoffe Ihr habt Spaß beim lesen und Kritik ist gern gewünscht

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Re: Umbau ZX10R 2012 auf track - Das Maximalprinzip

Beitragvon Stromberg » Donnerstag 11. Januar 2018, 12:05

Ich werde den Thread aufmerksam verfolgen, da ich mir für die neue Saison auch eine 2012 ZX10R besorgt habe, mit ähnlicher Ausstattung wie bei Dir.

Also lass krachen und mach weiter, bin für jeden Tipp und Trick dankbar :lol: :lol:
Es sind 2 Dinge die die Menschen wollen, alt werden und jung bleiben

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Re: Umbau ZX10R 2012 auf track - Das Maximalprinzip

Beitragvon Kurvenjunkie » Donnerstag 11. Januar 2018, 12:48

Über Geld jammern aber die Garage voller Maschinen? Ich würde an Deiner Stelle versuchen, die Sammelwut zu überwinden und mindestens zwei der Eimer verkaufen. So käme frisches Kapital rein und es gäbe mehr Möglichkeiten.

Ich bin Verfechter des Prinzips: "Fertig umgebaut kaufen, nutzen und für denselben (oder einen höheren) Preis nach X Jahren wieder in Teilen verkaufen". Hat bei mir die letzten vier Male wunderbar geklappt. Davor ein Heimumbau welcher ein dickes Verlustgeschäft war.

Trotzdem viel Spaß bei Deinem Vorhaben!

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Re: Umbau ZX10R 2012 auf track - Das Maximalprinzip

Beitragvon suzi_k3 » Donnerstag 11. Januar 2018, 13:31

Ich sehe es wie der Kurvenjunkie.
Du hast zu viele Mopeds, fahren kannst du eh nur mit einem und du schlägst zwei Fliegen auf einmal mehr Platz in der Garage und wieder eine Hand voll Scheine in der Tasche :wink:

Die Scheine kannst du auch wirklich gebrauchen, denn das Moped umbauen ist das eine, aber du willst ja auch fahren und das kostet auch.. Renntrainings, Benzin, Verschleiß, Sturz usw.
If you want to finish first, first you have to finish!

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Re: Umbau ZX10R 2012 auf track - Das Maximalprinzip

Beitragvon eat » Freitag 12. Januar 2018, 17:32

Kurvenjunkie hat geschrieben:Über Geld jammern aber die Garage voller Maschinen? Ich würde an Deiner Stelle versuchen, die Sammelwut zu überwinden und mindestens zwei der Eimer verkaufen. So käme frisches Kapital rein und es gäbe mehr Möglichkeiten.

Ich bin Verfechter des Prinzips: "Fertig umgebaut kaufen, nutzen und für denselben (oder einen höheren) Preis nach X Jahren wieder in Teilen verkaufen". Hat bei mir die letzten vier Male wunderbar geklappt. Davor ein Heimumbau welcher ein dickes Verlustgeschäft war.

Trotzdem viel Spaß bei Deinem Vorhaben!


Die 600er Kawa ist mein Straßenbike und das muss bleiben, weil ich auch manchmal auf Straße unterwegs bin.
Ich wollte auch nicht über Geld jammern, sondern lediglich darstellen dass man auch mit begrenzten mitteln gut auskommen kann. Dies bedeutet dass ich mir mein bike nicht mit 20k +Euro aufbauen möchte, sondern schaue das, dass Geld/Nutzen Prinzip stimmig ist.
Meine alte tausender wollte ich als Ersatzrennbike behalten, da ich doch einige Termine habe die dicht aneinander liegen und ein wieder instand setzen des Bikes zu lange dauern würde.

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Re: Umbau ZX10R 2012 auf track - Das Maximalprinzip

Beitragvon eat » Freitag 12. Januar 2018, 17:36

suzi_k3 hat geschrieben:Ich sehe es wie der Kurvenjunkie.
Du hast zu viele Mopeds, fahren kannst du eh nur mit einem und du schlägst zwei Fliegen auf einmal mehr Platz in der Garage und wieder eine Hand voll Scheine in der Tasche :wink:

Die Scheine kannst du auch wirklich gebrauchen, denn das Moped umbauen ist das eine, aber du willst ja auch fahren und das kostet auch.. Renntrainings, Benzin, Verschleiß, Sturz usw.


Momentan belegen die Motorräder die rumstehen nur noch ca. 20% platz meiner Garage. Also Platz zum Schrauben ist vorhanden.
5-6 Renntrainings sind für 2018 schon eingeplant (inkl. drum herum kosten)

eat hat geschrieben: "Fertig umgebaut kaufen, nutzen und für denselben (oder einen höheren) Preis nach X Jahren wieder in Teilen verkaufen"

Die 125er wäre für dieses Vorhaben vll. ein Kanditat. Als ich damals schaute wurden aber komplette 125er mit weniger Km für schlappe 300 Euro rausgehauen, deswegen verfolgte ich den Ansatz nicht weiter.
Einige OriginalTeile sowie alte Rennverkleidungen hab ich schon zum verkauf online gestellt

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Re: Umbau ZX10R 2012 auf track - Das Maximalprinzip

Beitragvon eat » Freitag 12. Januar 2018, 18:11

Erstes Update zum Projekt:
Die ersten Teile sind gekommen und es fühlt sich immer an wie Weihnachten (Geschenke auspacken). Mit dabei ist die neue Rennverkleidung, neuer Tankdeckel, Carbon Schwingenschoner und ein Carbon Motordeckel. Der alte Carbonmotordeckel wurde beim Sturz durch meinen Vorgänger vernichtet. Achja und ein Schraubensatz gab es auch noch mit dazu.
20171204_171559.jpg
Neue Teile

20171208_173424.jpg
Alter Tank-Alter deckel...die Kratzer verschwinden später unter der Verkleidung

IMG-20171209-WA0025.jpeg
Neuer Tankdeckel, gleich verbaut


Dies war alles relativ schnell erledigt. Mein Gedankengang beim verbauen der Verkleidung war: Drauf packen. löcher bohren und danach Bier trinken:-D
20171208_185828.jpg
Sieht gut aus, sitzt aber noch nicht richtig :-)

2 Probleme traten schon beim Heck auf. An der Stelle wo der Rahmen in der Heckverkleidung verschwindet, ist diese zu schmal. Und der Sturzsensor, welcher am "Soziusrahmen" befestigt ist, ist im weg. Natürlich gibts für jedes Problem eine Lösung. Den Anfang machte hierbei der Sturzsensor :-)
IMG-20171209-WA0029.jpeg
Schnell 2 Löcher durch den rahmen gebohrt, denn der Winkel des Rahmens war identisch mit dem des Originalen Plastik halters.

Vielleicht hätte ich das vorher überdenken sollen, denn nun ist er trotzdem der Verkleidung im Weg :-( Also wieder abgebaut das ding. Mittlerweile haben mich die ganzen Kabel so genervt, dass ich diese erstmal entknotet habe und gleich den PCv eingebaut habe.
IMG-20171209-WA0027.jpeg
PCv

Weiter ging es denn mit den Sturzsensor:
20171218_170521.jpg
Die Löcher nochmal versetzt und gleich mit Gewinden versehen (Bei Alu geht das so easy;-))

20171218_171641.jpg
Hier die fertige Montage (Steinigt mich bitte nicht für die Schrauben, ich hatte leider keine M5 Inbus Schrauben in ausreichender länge. Der winkel des Sensors bleibt auch bei dieser Montage nahezu Identisch.

Danach Wurde die Heckverkleidung angepasst:
20171218_164535.jpg
Die mit Edding markieten stellen wurden säuberlich mit dem Dremel rausgetrennt und die Löcher wurden gebohrt.


Weiter ging es mit der Tankhaube:
20171218_173511.jpg
Diese passte wieder erwartend Plug N Play

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Re: Umbau ZX10R 2012 auf track - Das Maximalprinzip

Beitragvon Sonic675R » Freitag 12. Januar 2018, 19:09

Wieso lässt du den Sozius-Heckrahmen nicht gleich ganz weg? Schneller, einfacher und günstiger ist nirgends Gewicht gespart :wink:

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Re: Umbau ZX10R 2012 auf track - Das Maximalprinzip

Beitragvon Windy » Samstag 13. Januar 2018, 13:53

der gasgriff ist aber sehr individuell
In der Kurve kann jeder schnell fahren, auf der Geraden, da brauchst Du Leistung !

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Re: Umbau ZX10R 2012 auf track - Das Maximalprinzip

Beitragvon eat » Sonntag 14. Januar 2018, 17:12

Sonic675R hat geschrieben:Wieso lässt du den Sozius-Heckrahmen nicht gleich ganz weg? Schneller, einfacher und günstiger ist nirgends Gewicht gespart :wink:

Einfach komplett weglassen geht nicht, weil sonst keine Stabilität im Heckrahmen gegeben wäre. (siehe Bild)
Aber ich werde mir das mal mit notieren: entweder den Soziusrahmen bearbeiten, oder eine strebe bauen
20180112_181711.jpg


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